Für Bürger und Mitarbeiter: Handlungskonzept Interkulturelle Stadtverwaltung Wolfsburg vorgestellt

Stadtverwaltung und Klinikum wollen sich noch stärker für Menschen mit Zuwanderungsgeschichte öffnen

Vorstellung Handlungskonzept Interkulturelle Stadtverwaltung © Die Beteiligten am Handlungskonzept Interkulturelle Stadtverwaltung WolfsburgIn Wolfsburg leben rund 125.000 Bürgerinnen und Bürger – mehr als jeder dritte von ihnen hat eine Zuwanderungsgeschichte. Zuwanderung prägt und bereichert Wolfsburg auf vielfältige Weise. Damit die Stadt in einer international aufgestellten Gesellschaft ihre Handlungsfähigkeit zum Wohl der Bürger erhalten und ausbauen kann, ist unter Federführung des Integrationsreferates in den vergangenen Monaten das Handlungskonzept „Interkulturelle Stadtverwaltung Wolfsburg“ entwickelt worden – heute haben der Erste Stadtrat Werner Borcherding, Stadträtin Iris Bothe, der Vorsitzende des Gesamtpersonalrates, Peter Wagner, und die Leiterin des Integrationsreferates, Sylvia Cultus, das Handlungskonzept vorgestellt.

Das Konzept ist das Ergebnis eines umfassenden internen Entwicklungsprozesses, der bereits im Frühjahr 2012 begonnen und Ende des vergangenen Jahres abgeschlossen wurde. An dessen Anfang stand wiederum das  Integrationskonzept „Vielfalt leben“, das der Rat der Stadt im Juli 2011 beschlossen hatte. Das Handlungskonzept definiert ausgehend von fünf strategischen Leitzielen drei Handlungsfelder der interkulturellen Stadtverwaltung.

Zu den Handlungsfeldern gehört das Qualifizierungsmodul interkulturelle Stadtverwaltung – QuiS: Es dient dazu, die interkulturelle Handlungskompetenz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu erweitern und Maßnahmen für den Verwaltungsalltag einer interkulturellen Stadtverwaltung zu erarbeiten. Alle Mitarbeitenden der Stadtverwaltung erhalten ein interkulturelles Training und haben anschließend in einem Workshop die Gelegenheit, Maßnahmen für die interkulturelle Ausrichtung ihres Fachbereichs zu entwickeln.

Ein weiteres Handlungsfeld der interkulturellen Stadtverwaltung ist die Willkommenskultur. Sie soll dazu beitragen, dass sich zugewanderte Bürger noch schneller in Wolfsburg zu Hause fühlen. Außerdem sollen mögliche Zugangsbarrieren abgebaut und Wege der Teilhabe weiter ausgebaut werden.

Interkulturelles Personalmanagement als drittes Handlungsfeld wird dazu führen, dass langfristig mehr Menschen mit Zuwanderungsgeschichte im Dienste der Stadt Wolfsburg beschäftigt werden. So wird auch dem Fachkräftemangel entgegengewirkt.

„Das Vorhaben interkulturelle Stadtverwaltung hilft dabei, um sich den Herausforderungen zu stellen, die sich aus einer von Zuwanderung geprägten Stadtgesellschaft ergeben“, erklärt Stadträtin Iris Bothe und führt weiter aus: „Wir haben einen Prozess begonnen, in dem die Stadtverwaltung ihre Dienste und Leistungen im Hinblick auf die kulturelle Vielfalt der Bürgerinnen und Bürger überprüft und gegebenenfalls verbessert. Dabei kommt es auf jeden der rund 2400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kernverwaltung und die fast 1800 Kolleginnen und Kollegen im Klinikum an.“

Beispielsweise hat das Gesundheitsamt bereits mehrere Maßnahmen durchgeführt: Unter anderem wurden die Einladungsschreiben zur Schuleingangsuntersuchung sprachlich einfacher gestaltet,  Anamnese-Fragebögen sind in mehrere Sprachen wie Italienisch, Arabisch, Türkisch und Englisch übersetzt worden. Das sprachunabhängige Wegweisesystem im Gebäude wurde durch zwei Wegweisefiguren verbessert und Flüchtlinge in Asylbewerberunterkünften werden nicht nur schriftlich, sondern auch mündlich durch die Heimleitungen über Untersuchungstermine informiert. Darüber hinaus fand eine Vernetzung mit den Stadtteilmüttern statt – nach Bedarf finden mehrmals im Jahr Info-Veranstaltungen über die Aufgaben des Gesundheitsamtes und des deutschen Gesundheitssystems statt. Im Bereich Bürgerdienste sind ebenfalls Vordrucke in die am häufigsten in Wolfsburg gesprochenen Sprachen übersetzt worden.

„Angesichts der derzeitigen Flüchtlingssituation kommt der Thematik interkulturelle Stadtverwaltung eine besondere Bedeutung zu. Durch unser gemeinsames Engagement im Arbeitsalltag der Verwaltung und des Klinikums tragen wir dazu bei, dass sich Wolfsburger Bürgerinnen und Bürger, aber auch Menschen hier gut angenommen fühlen können, die erst vor kurzem nach Deutschland geflüchtet sind“ sagt der Erste Stadtrat Werner Borcherding.

Mit dem Handlungskonzept Interkulturelle Stadtverwaltung Wolfsburg wenden sich Stadtverwaltung und Klinikum aber auch an die eigenen Mitarbeiter, erläutert Peter Wagner, Vorsitzender des Gesamtpersonalrates: „Interkulturelle Schulungen sind ein wesentlicher Baustein für die Mitarbeitenden, um interkulturelle Aspekte in den Arbeitsalltag zu integrieren. Das dient nicht nur der Kundenzufriedenheit, sondern auch der eigenen Zufriedenheit. Außerdem stärkt es auch das interkulturelle Verständnis innerhalb der Mitarbeiterschaft von Stadtverwaltung und Klinikum“, so Wagner weiter.

Was sind die Ziele?

Die „Interkulturelle Stadtverwaltung Wolfsburg“ versteht sich als Organisations- und Personalentwicklungsprozess. Dieser wird langfristig zu organisatorischen und strukturellen Veränderungen in den Arbeitsabläufen der Stadtverwaltung führen.

Interkulturelle Trainings zum Erwerb beziehungsweise zur Erweiterung von interkulturellen Handlungskompetenzen, sowie Workshops zur Maßnahmenerarbeitung werden allen Mitarbeitenden angeboten. Es geht um die Fähigkeit der Mitarbeitenden der Stadtverwaltung, durch den Erwerb oder die Erweiterung von interkulturellen Handlungskompetenzen, erfolgreich mit Personen zu interagieren, deren Biographie durch Migrationserfahrungen geprägt ist. Durch Schulungen wird die Stadtverwaltung ihre Dienste und Leistungen im Hinblick auf die kulturelle Vielfalt der Bürgerinnen und Bürger überprüfen und gegebenenfalls optimieren. 

Darüber hinaus verfolgt die Interkulturelle Stadtverwaltung Wolfsburg das Ziel, die Anstellung von Beschäftigten mit Zuwanderungsgeschichte zu erhöhen.

Ansprechpartnerinnen:
Frau Calabrese
Rathaus B, Zimmer B 225
Telefon: 05361 28-2740
E-Mail an Frau Calabrese

Frau Fiebich
Rathaus B, Zimmer B 225
Telefon: 05361 28-2933
E-Mail an Frau Fiebich


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