Pflegebedürftigkeit und Pflegegrade

Nach dem Sozialgesetzbuch, Kapitel 11 sind Personen pflegebedürftig, die gesundheitlich bedingte Beeinträchtigungen der Selbständigkeit oder der Fähigkeiten aufweisen und deshalb Hilfe durch andere bedürfen. Es muss sich um Personen handeln, die körperliche, kognitive oder psychische Beeinträchtigungen oder gesundheitliche bedingte Belastungen oder Anforderungen nicht selbständig kompensieren oder bewältigen können. 

Diese müssen auf Dauer bestehen, also voraussichtlich für mindestens 6 Monate.

Für die Einordnung in einen Pflegegrad ist es wichtig, wie eingeschränkt die pflegebedürftigen Personen in ihrer Selbständigkeit und/oder ihren Fähigkeiten sind.

Im Rahmen der Pflegebegutachtung wird deshalb die Selbständigkeit oder die Fähigkeit eines Menschen in relevanten Bereichen betrachtet, die für die Bewältigung des täglichen Lebens wesentlich sind und ausschlaggebend für die Bestimmung des Pflegegrades sind: 
  1. Mobilität, 
  2. kognitive und kommunikative Fähigkeiten, 
  3. Verhaltensweisen und psychische Problemlagen, 
  4. Selbstversorgung, 
  5. Bewältigung von und selbständiger Umgang mit krankheits- oder therapiebedingten Anforderungen und Belastungen, 
  6. Gestaltung des Alltagslebens und sozialer Kontakte 

Die beiden Bereiche „außerhäusliche Aktivitäten“ und „Haushaltsführung“ werden mit berücksichtigt, für die Ermittlung des Pflegegrades spielen sie aber keine Rolle.

Feststellung der Pflegebedürftigkeit

Zur Feststellung der Pflegebedürftigkeit wenden Sie sich an Ihre Pflegekasse (in der Regel ist dies die Krankenkasse). Diese lässt durch den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung prüfen, ob die Voraussetzungen der Pflegebedürftigkeit erfüllt sind und welcher Pflegegrad festgelegt wird.

Sind Sie nicht pflegeversichert und besteht auch nicht die Möglichkeit, dass Sie noch in die Pflegeversicherung aufgenommen werden, können Sie sich an den Geschäftsbereich Soziales und Gesundheit - Hilfen für Pflegebedürftige - wenden. Es wird dann eine Untersuchung durch das Gesundheitsamt veranlasst. 

Pflegegrade 

Abhängig von der Beeinträchtigung der Selbständigkeit beziehungsweise der Fähigkeiten werden Pflegebedürftige einem von fünf Pflegegraden zugeordnet. Dabei gilt: je höher der Pflegegrad, desto höher auch die Leistungen.

 Pflegegrad

Art der Beeinträchtigung

    1     Geringe Beeinträchtigung der Selbständigkeit/Fähigkeiten
2 Erhebliche Beeinträchtigung der Selbständigkeit/Fähigkeiten
3 Schwere Beeinträchtigung der Selbständigkeit/Fähigkeiten
4 Schwerste Beeinträchtigung der Selbständigkeit/Fähigkeiten
5 Schwerste Beeinträchtigung der Selbständigkeit/Fähigkeiten mit besonderen Anforderungen an die pflegerische Versorgung

Hilfemöglichkeiten

Die Hilfe zur Pflege umfasst häusliche Pflege, Hilfsmittel, Tages- und Nachtpflege, Kurzzeitpflege und
vollstationäre Hilfe (Betreuung im Pflegeheim). Nähere Informationen dazu lesen Sie bitte hier

Weitere Informationen zu allen Pflegearten finden Sie hier:

Sozialgesetzbuch XI - Soziale Pflegeversicherung (öffnet sich in einem neuen Fenster)


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