Handwerkerviertel erleben

Geschichten aus der Altstadt - Eine Dokumentation der Ausstellung

Häuser und ihre GeschichtenEin Straßenschild im Handwerkerviertel © Lars Landmann

Das Handwerkerviertel ist ein buntes Quartier mit einer spannenden Mischung aus Wohnen, Gewerbe und Bildungseinrichtungen. Der größte Teil der vorhandenen Bebauung entstand in den 1950er-Jahren. Der zentrale Bereich des Gebietes ist geprägt von den Handwerkerhäusern, in denen die Eigentümer oder Erbbaurechtnehmer wohnten und ihrer Arbeit nachgingen. Straßennamen wie Tischlerstraße, Seilerstraße und Schlosserstraße zeugen von den ursprünglich angesiedelten Gewerken.

Noch heute leben einige der damaligen "Gründer" dieses Stadtquartiers hier. Ihre Geschichten aufzunehmen, weiter zu geben und zu dokumentieren, ist eines der Ziele dieser Ausstellung. Zeitzeugen oder deren Nachkommen geben ganz persönliche Einblicke in den Aufbau ihres Betriebs und den Alltag der ersten Generation.

Fünf Jahre sind eine kurze Zeitspanne für die Entwicklung eines Stadtteils und doch sind bereits weitreichende bauliche Veränderungen erkennbar. Mit der Anpassung des Handwerkerviertels an moderne, zeitgemäße Ansprüche verändert sich auch die Architektur des Gebietes. Wie die Menschen aus der "Gründerzeit" werden die architektonischen Zeitdokumente sukzessive kaum noch aufzufinden sein.

Sanierung des Handwerkerviertels

Die Aufwertung der westlichen Innenstadt ist eines der Ziele der städtebaulichen Entwicklung der Stadt Wolfsburg. Durch seine räumliche Lage am Schnittpunkt zwischen VW-Werk und der Stadt Wolfsburg spielt das Handwerkerviertel eine wichtige Rolle. Seit 2009 ist das Quartier ein Sanierungsgebiet. Nachdem die Entwicklungsziele durch die Stadt festgelegt waren, wurden der Rahmenplan und die daraus resultierenden Maßnahmen zusammen mit den Akteuren vor Ort entwickelt. Sie werden in den nächsten Jahren wichtige Impulse für die positive Weiterentwicklung des Stadtteils geben.

Nach 5 Jahren Sanierungstätigkeit wird jetzt eine erste Zwischenbilanz gezogen. Projekte wie die Umgestaltung des Robert-Koch-Platzes, die Neugestaltung der Poststraße sowie die Sanierung des ehemaligen Ordnungsamtes werden in den nächsten Jahren zu weiteren sichtbaren Veränderungen im Quartier führen. Nicht nur im öffentlichen Raum werden Umgestaltungen erkennbar, auch private Investoren engagieren sich im Handwerkerviertel und werden das architektonische Gesicht des Handwerkerviertels verändern. Die  Zukunft des Handwerkerviertels hat begonnen.

Karte zeigt die einzelnen Objektpunkte der Ausstellung "Geschichten aus der Altstadt"

Seilerstraße 4 Schmiedewerkstatt SchernerDer Rahmenplan für das Handwerkerviertel sieht den Abriss des Hauses vor, um den Schulhof und dem Zusammenwirken der zwei Berufsschulen im öffentlichen Raum mehr Platz zu schaffen.
Ziel ist es, eine großzügige öffentliche Freifläche zu schaffen, um Begegnungen der Menschen im Quartier zu ermöglichen und den Schulen mehr "Luft" zu geben.

Audiokommentar zur Station 1

Wohn- und Geschäftshaus KlarhöferErst Wäscherei, dann Fitnessstudio, später Bordell. Keine der Nutzungen entspricht den heutigen Ansprüchen an das Quartier. Das Handwerkerviertel soll zukünftig ein Wohnort für viele sein. Es werden Wohnräume für Studierende, Zweitwohnsitze für Ingenieure, aber auch Wohnungen für Familien und die Eigentümer der Betriebe geschaffen. Die bunte Vielfalt der Stadt ist hier zu Hause und hat nach dem Umbau der Gebäude in der Seilerstraße einen neuen Ort erhalten.

