E-Mobilität in Wolfsburg

Aufbau einer innovativen Verkehrsinfrastruktur für das intermodale Mobilitätsverhalten von morgen

Zwei E-Ups stehen nebeneinander2025 sollen 50 % Prozent der in Wolfsburg zugelassenen Fahrzeuge Elektro- oder Hybridfahrzeuge sein. Für die Förderung der Elektromobilität werden verschiedene Ansätze verfolgt. 
  

Nachfolgend werden die bisherigen Maßnahmen sowie die Zielsetzungen des Bundes und der Stadt Wolfsburg dargestellt. Darüber hinaus erhalten Sie weiterführende Informationen zur Nutzung der durch die Stadt Wolfsburg errichteten Ladeinfrastruktur und zu den geltenden Bevorrechtigungen für Elektro- und Hybridautos auf Basis des EmoG (Elektromobilitätsgesetz). Weiterhin werden Ihnen die Intentionen und Teilbereiche des Schaufensterprojekts eMobility CUBE vorgestellt, welches von 2014 bis 2015 von der Stadt umgesetzt wurde.

Weiterführende Informationen zum Thema Elektromobilität

Internetseite vom E-Mobility Cube öffnet sich in einem neuen Fenster Internetseite des E-Mobilitycube öffnet sich in einem neuen Fenster
Der Systemwechsel hin zur Elektromobilität birgt diverse Vorteile gegenüber den bestehenden Antriebsformen: 
  1. Piktogramm zeigt ein Mensch der ein Auto mithilfe von Wind- und Solarproduziertem Strom tanktWandel in der Energiepolitik: weg vom Erdöl hin zum Strom aus regenerativen Energien 
  2. Emissionsabbau: der Elektromotor erzeugt lokal keinen Schadstoffausstoß und weniger Lärm 
  3. Wirtschaftskraft: die angestrebte Entwicklung zum Leitmarkt und Leitanbieter hat das Wachstum von Wirtschaft und Beschäftigung zum Ziel 
  4. Effizienzsteigerung: elektrische Antriebe besitzen einen sehr viel höheren Wirkungsgrad als Verbrennungsmotoren und können die eingesetzte Energie effizienter nutzen 
  5. Kostensenkung: durch Massenfertigung der Batterietechnologie und einfachere Fertigungsanlagen für Elektromotoren, wird das eAuto mittelfristig nicht nur die laufenden Kosten sondern auch die Beschaffungskosten ggü. den Bestandsantrieben senken 
  6. Diversifizierung der Modelle nach Nutzungszweck: neben rein elektrischen Fahrzeugen runden Range Extender (Reichweitenverlängerer: Zusatzaggregate, die die Reichweite des Fahrzeugs erhöhen) und Plug-in-Hybride (kombinierter Verbrennungs-Elektro-Antrieb) die Modellvielfalt ab, aus der je nach Bedarf gewählt werden kann [1] 
Um diese Veränderungen voranzutreiben hat die Bundesregierung seit 2009 diverse Programme und Initiativen gestartet, um den Anteil an Elektrofahrzeugen zu steigern und Deutschland zum Leitmarkt und Leitanbieter der Elektromobilität weiterzuentwickeln. Weiterführende Informationen zu den Aktivitäten des Bundes finden Sie durch Anklicken der nachfolgend aufgeführten Links zu dem jeweiligen Thema.

2009: Modellregionen Elektromobilität [2]

2010: Nationale Plattform Elektromobilität [3]

2011-2015: Schaufenster Elektromobilität [4]

2014: Elektromobilitätsgesetz (EmoG) [5]

2015: Anreize für Käufer von Elektroautos [6]

Die Motive für ein Engagement der Stadt Wolfsburg bei der Etablierung der Elektromobilität sind vielfältig. Die kommunale E-Strategie gibt darüber Aufschluss, dass diverse ökologische, ökonomische und soziale Faktoren die Förderung der Elektromobilität in Wolfsburg veranlassen. Dazu zählen u. a.:

