Stadtmuseum Rückblick 2015

Besondere Blicke auf die Stadtgeschichte und viele neue Bildungsangebote

Das Jahr 2016 startete vor erst wenigen Wochen, da wird es Zeit für einen Rückblick auf das Vergangene und einen Ausblick auf das Kommende in den Historischen Museen Wolfsburg, einem Verbund des Hoffmann-von-Fallersleben-Museums und des Stadtmuseums Schloss Wolfsburg.

Am 9. Mai feierten die Museumsbesucher gemeinsam mit dem Museumsteam ein Jahr neue Dauerausstellung im Hoffmann-von-Fallersleben-Museum mit individuellen Ausstellungsrundgängen und einem Karikaturenworkshop des Wolfsburger Fotografen, Filmemachers und Zeichners Joachim (Ali) Altschaffel.

Mit spitzer Feder – Karikaturenworkshop im Hoffmann-Museum mit Joachim (Ali) Altschaffel, rechts im Bild (Foto: HvFM/Peter Riewald) © Mit spitzer Feder – Karikaturenworkshop im Hoffmann-Museum mit Joachim (Ali) Altschaffel, rechts im Bild (Foto: HvFM/Peter Riewald)

Mehr als 20.000 Besucherinnen und Besucher aus Wolfsburg und der ganzen Welt, von groß bis klein kamen allein im Jahr 2015 in dieses Museum nach Wolfsburg-Fallersleben. Sie sind begeistert über die ideenreiche, moderne und interaktive Ausstellungsgestaltung. Musikalisch verzauberten Marie Luise Linnemann (Gesang) und Gesa Gal (Klavier) mit „Chansons der ‚goldenen‘ Zwanziger Jahre“ im Juli das Museumspublikum.

Chansons der 1920er Jahre mit Marie Luise Linnemann und Gesa Gal (Foto: HvFM/Peter Riewaldt) © Chansons der 1920er Jahre mit Marie Luise Linnemann und Gesa Gal (Foto: HvFM/Peter Riewaldt)

Das Konzert war Teil des Begleitprogramms einer Ausstellung der Arbeitsgemeinschaft Heimatpfleger der Braunschweigischen Landschaft, die ergänzt aus Beständen des Wolfsburger Stadtmuseums die politische Realität und wirtschaftliche Lage im Freistaat Braunschweig in der Weimarer Republik 1918 bis 1933 darstellte. Im November begrüßte das Museumsteam gemeinsam mit dem Verein „Prag live“ den tschechischen Historiker Dr. Miroslav Kunstat zu seinem Vortrag „Ein Dissident als Außenpolitiker: Vaclav Havels Ansätze für eine neue Europa- und Deutschlandpolitik“.

Dr. Miroslav Kunstat zu Gast im Hoffmann-von-Fallersleben-Museum (Foto: HvFM/Meike Netzbandt) © Dr. Miroslav Kunstat zu Gast im Hoffmann-von-Fallersleben-Museum (Foto: HvFM/Meike Netzbandt)

25 Jahre nach der deutschen Wiedervereinigung eröffnete am 4. Oktober die Sonderausstellung „‘Wenn Häuser sprechen könnten – sie würden schreien‘ - Halberstadt zur ‘Wendezeit‘ und heute“.

Halberstadt - Eingang Steinhof, 1990 (oben) und 2015 (unten) (Fotos: Peter Riewaldt) © Halberstadt - Eingang Steinhof, 1990 (oben) und 2015 (unten) (Fotos: Peter Riewaldt)

Fotos zeigten die Veränderungen in Wolfsburgs Partnerstadt am Beispiel der Stadterneuerung, einer Hauptforderung der friedlichen Revolution im Herbst 1989 in Halberstadt. Die in Zusammenarbeit mit dem Städtischen Museum Halberstadt, dem Wolfsburger Fotografen Manfred Hensel sowie den Fotoclubs Wolfsburg und Halberstadt entstandene Ausstellung erfreute sich großer Resonanz und war bis zum 21. Februar 2016 zu sehen. Im Rahmen des Begleitprogramms stellte das Museumsteam am 24. Januar 2016 Literatur zum Alltag in der DDR und zur Wiedervereinigung vor. Kuratorin Ute Lilly Mohnberg begrüßte zur Finissage am 21. Februar 2016 Peter Riewaldt vom fotoclub wolfsburg e.v., der maßgeblich zum Gelingen der Ausstellung mit seinen Bildern beitrug.

