Städtebauliche Projekte

Städtebauliche Planungen und Projekte

Wolfsburg als junge, dynamische Stadt ist stets im Wandel. Dies gilt auch für die städtebauliche Entwicklung.

Eine Luftaufnahme der Porschestraße © Hans BertramDie Abteilung Stadtplanung erarbeitet und beauftragt Studien und Untersuchungen zur Geschichte, zum aktuellen Zustand und zur strategischen Entwicklung bestimmter Bereiche in der Stadt. Dazu gehört auch die Projektentwicklung der beiden großen städtischen Wohnungsbauprojekte Hellwinkel und Nordsteimke.

Weiterhin initiiert und begleitet die Stadtplanung Wettbewerbsverfahren innerhalb der Stadtverwaltung Wolfsburg zusammen mit den Wohnungsbaugesellschaften und privaten Bauherren. In wichtigen Stadtentwicklungsbereichen wie dem Nordkopf werden auch Investorenprojekte von der Planung bis zur Umsetzung stadtgestalterisch betreut.

Aktuelle Projekte der Stadtentwicklung

Ein privater Investor möchte seine Firmenzentrale auf dem Grundstück der ehemaligen Firma Naturstein Billen errichten. Durch eine qualitativ hochwertige Neubebauung an diesem Standort kann das traditionelle Gelände an der Berliner Brücke als östlicher Stadteingang angemessen und erlebbar gestaltet werden und gleichzeitig als wichtiger Impulsgeber für das angrenzende gewerblich geprägte Stadtquartier gelten. Das Verfahren erfolgte als parallele Mehrfachbeauftragung in Form eines hochbaulichen Gutachterverfahrens auf der Basis des Städtebaulichen Strukturkonzepts Gewerbegebiet Dieselstraße. An dem Verfahren haben die Büros khs architekten (Wolfsburg), Architekten Reichel und Stauth (Braunschweig) und struhk Architekten (Braunschweig) teilgenommen.

Zur Beurteilung der Arbeiten wurden durch das Gutachtergremium folgende Kriterien herangezogen: Städtebauliches Gesamtkonzept, Architekturqualität, Freiraumqualität, Funktionsfähigkeit und sinnvolle Einbindung des denkmalgeschützten Pavillons. Unter Vorsitz von Prof. M. Schirmer hat das Gremium die Empfehlung abgegeben, den Beitrag von Reichel und Strauth weiter zu bearbeiten.

Im Bereich des Gewerbegebietes Dieselstraße bestehen bei einer Reihe von öffentlich genutzten Gebäuden und gewerblichen Betrieben mittel- bis langfristige Veränderungsnotwendigkeiten. Die damit verbundenen Umstrukturierungspotentiale geben Raum für neue Entwicklungsperspektiven mit intensiveren und hochwertigeren Nutzungsmöglichkeiten als Impuls für einen notwendigen Aufwertungsprozess.

Die Dieselstraße als östliche Verlängerung der Stadtachse Heinrich-Nordhoff-Straße und Heßlinger Straße bildet eine wichtige Stadtzufahrt, die vor allem auch im Kreuzungsbereich mit dem Berliner Ring eine hohe verkehrliche Zentralität besitzt. Die damit verbundene öffentliche Wahrnehmung und die unmittelbare Nähe zur Innenstadt in Verbindung mit zentralen Attraktionen wie DOW (Designer Outlet Wolfsburg), Autostadt, Phaeno und der ErlebnisWelt Allerpark verlangt nach einer markanten städtebaulichen Ausprägung.

Mit dem Städtebaulichen Strukturkonzept erhält das Gewerbegebiet Dieselstraße neue funktionale Entwicklungsperspektiven sowie rahmensetzende Ziele und Maßnahmen, die den Charakter und die Gestaltung des Gebietes perspektivisch vorgeben. Auf Basis des Strukturkonzeptes wurden Städtebauliche Studien für das ehemalige Grundstück Billen, den Neubau der Feuerwache und die Wohnbauentwicklung Alte Baumschule parallel erarbeitet und derzeit im Planungsrecht umgesetzt.