  • Förderung einer klimagerechten Verkehrs- und Energiepolitik in Wolfsburg (z.B. Stärkung des Umweltverbundes; Steigerung von Intermodalität (=mehrere Verkehrsarten innerhalb einer Reisekette) und Multimodalität (=Verwendung verschiedener Verkehrsmittel innerhalb eines bestimmten Zeitraums, z.B. einer Woche))
  • Reduzierung verkehrsbedingter Emissionen im Stadtgebiet (CO2- und Lärmminderung)
  • Elektromobilität als Zukunftsmarkt, Wirtschaftsfaktor und Wachstumstreiber durch innovative Produkte und Dienstleistungen
  • Die Weiterentwicklung von Elektromobilität sowie Informations- und Kommunikationstechnologien erleichtert den Zugang zu neuen Mobilitätsangeboten
  • Elektromobilität steht stellvertretend für ein verändertes Mobilitätsbewusstsein und die adäquate Reaktion auf gesamtgesellschaftliche Trends
  • Mit Elektromobilität bieten sich Möglichkeiten einer integrierten Stadt- und Verkehrsentwicklung und der Etablierung kooperativer Strukturen mit verschiedenen Akteuren

In der Elektromobilitätsstrategie 2015 – 2025 wird als übergeordnetes Ziel  die Entwicklung Wolfsburgs zu einer Modell- und Referenzstadt für Elektromobilität innerhalb Deutschlands genannt. Dieses Ziel soll durch unterschiedlichste Aktivitäten und Projekte erreicht werden, bei denen sich die Stadt Wolfsburg engagiert.

Nachfolgend werden einige der bisherigen Ansätze, die die Stadt zur Erreichung dieser Zielsetzungen verfolgt hat, vorgestellt.

Einleitung

eCAR lädt an DC-Ladesäule am Willy-Brandt-Platz/ Hauptbahnhof WolfsburgElektromobilität wird auf bundes-, landes- und kommunalpolitischer Ebene als ein Schlüssel zur klimafreundlichen Mobilität und Teil der Energiewende gesehen. Deutschland soll zum Leitmarkt für Elektromobilität werden. Hierzu verfolgt die Bundesregierung das Ziel, dass bis 2020 eine Million Elektrofahrzeuge auf Deutschlands Straßen fahren. Voraussetzung für die Verbreitung der Elektromobilität und deren Akzeptanz beim Bürger ist ein bedarfsgerechtes Netz an zuverlässigen, sicheren und barrierefreien Ladestationen

Rolle der Kommunen

Kommunen kommt bei der Förderung der Elektromobilität eine bedeutende Rolle zu, da sie als Umsetzungsebene zahlreiche Gestaltungsspielräume haben, um Elektromobilität im urbanen Raum auszuprobieren, dem Nutzer gegenüber zu kommunizieren und letztlich im Stadtbild zu verankern.

Aufbau bedarfsgerechte Ladeinfrastruktur

Ein wesentliches Hemmnis für die Verbreitung der Elektromobilität ist die mit 100-150 km noch recht geringe Reichweite von Elektrofahrzeugen. Dabei ist das Elektroauto bereits heute ein ideales Stadtfahrzeug. Der Großteil der Autofahrer legt am Tag etwa 40 km zurück, so dass die Fahrzeuge bereits heute 2-3 Tage mit einer Aufladung gefahren werden können.

Voraussetzung für die Verbreitung der Elektromobilität und deren Akzeptanz beim Bürger ist ein flächendeckendes Netz an zuverlässigen, sicheren und barrierefreien Ladestationen. Insbesondere mit sog. Schnellladesäulen können Elektrofahrzeuge in ca.  30 Minuten wieder vollständig aufgeladen werden.

Ermittlung geeigneter Standorte im Stadtgebiet

Entscheidend bei der Standortfindung sind Merkmale wie hohe Frequenz am Standort, Publikumswirksamkeit sowie Schnittstellen mit anderen Nutzungen. Ein idealer Standort zeichnet sich durch eine gute Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr aus, da so eine intermodale Vernetzung der Verkehrsträger erfolgen kann. In die Standortwahl sollte vorab eine Analyse bestehender Stromnetzinfrastrukturen einfließen.