Ute Lilly Mohnberg und Dietz Kagelmann in der Halberstadt-Fotoausstellung (Foto: HvFM/Meike Netzbandt) © Ute Lilly Mohnberg und Dietz Kagelmann in der Halberstadt-Fotoausstellung (Foto: HvFM/Meike Netzbandt)

Der zweite Gast dieses Nachmittags war Dietz Kagelmann. 1991 wurde der Verwaltungsbeamte von der Stadt Wolfsburg für ein halbes Jahr nach Halberstadt abgeordnet. Er blieb 20 Jahre, in denen er in verschiedenen leitenden Positionen die beeindruckenden Veränderungen in Wolfsburgs Partnerstadt begleitete und mitgestaltete.

Die Veranstaltungsplanung 2016 im Hoffmann-Museum steht primär im Zeichen des 175. Jubiläums der Dichtung des „Lieds der Deutschen“, dessen dritte Strophe Deutschlands Nationalhymne ist. Hoffmann von Fallersleben schrieb sie am 26. August 1841 auf der damals britischen Insel Helgoland. Aus diesem Anlass startet das Museum im April mit einer Ausstellungs-, Konzert- und Veranstaltungsreihe zur Hymne und zum politischen Lied in der Gegenwart.

Auch das Stadtmuseum in den Remisen am Schloss Wolfsburg blickt auf ein gutes Jahr 2015 zurück. Viele Besucherinnen und Besucher zog es erneut in die Dauerausstellung zur Schloss- und Stadtgeschichte. In Wechselausstellungen konnten Einzelthemen umfassender betrachtet werden. So weckte bei vielen Gästen die Ausstellung „Exotik über dem Nierentisch“ persönliche Erinnerungen an Wandmasken, Figuren und Gefäße aus Keramik der Firma Goldscheider.

Die Keramikfigur Marke „Goldscheider – West-Germany“ war zu sehen in der Ausstellung „Exotik über dem Nierentisch“ (Foto: Kornelia Weinert) © Die Keramikfigur Marke „Goldscheider – West-Germany“ war zu sehen in der Ausstellung „Exotik über dem Nierentisch“ (Foto: Kornelia Weinert)

Seit September zeigt das Museum den „Foto-Schatz des Willi Vogelsang. Vorsfelde in den 1930er Jahren“. Die Bilder des Vorsfelder Fotografen (1900-1977), der sein Atelier zunächst in der Kirchstraße 8 (heute an der Propstei) und später in der Lessingstraße 7 hatte, erzählen uns heute viel über dieses Landstädtchen in jener Zeit.

Die Ausstellung entstand in Zusammenarbeit mit dem Heimatverein Vorsfelde. Der Verein ist inzwischen Besitzer der mehr als 2.000 Glasplatten-Negative, mit denen Fotograf Vogelsang einst arbeitete.

Bitte recht freundlich!“ – eine Vorsfelder Familie, fotografiert von Willi Vogelsang (Foto: Willi Vogelsang/Heimatverein Vorsfelde) © Bitte recht freundlich!“ – eine Vorsfelder Familie, fotografiert von Willi Vogelsang (Foto: Willi Vogelsang/Heimatverein Vorsfelde)


Geschichte aus verschiedenen Perspektiven zu erzählen, gelang in ganz unterschiedlichen Programmen: Unter dem Titel „Zeitensprünge“ präsentierten im März zwei Ensembles das Wolfsburger Schloss in historischen Tänzen der Renaissance und des Barock.