Audiokommentar zur Station 2

Schachtweg 30 bis 32 Schuhgeschäft SalamanderHeute ist es kaum noch wahrzunehmen: Vor dem Bau des neues Bahnhofs war der Schachtweg durch den Eingang ins VW-Werk über die Wache Steg die wichtigste Einkaufsstraße der Stadt. Die Aufweitungen des Schachtwegs im Norden und Süden sowie die eingeschossige Bebauung auf der Ostseite stammen aus dieser Zeit.
Noch hat die Umnutzung nicht stattgefunden, aber langfristig ist hier eine Veränderung der Bebauung sowie der Nutzung zu erwarten.

Audiokommentar zur Station 3

ArbeitsamtabrissDas 1960 eingeweihte Arbeitsamt am Schachtweg ist 2011 wieder verschwunden. Es hat dem neuen Laborgebäude der Ostfalia Hochschule Platz gemacht. Voraussichtlich Anfang 2015 werden die Bauarbeiten beginnen, so dass ab 2016 der Schachtweg einen neuen Südeingang bekommt. Der Haupteingang des Gebäudes orientiert sich zum Schachtweg und fördert dessen angestrebte Belebung als Nahversorgungsachse.

Audiokommentar zur Station 4

Poststraße 44 Druckereihaus NiedersachsendruckDie älteste Druckerei Wolfsburgs existiert nicht mehr. Die Grundstückszuschnitte der Poststraße 42 und 44 sind so ungünstig, dass eine städtebauliche Neuordnung notwendig wird.
Hier soll beispielhaft der neue Typus des Handwerkerhauses entstehen. Ziel ist es, im kommenden Jahr die alten Gebäude abzutragen, ein Investorauswahlverfahren durchzuführen und ab 2016 das Grundstück neu zu bebauen.

Poststraße 34 Hotel GoyaDas Hotel Goya steht für eine nachhaltige Entwicklung von Gebäuden im Handwerkerviertel.
Die Nutzung wurde in den vergangenen Jahren immer den aktuellen Erfordernissen angepasst, so dass das Hotel heute schon das angestrebte Sanierungsziel im Handwerkerviertel präsentiert.
Eine behutsame Veränderung der Fassade, die kontinuierliche Sanierung der Innnenräume und die optimale Ausnutzung des Grundstücks macht das Hotel zu einer der imageprägenden Adressen im Handwerkerviertel.

Audiokommentar zur Station 6

Poststraße 29 Fleischerei MohrmannAufgrund der geschichtlichen Entwicklung des Viertels vom Gemeinschaftslager mit Baracken zu einem Geschäfts- und Wohnviertel, bestimmen schmale Straßenfronten und lange Grundstückstiefen die Typologie des Handwerkerviertels.
Das ist für die Sanierung eine Herausforderung, denn es gilt, neue Typologien der Nachnutzung für diese untypischen Grundstückszuschnitte zu entwickeln.

Bäckerei GlitzaÄhnlich wie das Haus der Fleischerei ist auch die alte Bäckerei nie verändert worden. Noch wohnt hier die frühere Besitzerin. Doch außer der Wohnnutzung erinnert wenig an die ehemalige Bäckerei.

Ziel ist es, das Gebäude weiterhin als Wohnort zu nutzen, so dass es hier wahrscheinlich nicht zu einer baulichen Veränderung, sondern lediglich zu einer Sanierung kommen wird. 

Audiokommentar zur Station 8

Poststraße 35 / Tischlerstraße 2 Dachdeckerei OlschowskaOlschowka, Dehm, Klarhöfer, Scholz, Ohnesorg, Körner und andere sind Betriebe, die seit 1945 das Quartier aufgebaut und geprägt haben.
Noch heute unterstützen viele dieser Handwerksbetriebe die Arbeit der Sanierung als Mitglieder des Sanierungsbeirates.
Deshalb ist neben der Ansiedlung von neuen Nutzungen im Dienstleistungsbereich auch die Unterstützung der bestehenden Betriebe eine wesentliche Aufgabe der Sanierung.  

Audiokommentar zur Station 9

Heinrich-Nordhoff-Straße 69 Centro ItalianoDas Centro Italiano war der erste Anlaufpunkt für Italienerinnen und Italiener in Wolfsburg.
Mittlerweile hat es eine neue Heimat am Rothenfelder Markt gefunden. Das Grundstück wurde abgeräumt und entsprechend der Ziele der Sanierung mit einem viergeschossigen Bürogebäude bebaut. Das Quartier hat ein neues Gesicht bekommen und der Verkehrslärm der Heinrich-Nordhoff-Straße wird durch das Gebäude abgeschirmt.
Eine Gedenktafel erinnert noch an die Zeit der Italiener im Handwerkerviertel. 

Audiokommentar zur Station 10

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