Vorteile Elektromobilität

Da an den Wolfsburger Ladesäulen ausschließlich Ökostrom geladen wird, sind die Elektroautos CO2-frei unterwegs. Im Gegensatz zu Verbrennungsmotoren sind die Fahrzeuge zudem leise und stoßen keine Schadstoffe wie Feinstaub aus. Die Elektromobilität trägt somit zu einer klimafreundlicheren und zukunftsfähigen Mobilität bei. An den meisten Ladesäulen im Stadtgebiet genügt es, am Display der Ladesäule den gewünschten Ladepunkt auszuwählen und anschließend das Auto mit der Ladesäule über ein Ladekabel zu verbinden

Ergebnisse / Ausblick

Wolfsburg setzt sich in besonderem Maße für die Elektromobilität ein und möchte als Standort von Volkswagen sowie den lokalen und regionalen Kompetenzen in Wissenschaft und Technik in den nächsten zehn Jahren zu einer Modell- und Referenzstadt für Elektromobilität werden. Damit verbunden ist zum einen die Zielstellung einer klima- und stadtverträglicheren Mobilität, zum anderen aber auch eine aktive Rolle bei der Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit im Feld Elektromobilität.

Darauf aufbauend wurden mit dem Zielhorizont 2025 für den Bereich Elektromobilität Teilziele formuliert und 12 Handlungsfelder definiert. Die Handlungsfelder sind unmittelbar oder mittelbar durch die Stadt Wolfsburg gestaltbar bzw. beeinflussbar. 

Karte zeigt E-Ladesäulen im StadtgebietFoto: Fischer, Nicole (31)

Um die richtige Karte im Stadtplan aufzurufen, klicken Sie bitte wie folgt:

  1. Rufen Sie den Stadtplan auf
  2. Das blaue Symbol "Karten" unten links in der Ecke anklicken 
  3. Die Themenkarte "Fahrradstadtplan" anklicken
  4. Auf den Reiter "Ebenen" klicken und dort den Harken "Elektromobilität" setzen
Ein Verkehrsschild erlaubt das Parken für Elektrofahrzeuge

Elektroautos parken in Wolfsburg 3 Stunden kostenlos  - zusätzlich kann in einem dichten Netz von Ladesäulen Strom getankt werden

Wer in Wolfsburg ein Elektroauto, einen Plug-In-Hybriden oder ein Brennstoffzellenauto bewegt, parkt seit Ende 2015 kostenlos auf gebührenpflichtigen öffentlichen Stellflächen. Dabei darf die Höchstparkdauer, die in der Regel drei Stunden beträgt und für alle Fahrzeuge gilt, nicht überschritten werden. Die Gebührenbefreiung endet am 31. Dezember 2017

Bedingung dafür ist die Verwendung einer Parkscheibe als Beleg für die Parkdauer sowie entweder das neue E-Nummernschild oder ein Sonderparkausweis als Nachweis für ein entsprechendes Fahrzeug. Das E-Kennzeichen kann bei der Zulassungsstelle, der Sonderparkausweis beim Ordnungsamt der Stadt Wolfsburg, Porschestraße 49 beantragt werden. Der Sonderparkausweis ist kostenlos. Er wird auch Fahrzeughaltern für das Stadtgebiet von Wolfsburg ausgestellt, die nicht in Wolfsburg wohnen oder deren Fahrzeug nicht in Wolfsburg angemeldet ist.

Die Regelungen wurden im Zuge des Elektromobilitätsgesetzes umgesetzt. Es erlaubt den Kommunen, Elektrofahrzeuge im Verkehr zu bevorrechtigen. Die Umsetzung ist ein weiterer Baustein zur Förderung der Elektromobilität in Wolfsburg und ergänzt die bereits umfangreiche Ladeinfrastruktur sowie das Angebot des eMobility Cube.