Zeitensprünge – „Passo in Aria“ präsentierten Renaissancetanz im Gartensaal von Schloss Wolfsburg (Foto: Stadtmuseum Schloss Wolfsburg/Peter Riewaldt) © Zeitensprünge – „Passo in Aria“ präsentierten Renaissancetanz im Gartensaal von Schloss Wolfsburg (Foto: Stadtmuseum Schloss Wolfsburg/Peter Riewaldt)

An geheimnisvolle Orte des Renaissancebaus wiederum ging Gundula Zahr im September in ihrer Schlossführung, die im Rahmen des Science & Art Festivals „Phaenomenale“ stattfand. 

In einem Vortrag über „die fleißigen Bienen von Wolfsburg“ sprach Willi Schedler, Vorsitzender des Wolfsburger Imkervereins, anschaulich und mit großer Leidenschaft über das Leben dieser „süßen“ Insekten in der Volkswagenstadt und die Qualität ihres Honigs.

Die Holzverarbeitung und Käseherstellung waren Themen der Sonderveranstaltungen in der Landwirtschaftsabteilung, die das Museumsteam mit der Tanz- und Trachtengruppe „De Steinbekers“ zwischen Mai und September an der Historischen Brauscheune durchführte.

De Steinbekers zeigten die Käseherstellung vom Melken bis zum Buttern (Foto: Stadtmuseum Schloss Wolfsburg/Peter Riewaldt) © De Steinbekers zeigten die Käseherstellung vom Melken bis zum Buttern (Foto: Stadtmuseum Schloss Wolfsburg/Peter Riewaldt)

Ein Dreschfest, auf dem die „Steinbekers“ das Getreidedreschen manuell und Mitglieder des Bulldog Clubs Drömling mit der Dreschmaschine vorführten, bildete den Saisonabschluss.

Drescharbeit und Tanzvergnügen beim Dreschfest 2015 (Foto: Stadtmuseum Schloss Wolfsburg/Peter Riewald) © Drescharbeit und Tanzvergnügen beim Dreschfest 2015 (Foto: Stadtmuseum Schloss Wolfsburg/Peter Riewald)

Viele Schulklassen nahmen an den vielfältigen Bildungsprogrammen in beiden Museen teil. So fand im Juli zum zweiten Mal ein Aktionstag des Stadtmuseums in Kooperation mit „De Steinbekers“ für Schüler statt, an dem die Sammlung historischer Landmaschinen und –geräte gezeigt und in altes bäuerliches Handwerk eingeführt wurde. Unter Anleitung konnte am Spinnrad gesponnen, Holz bearbeitet, ein Korb geflochten oder Sahne zu Butter geschlagen werden. Mit viel Freude und Lachen bedankten sich die Schülerinnen und Schüler bei den Veranstaltern.

Impressionen vom Landwirtschaftlichen Aktionstag für Schüler im Juli 2015 (Foto: Stadtmuseum Schloss Wolfsburg/Peter Riewaldt) © Impressionen vom Landwirtschaftlichen Aktionstag für Schüler im Juli 2015 (Foto: Stadtmuseum Schloss Wolfsburg/Peter Riewaldt)

Die Planungen für 2016 sehen daher eine Wiederholung dieses Angebots vor. Genauso wird zum Deutschen Mühlentag am Pfingstmontag, 16. Mai 2016, die Kästorfer Bockwindmühle für Rundgänge geöffnet sein. Und am 22. Mai 2016, dem Internationalen Museumstag, laden das Stadtmuseum und der Foto-Treff Wolfsburg zur Eröffnung der neuen Sonderausstellung über die „Wolfsburger Altstadt“, das Höfeviertel der Kernstadt, in die Remisen am Schloss Wolfsburg ein. Gleich zu Beginn des

neuen Jahres begrüßten am 17. Januar 2016 das Stadtmuseum und die Städtische Galerie zu einem gemeinsamen Foto-Workshop.

Die Wolfsburgerinnen und Wolfsburger und Gäste der Stadt können sich also auch im neuen Jahr auf abwechslungsreiche Ausstellungs- und Veranstaltungsprogramme in den Historischen Museen Wolfsburg freuen.

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