Bauantragsverfahren

Alles Wissenswerte rund um den Bauantrag und die Baugenehmigung

Das Bauordnungs- und Bauplanungsrecht regelt die Bebauung von Grund und Boden. Bauvorhaben müssen grundsätzlich diesen geltenden Regelungen entsprechen, um nicht dem Tatbestand eines sogenannten "Schwarzbau" zu erfüllen.

Eine Hand hält ein Haus vor einer Planungsskizze © Gerhard Seybert - Fotolia.com

Unter den Begriff Baumaßnahmen fallen neben der Errichtung von baulichen Anlagen auch die Nutzungsänderung, die Änderung und der Abbruch von baulichen Anlagen. 

Baumaßnahmen sind genehmigungspflichtig nach § 59 Niedersächsischer Bauordnung oder zumindest anzeigepflichtig nach § 62 Niedersächsische Bauordnung. Das bedeutet, dass vor Beginn des Bauvorhabens eine Baugenehmigung durch den Bauherren einzuholen ist oder die geplante Baumaßnahme beim Bau-Bürger-Büro anzuzeigen ist.

Gegebenenfalls kann es auch entbehrlich sein einen Bauantrag zu stellen, weil es sich bei Ihrem Bauvorhaben um ein sogenanntes genehmigungsfreies nach § 62 Niedersächsische Bauordnung oder verfahrensfreies Bauvorhaben nach § 60 Niedersächsische Bauordnung handelt.

Soweit Sie eine genehmigungspflichtige Baumaßnahme auf Ihrem Grundstück umsetzen möchten, müssen Sie einen Bauantrag stellen, um die benötigte Baugenehmigung zu erhalten.

Voraussetzungen hierfür sind:

  • Erstellen des Bauantrages durch einen sogenannten Entwurfsverfasser

Der Bauherr muss sich gemäß § 53 Niedersächsische Bauordnung eines qualifizierten Entwurfsverfassers (Architekt, eingetragene Entwurfsverfasser usw.) bedienen, andernfalls wird der Bauantrag formell abgewiesen. 

  • Unterlagen

Je nach Art des Bauvorhabens gehören abhängig vom Einzelfall zum Bauantrag folgende Unterlagen:

  • Bauantragsformular
  • Baubeschreibung
  • Lageplan
  • Grundrisszeichnungen
  • Schnittzeichnungen
  • Ansichtszeichnungen
  • Berechnungen der Grundflächenzahl, der Geschossflächenzahl, des Bruttorauminhaltes
  • Nachweis der Kfz-Einstellplätze
  • Standsicherheitsnachweis
  • Erhebungsbogen für Statistik.

Bitte beachten Sie, dass die genannten Unterlagen für die Einreichung des Bauantrages nur den Regelfall darstellen. Je nach Art und Umfang des Bauvorhabens sind ggf. noch weitere Unterlagen notwendig.

Der Bauantrag ist mindestens in zweifacher Ausfertigung einzureichen und muss vom Entwurfsverfasser und vom Bauherren unterschrieben sein.

Die Formerfordernisse für das Baugenehmigungsverfahren sind in der Bauvorlagenverordnung geregelt.

  • Gebühren

Die Baugenehmigung ist kostenpflichtig. Die Gebühren richten sich nach der Baugebührenordnung und sind von einer Vielzahl von Faktoren (z.B. Rohbauwert, Art des Genehmigungsverfahrens usw.) abhängig.

Sollten Sie eine verbindliche Auskunft wünschen, wenden Sie sich bitte an die Kolleginnen und Kollegen des Bau-Bürger-Büros.

  • Weitere Genehmigungen

Erfolgt im Rahmen der Baumaßnahme eine Ableitung des Schmutz- oder Regenwassers, ist in der Regel eine Entwässerungsgenehmigung erforderlich. Fachauskünfte erteilt die Abteilung Grundstücksentwässerung der Wolfsburger Entwässerungsbetriebe (Tel. 05361 28-1250).

Bei schwierig zu beurteilenden Bauvorhaben oder Bauvorhaben, die nicht im Geltungsbereich eines Bebauungsplanes liegen, bzw. wenn Sie Rechtssicherheit wünschen, empfiehlt es sich, eine Bauvoranfrage (§ 73 Niedersächsische Bauordnung) zu stellen. Diese können Sie auch stellen, bevor Sie ein Grundstück erwerben. 

Die Bauvoranfrage sollte folgende Angaben enthalten:
  • Antragsformular gemäß § 73 Niedersächische Bauordnung verwenden
  • Genaue Bezeichnung des Baugrundstücks; Lageplan oder Auszug aus dem Liegenschaftskataster
  • Lage des Bauvorhabens auf dem Grundstück
  • Kurze Beschreibung des Vorhabens

Je genauer die Angaben, desto genauer kann auch der Bauvorbescheid gefasst werden. Eine Bauvoranfrage kann jeder stellen, es ist nicht erforderlich, sich eines Entwurfsverfassers zu bedienen. Der Bauvorbescheid ist kostenpflichtig.

Nicht für jedes Bauvorhaben wird eine Baugenehmigung benötigt. Allerdings bedeutet die Tatsache, dass keine Baugenehmigung notwendig ist, nicht, dass jeder so bauen kann wie er will. Auch genehmigungsfreie Bauvorhaben dürfen nicht gegen öffentliches Baurecht verstoßen!

Zum Beispiel glauben immer mehr Bauherren, dass Gebäude ohne Fundament (z. B. ein Carport, eine Gartenhütte) ohne Baugenehmigung bzw. ohne Mitteilung nach § 62 Nds. Bauordnung errichtet werden dürfen.

Dies trifft in der Regel nicht zu. Bitte beachten Sie die Informationen auf dieser Seite und informieren Sie sich im Zweifel im Bau-Bürger-Büro.

Verfahrensfreie Baumaßnahmen nach § 60 Niedersächsischer Bauordnung können ohne Baugenehmigung bzw. Bauanzeige errichtet, in bauliche Anlagen eingefügt und geändert werden. Das öffentliche Baurecht ist unabhängig von der Verfahrensfreiheit von dem Bauherren einzuhalten.

Im Anhang der niedersächsischen Bauordnung finden Sie eine Auflistung von verfahrensfreien Bauvorhaben.

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