Schlossführungen

Besuch im Stadtmuseum und Schloss Wolfsburg

Schlossführungen

Das Stadtmuseum Schloss Wolfsburg lädt zu Rundgängen durch die 700-jährige Wolfsburger Schloss- und gut 75-jährige Stadtgeschichte ein. Begleitet werden die Besucher von Museumsmitarbeiter/innen, die Einblicke unter anderem in die allgemein unzugänglichen Repräsentationsräume Gartensaal, Gerichtslaube und Kaminzimmer im Schloss Wolfsburg bieten. Auf Spaziergängen in die Garten- und Parkanlagen wird deren Entwicklung im Kontext der Schlossgeschichte erläutert.

Es können Besichtigungen zu Einzelthemen oder in Kombination, zum Beispiel Schloss und Stadtgeschichte, gebucht werden. Die Mitarbeiter/innen des Stadtmuseums informieren gern näher und beraten bei der Auswahl.

Schloss Wolfsburg

Schloss WolfsburgDie Anfänge des Schlosses Wolfsburg liegen im Mittelalter, als die Herrn von Bartensleben an diesem Orte Ende des 12. Jahrhunderts einen hölzernen Wartturm zu einer Festung ausbauten. Gut drei Jahrhunderte später wurde diese Anlage zu einem Schloss im Stil der norddeutschen Gartensaal, die diese herrliche Halle einschließenden Räume mit Namen Gerichtslaube und Kaminzimmer sowie der Jagdsaal mit seiner wunderschönen Wandstuckatur sind sichtbare Zeichen dieser Epoche.

1742 starb die Familie der Herren von Bartensleben in männlicher Linie aus. Es war Anna Adelheit Catharina Reichsgräfin von der Schulenburg, die als Tochter und einzige Erbin des letzten Bartensleben’schen Schlossherrn das Bindeglied zwischen den einstigen und den neuen Besitzern nun aus der Familie der Grafen von der Schulenburg- Wolfsburg bildete und als einzige Frau in der 700-jährigen Schlossgeschichte regierte.

Während der Stadtgründungsphase unter den Nationalsozialisten wurden weite Teil des Schulenburg’schen Gutsbesitzes in die Baugebiete von Volkswagenwerk und neuer Stadt integriert. Die Familie der Grafen von der Schulenburg-Wolfsburg bezog daraufhin ein neu errichtetes Schloss in der Altmark und kehrte 1945 zurück in die Wolfsburger Region.

Nach Beendigung des Zweiten Weltkrieges und der Umbenennung der Stadt in Wolfsburg diente der einstige Adelssitz unter anderem als Flüchtlingsheim. Seit Anfang der 1960er Jahre ist die Stadt Wolfsburg selbst Schlossbesitzerin: Die Nutzung des Gebäudekomplexes mit angrenzendem Remisenteil für Kunst und Kultur wurde beschlossen. Unter dem Namen „Schloßstraße 8“, gleichlautend der Postanschrift, bezogen hier Künstlerinnen und Künstler Ateliers und teils auch Wohnungen, darunter der bekannte Architekturfotograf Heinrich Heidersberger. Der Kunstverein Wolfsburg und die Städtische Galerie Wolfsburg erhielten Räumlichkeiten für ihre Sammlung und Wechselausstellungen. Das Stadtmuseum Schloss Wolfsburg fand sein Domizil zunächst im Gewölbekeller des Schlosses und seit dem Jahr 2000 im Fachwerkgebäude der Remisen.

Gartenanlagen von Schloss Wolfsburg

In den Gärten von Schloss Wolfsburg spiegeln sich gut fünf Jahrhunderte Wolfsburger Schloss- und europäischer Ideengeschichte: Der sogenannte Barockgarten wurde in der Zeit des Absolutismus angelegt und spiegelte mit seinen symmetrischen Wegeführungen, einer spezifischen Blumenchoreographie sowie dem typischen Buchsbaumbeschnitt das gesellschaftliche Konzept der politischen Alleinherrschaft und der Beherrschung der Natur durch den Menschen wider.

Blick in den Barockgarten

Einen gestalterischen Gegenentwurf bildete der Englische Landschaftsgarten, der heutige Schlosspark. Diese Parkanlage wurde in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts als eine der Natur nachempfundenen Landschaft mit asymmetrischer Wegeführung, Wiesen und waldigem Baumbestand angelegt.

Blick in den SchlossparkFoto: Meike Felizitas NetzbandtDer Barockgarten ist in seiner ursprünglichen Gestaltung nicht mehr erhalten. Heute lädt eine barockisierende Anordnung mit Verweilen ein. Blumenrabatten, einem
Heckentheater und einstigem Teepavillon zum Verweilen ein. Der Schlosspark mit einer großen Liegewiese, seiner Pflanzenvielfalt, künstlerisch gestalteten Rosenbeeten und modernen Kunstwerken erfreut Spaziergänger, Sonnenanbeter und Picknickfreunde.


Stadtgeschichte im Stadtmuseum Schloss Wolfsburg

In der Dauerausstellung des Stadtmuseums stehen die schwierigen Bedingungen des Aufbaus Wolfsburgs nach dem Zweiten Weltkrieg, die Schaffung von „normalen“ städtischen Infrastrukturen durch Verwaltung und Volkswagenwerk sowie die allmähliche Herausbildung einer Heimat-Identität der vielen von andernorts gekommenen Wolfsburger im Fokus. Erinnerungen an diese „wilde Aufbauzeit“ in den 1950er und 1960er Jahren wecken teils recht schrille Ausstellungsstücke wie ein Pinguin-Anstecker der Pinguin-Milchbar, ein Tefifon oder ein komplett erhaltener Friseursalon.


Blick in die Ausstellung des Stadtmuseums

Wolfsburg und das Volkswagenwerk – Von der Stadt- und Werksgründung

1938 erfolgte die Grundsteinlegung für das moderne Automobilwerk zum Bau des Volkswagen, im selben Jahr wurde die Stadt des KdF-Wagens bei Fallersleben gegründet, die 1945 nach dem 700-jährigen Schloss Wolfsburg am Orte umbenannt wurde.

Das Stadtmuseum in den Remisen widmet sich in seiner Dauerausstellung und in der Dokumentation über die nationalsozialistische Gewaltherrschaft diesem wichtigen Kapitel aus der Gründungszeit von Werk und Stadt.

In dieser Themenführung werden die nationalsozialistische Planung und Realität in der „vorbildlichen Arbeiterstadt“ sowie das Schicksal Tausender Zwangsarbeiter und Kriegsgefangener anhand auch persönlicher Erinnerungsstücke vorgestellt.

Personen in der Dokumentation und Ausstellungsstücke