Das neue Stadtquartier Hellwinkel (ca. 750 Wohneinheiten) liegt, umgeben von vorhandenen Siedlungseinheiten der 50er Jahre am östlichen Innenstadtrand. Mit der Umwandlung der beiden zurzeit dort noch befindlichen Kleingartenareale, wird das größte noch vorhandene innerstädtische Flächenreservoir aktiviert.

Durch die Umwandlung der Kleingartenanlage zu einem Wohngebiet kann auf die Nachfrage nach neuem Wohnraum in Wolfsburg reagiert werden. Es sind zwei Bauabschnitte vorgesehen, von denen der erste voraussichtlich im Januar 2016 mit ersten Erschließungsmaßnahmen startet, gefolgt vom zweiten, der 2019 beginnen soll.

Weitere Informationen zum Wohnquartier

Die „Höfe“ westlich der Porschestraße sind die „Altstadt“ der modernen Stadt Wolfsburg. Als erstes Wohnquartier für die Arbeiter des VW-Werks wurden Sie zwischen 1939 und 1942 erbaut. Gebäude, Innenhöfe und Straßenräume bilden eine eng verzahnte Einheit. Ruhe, Naturnähe und ein übergeordneter gestalterischer Zusammenhang stellen eine große Qualität für innerstädtisches Wohnen dar und geben den Höfen ihren starken Charakter.

Wegen ihrer stadtgeschichtlichen Bedeutung und ihren bau- und freiraumhistorischen Besonderheiten beantragt die Stadt für die „Höfe“ seit 2010 Fördermittel aus der Städtebauförderung des Bundes in der Programmkomponente „Städtebaulicher Denkmalschutz“. Parallel dazu wurden vertiefende Untersuchungen zur Vorbereitung und Durchführung von Sanierungsmaßnahmen erarbeitet. Im September 2014 wurde ein weiterer Förderantrag in der Programmkomponente „Nationale Projekte des Städtebaus“ beim Sozialministerium Niedersachsen eingereicht.

Dieses größte noch unbebaute Grundstück am Nordkopf wartet auf eine passende hochbauliche Entwicklung. Gemeinsam mit dem Grundstück neben dem JobCenter bietet sich hier die Möglichkeit, an zentraler Stelle der Stadt eine Architektur umzusetzen, die sowohl städtebaulich als auch mit ihren Nutzungsangeboten im Kernbereich der städtischen Entwicklungsdynamik platziert ist und den wichtigen Übergang vom Nordkopf in die Porschestraße nachhaltig prägen kann.

Lichtmasterpläne haben das Ziel, strategisch das Erscheinungsbild von Stadträumen aufzuwerten. Auch die Stadt Wolfsburg hat entschieden, sich diesbezüglich zu positionieren. Attraktiv soll Stadt auch im Dunkeln sein, ihre Besonderheiten als Merkzeichen akzentuieren und Aufenthaltsqualität schaffen. Hinzu kommen die Aspekte von Orientierung und Sicherheitsgefühl. Im Zuge der Diskussion um Energieverbrauch und Nachhaltigkeit gewinnt der Aspekt der Verbesserung des Nachtbildes der Stadt bei gleichzeitiger Reduzierung des Energieverbrauchs an Bedeutung.

Zusätzlich werden die negativen Auswirkungen von Lichtsmog, der "Verlust der Nacht" und der gigantische jährliche Verlust an nachtaktiven Insekten thematisiert.

Der Masterplan wird in 3 Schritten erarbeitet. Auf eine umfassende Analyse folgte das Konzept, das in Plänen und einer Broschüre die Leitlinien zum Funktionalen Straßenlicht, zum Akzent- und Architekturlicht und zum Werbelicht in Wolfsburg darstellt und erläutert. Daraus werden Maßnahmenvorschläge abgeleitet. Nach der Umsetzung von zwei Pilotprojekten und einer Beteiligung von Bürgern, Einzelhandel und anderer Träger öffentlicher Belange wird eine Beschlussfassung im Stadtrat vorbereitet.