An 81 Ladepunkten und 19 Standorten im öffentlichen oder halböffentlichen Raum können Elektrofahrzeuge geladen werden. In der Anfangsphase des Elektromobilitätsmarktes ist der Strom noch kostenlos. Ladesäulen finden sich beispielsweise am Hauptbahnhof, am Bahnhof Fallersleben, der eMobility Station, in der Poststraße, in der Rathausstraße oder am Otto-Wels-Platz. 

Unser neuer Stadtplan bietet einen Überblick über die Ladesäulen

Wer Elektromobilität einmal selbst ausprobieren möchte, kann sich beim eMobility Cube für das e-Car und e-Bike Sharing anmelden.

eMobility Card für WolfsburgSeit geraumer Zeit ist es erklärtes Ziel der Stadt Wolfsburg, die Verkehrssituation am Nordkopf (=dynamischer Stadtbereich in Wolfsburg, der das nördliche Ende der Stadtmitte darstellt) neu zu gestalten und die Belastungen durch das hohe Aufkommen des MIV (=motorisierter Individualverkehr) im Innenstadtbereich zu verringern. Ratsbeschlüsse für ein neues Verkehrskonzept am Nordkopf sowie für die Erprobung  von Elektromobilitätsanwendungen im Stadtteil Stadtmitte lagen bei der Planung und Initialisierung des Förderprojekts bereits vor. Daraus zu entwickelnde langfristige Zukunftsvorhaben erstrecken sich daher von der Neuordnung des ZOB (Zentraler Omnibusbahnhof) bis hin zum Aufbau eines zentral gelegenen Mobilitätszentrums als Drehscheibe für diverse Mobilitätsdienstleister und -angebote in Wolfsburg.

Im Rahmen des Schaufensters Elektromobilität hat die Stadt 2013 den Vorstoß gewagt, ein temporäres Mobilitätszentrum mit dem Schwerpunkt auf der Elektromobilität zu entwickeln und umzusetzen. Die Kernkonzeption, welche 2013 zwischen verschiedenen Stellen der Stadt Wolfsburg und der Wolfsburg AG als Partner im Projekt entwickelt wurde, sah vor, mehrere Mobilitätsangebote und -dienstleistungen innerhalb dieses neuen Standorts zu vernetzen und mit weiterführenden Dienstleistungen (hier insbesondere aus dem Themenfeld „Arbeiten“) miteinander zu verknüpfen. Grundlage hierfür war das Micro-City-Konzept der Zukunftsforschung der Volkswagen AG, welche das Projekt ebenfalls als Partner unterstützt hat. Mit diversen Zielen und Teilprojekten wurde die komplexe Projektidee als Förderprojekt für die Bewerbung der Metropolregion Hannover-Braunschweig-Göttingen-Wolfsburg als Schaufenster Elektromobilität im Herbst 2013 mitangemeldet.

Von der Zusage der Förderung des Wolfsburger Vorhabens durch die NBank und das Niedersächsische Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr im Februar 2014, über die Umsetzungsphase bis hin zur tatsächlichen Betriebszeit des neu geschaffenen Angebotes hatte die Stadtverwaltung somit nur 22 Monate Zeit, das Projekt zu realisieren. Das im Förderbescheid festgelegte Laufzeitende dieses Schaufenster-Projekts wurde somit seitens des Fördermittelgebers von Beginn an auf den 31.12.2015 datiert. 

Mit Schaubildern, Fotos und Erläuterungen wird nachfolgend dargelegt, welche Teilbereiche das Projekt umfasste, wie die Umsetzung aussah und welche Ziele mit den Bestandteilen verfolgt wurden.

Weiterführende Informationen zum Projekt

Bildergalerie

eMCube: ADAC betreibt Servicepunkt für eBikes und eCars in Wolfsburg

Die offizielle Eröffnung findet am 28. Oktober 2016 um 13 Uhr im ADAC ServiceCenter, Kleiststraße 3 in Wolfsburg statt

Das temporäre Mobilitätszentrum der Stadt Wolfsburg

Ein Pilotprojekte förderte und zeigte neuen Mobilitätsformen