Stadt stellt Förderkonzept für bürgerschaftliches Engagement vor

Beratungen und Beschlussfassung in den politischen Gremien

Stadt stellt Förderkonzept für bürgerschaftliches Engagement vor © Birgit Maaß (Koordinierungsstelle Bürgerengagement), Erster Stadtrat Werner Borcherding, Oberbürgermeister Klaus Mohrs und Dieter Schöffmann (Bietergemeinschaft VIS a VIS & FOGS GmbH – Köln) präsentieren das Förderkonzept (v.l.)

Das Ehrenamt sichern und stärken – so lautet das Ziel des Förderkonzepts für bürgerschaftliches Engagement, das in einem mehrstufigen Prozess seit September des vergangenen Jahres entwickelt und am 07.10.2015 vom Rat der Stadt einstimmig verabschiedet wurde. Oberbürgermeister Klaus Mohrs und der Erste Stadtrat Werner Borcherding haben das Konzept vorgestellt - zusammen mit Dieter Schöffmann von der Bietergemeinschaft VIS a VIS & FOGS GmbH – Köln. Diese hat einen breit angelegten Beteiligungsprozess begleitet, der mit einer Bestandsaufnahme mit dem Fokus auf das institutionelle Ehrenamt startete. Nach einer Analyse von Stärken und Schwächen sowie Risiken und Chancen der Wolfsburger Engagementlandschaft wurde schließlich das Förderkonzept entwickelt. Basis des Konzeptes sind die Ergebnisse aus den Befragungen, den Interviews und den Foren und damit das Meinungsbild aus den Vereinen und Verbänden.

„Ziel ist es, auf Basis des Förderkonzeptes einen Kulturwandel zu erreichen, der dem Ehrenamt in Wolfsburg einen zukunftssicheren Rahmen bietet. Denn bürgerschaftliches Engagement ist ein unverzichtbarer Wert in unserer Stadtgesellschaft, es dient dem Zusammenhalt und sichert die Daseinsvorsorge“, erklärt Oberbürgermeister Klaus Mohrs.

Das 35-seitige Konzept gliedert sich in sechs Kapitel: Nach der Einführung in Kapitel 1 werden im darauffolgenden Kapitel zunächst wesentliche Erkenntnisse aus der Erhebung dargestellt: Auf der einen Seite fördert Wolfsburg ehrenamtliches Engagement deutlich stärker als andere Städte - der Arbeit gemeinnütziger Organisationen liegt eine gute finanzielle Ausstattung in Wolfsburg zugrunde. Auf der anderen Seite haben zwei Drittel der befragten Organisationen Schwierigkeiten, Bürgerinnen und Bürger für ehrenamtliche Tätigkeiten zu gewinnen.

In Kapitel 3 werden die Zielgruppen des Förderkonzepts benannt. Dies sind Gemeinwohl-organisationen als wesentliche Träger des bürgerschaftlichen Engagements, die für ein Engagement zu Interessierenden Gruppierungen (zum Beispiel Jugendliche, Berufstätige oder Migranten) und Institutionelle Akteure wie Stadt, Bildungsinstitutionen, Arbeitgeber und Medien, die die Rahmenbedingungen für bürgerschaftliches Engagement mit gestalten. Diesen Zielgruppen werden verschiedene Maßnahmen und Ideen vorgeschlagen, um bürgerschaftliches Engagement zu stärken.

Dieter Schöffmann nennt einige Beispiele: „So sollten sich Gemeinwohlorganisationen noch mehr für neue Engagierte öffnen und ein Freiwilligenmanagement aufbauen. Den Arbeitgebern wird vorgeschlagen, Anerkennung und Wertschätzung für das Ehrenamt stärker zu leben und die Vereinbarkeit von Beruf und Ehrenamt zu erleichtern. Bildungsinstitutionen könnten Engagementlernen vermitteln und dazu mit Gemeinwohlorganisationen zusammenarbeiten. Und der Stadt wird empfohlen, das Verwaltungshandeln engagementfreundlicher zu koordinieren, mehr Anlässe für die Würdigung und Anerkennung von bürgerschaftlichem Engagement zu nutzen und Botschafterinnen und Botschafter für das Bürgerengagement zu ernennen.“

Diese und weitere Maßnahmen werden im Kapitel 6 erläutert. In Kapitel 4 sind die Aufträge an die Stadtgesellschaft formuliert und in Kapitel 5 die empfohlene Strategie für die Stadt dargestellt. Hervorzuheben ist dabei insbesondere eine stärkere Vernetzung der Stadtgesellschaft, betont der Erste Stadtrat Werner Borcherding: „Der Wunsch der Vereine und Institutionen miteinander stärker ins Gespräch und den aktiven Austausch zukommen, ist Ergebnis der Erhebung. Deshalb soll ein Netzwerk Bürgerengagement Wolfsburg ins Leben gerufen werden, das Akteure aus den Vereinen und Verbänden zum Beispiel zu bestimmten Themen wie Freiwilligenmanagement oder zu gemeinsamen Aufgabenfeldern an einen Tisch bringt. Dem Rat wird vorgeschlagen, dass die Verwaltung für diese zentrale Maßnahme die Initiative ergreift.“

Exemplarisch für die Netzwerkarbeit soll eine Arbeitsgruppe Hilfsorganisationen die für ihren Bereich spezifischen Herausforderungen bearbeiten und konkrete Maßnahmen entwickeln. „Wie erwartet, beginnt jetzt die eigentliche Arbeit: Die Verwaltung wird ihren wichtigen Teil der Verantwortung tragen und die internen Strukturen ehrenamtsfreundlicher gestalten“, erklärt der Erste Stadtrat weiter.

Zeitschiene im Rückblick:

  • Ratsbeschluss zu Erarbeitung einer Förderstrategie Bürgerengagement am 18.06.14
  • Bestandsaufnahme in Form von einer stadtweiten Befragung der Vereine und Verbände, Interviews mit Schlüsselpersonen und Gruppendiskussionen vom 29.10.14 – 12.02.15
  • Öffentliche Informationsveranstaltungen am 21.10.14 und 19.03.15 mit jeweils ca. 200 TeilnehmerInnen
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