Am Nordkopf soll bis 2017 das neue Verwaltungsgebäude der Stadtwerke, der sogenannte Wolfsburger Nordkopftower entstehen. Ziel ist es mit einem Neubau am Nordkopf eine städtebauliche Dominante zu schaffen und somit die Eingänge in das Designer Outlet Center, in die Autostadt und in die Innenstadt aufzuwerten. Den Hochpunkt bildet ein mehrgeschossiges Gebäude im Bereich des Kreuzpunktes mit der Heßlinger Straße. Mit dem neuen Verwaltungsgebäude werden zusätzliche Büroflächen geschaffen. Dazu gehören auch zusätzliche Stellplätze, die in einem Parkhaus im Blockinneren untergebracht werden.

Der „Nordkopf“ präsentiert sich heute als zeitgenössisches Stadtentrée  - wo noch vor 20 Jahren zugige Weite herrschte, verdichtet sich heute ein neues Bild der Stadt im Übergangsbereich von Hauptbahnhof, Porschestraße und der Autowelt von Volkswagen auf der anderen Seite des Mittellandkanals. Auf Grundlage des 2007 entwickelten „Masterplan Nordkopf“ begleitet die Stadtplanung in diesem Stadtbereich die Umsetzung aller öffentlichen und privaten Hochbauprojekte sowie die Entwicklung und Gestaltung der neu entstehenden öffentlichen Räume.

So wurden in den letzten Jahren gegenüber dem Hauptbahnhof ein Hotelneubau und davor ein neuer dreieckiger Platz gebaut, der das Netz der öffentlichen Räume am Nordkopf um einen weiteren Aufenthaltsort bereichert. Unterhalb der neuen Platzfläche liegt eine neu errichtete Tiefgarage, die mit den Parkmöglichkeiten unter BKK und Phaeno einen Verbund bildet.

Aktuell macht die veränderte Nahverkehrskonzeption im Großraum Braunschweig es erforderlich, hinter dem phaeno einen neuen Bahnsteig und ein neues Gleis für die Zugverbindung nach Stendal zu bauen. Die Stadt wird diese Maßnahmen nutzen, auch entlang der Gleise die neu zu ordnende Raumsituation gestalterisch in den Zusammenhang der schon vorhandenen Freiräume zu integrieren.

Die Parkplatzflächen westlich des Hauptbahnhofs und des Cinemaxx bilden die große Flächenreserve für die (Innen)Stadtentwicklung Wolfsburgs in den kommenden Jahrzehnten. In unmittelbarer Nähe des ICE-Halts ist die Verknüpfung der unterschiedlichen Verkehrsarten das wichtigste Zukunftsthema.

Die Porschestraße ist das Rückgrat der Wolfsburger Innenstadtentwicklung. Die wichtigsten öffentlichen und kulturellen Bauten sind hier wie an einer Perlenschnur aufgereiht. Diese zentrale Straßenachse wird nach dem Planer und späteren Stadtbaurat von Wolfsburg Peter Koller auch „Koller-Achse“ genannt. Hier konzentrieren sich auch die wichtigen Einkaufsmöglichkeiten. Die 2004 vom Rat der Stadt beschlossene „Masterplanung Porschestraße“ ist die Grundlage der Umgestaltung der Fußgängerzone, die deutlich zur Attraktivitätssteigerung der Innenstadt beigetragen hat. Das öffentliche Leben der Stadt spielt sich im Wesentlichen in diesem „Wohnzimmer“ Wolfsburgs ab. Die Ballung öffentlicher und kultureller Funktionen an den beiden Enden der Porschestraße werden als „Südkopf“ (am Klieversberg) und als „Nordkopf“(am HBF) bezeichnet.

Der „Südkopf“ als landschaftlich geprägter Mündungsraum der Porschestraße am Klieversberg ist mit Hans Scharouns Theater, dem Kulturhaus von Alvar Aalto, dem Kunstmuseum , dem Planetarium und dem Kongresszentrum ein kultureller Hotspot Wolfsburgs. Dessen Wahrnehmung und Gestaltung wird in den kommenden  Jahren durch den Ausbau der Neuen Schule mit dem Bildungshaus an Kontur und Ausstrahlung gewinnen. Eine „Bildungs-Landschaft„ im wörtlichen und im übertragenen Sinne soll hier entstehen. Die Planungsprozesse - von grundsätzlichen Überlegungen über die Gestaltung der Freiräume bis zur Anordnung der geplanten Neubauten - werden von der Stadtplanung kontinuierlich begleitet.

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