Bücher selbst gemacht - Sommerferienspiele 2015

Sommerferienspiele 2015 im Hoffmann-von-Fallersleben-Museum

Am 31.08. starteten die Sommerferienspiele im Hoffmann-von Fallersleben-Museum unter dem Thema „Bücher selbst gemacht“. 15 Kinder zwischen 6 und 12 Jahren, davon neun Mädchen und sechs Jungen, nahmen an diesem Workshop teil. Im ersten Teil lernten sie den Dichter August Heinrich Hoffmann von Fallersleben, den Autor der deutschen Nationalhymne, kennen. Dafür wandelten sie auf seinen Spuren durch Fallersleben, suchten Orte aus seiner Kindheit auf und erkundeten die Ausstellung zu seinem Leben im Hoffmann-Museum. Im zweiten Teil war die Kreativität der Teilnehmer gefragt: Sie schöpften Papier und stellten eigene Bücher her. Inhaltlich orientierten sie sich dabei an Hoffmann, an seiner Biografie, seinen Gedichten und seinen Liedern. 

Das Programm fand täglich von 10 Uhr bis 14.30 Uhr statt.  Die Workshop-Leiterinnen waren die freien Museumsmitarbeiterinnen Elke Schulz und Christin Langermann. Außerdem half Julia Weinert bei der Durchführung. Sie unterstützt als FSJlerin (Freiwilliges Soziales Jahr Kultur) noch bis August 2016 die Museumsarbeit. Museumspädagogin Nicole Trnka war für die Organisation und Planung zuständig. Peter Riewaldt begleitete als ehrenamtlicher Helfer die drei Tage nicht nur fotografisch, sondern auch mit praktischen Tipps und als Ansprechpartner für die Kinder. 

Am ersten Tag startete das Programm mit einer Führung durch und um das Museum. Dabei wurde zum einen den Kindern erklärt, welche große Bedeutung die Musik in Hoffmanns Leben einnahm, und zum anderen auch die politische Situation im 19. Jahrhundert kindgerecht dargestellt. Danach begann der kreative Teil der Ferienspiele: die Bücherherstellung. Aus alten Zeitungen, Wasser und anderen Hilfsmitteln wie einem Pürierstab, Lappen und Nudelholz entstanden vom 31. August bis zum 2. September viele „kostbare“ und antik aussehende Blätter. Am ersten Nachmittag wurden die Grundlagen für die später entstehenden Bücher geschaffen. Altes Zeitungspapier wurde im wahrsten Sinne des Wortes zerrupft und dann in Wasser eingeweicht. Das Ergebnis war eine graue, matschige „Zeitungspampe“.  
Am zweiten Tag wurde diese mit Wasser gemischt und mit Lebensmittelfarbe eingefärbt. Mithilfe   von Papierschöpfrahmen schöpften die Kinder ihr eigenes Papier, welches sie mit eigens im Umfeld des Museums gesammelten Blütenblättern und Federn verzierten. Parallel begannen die Kinder, Texte zu schreiben und Bilder nach Motiven aus Hoffmanns Lyrik auf „Normalpapier“ zu malen oder mittels Stempel zu drucken. So wurden ihre fertigen Bücher noch dicker und umfangreicher.   

Collage mit Momentaufnahmen der Sommerferienspiele im Hoffmann-von-Fallersleben-Museum
 
Aber nicht nur das bereitete den jungen Künstlern eine Menge Freude, sondern auch die Karaoke-Station mit Liedern des Dichters wie „Summ, summ, summ“ oder „Ein Männlein steht im Walde“ war ein voller Erfolg. Einige der Kinder schafften es, mit voller Hingabe auf die Bestenliste und führen diese seither sogar an. So kam es auch zu einem „Battle“ unter zwei Geschwistern, die versuchten, sich gesangskünstlerisch gegenseitig von den ersten Rängen zu verdrängen. Über Nacht sind die Blätter fast vollständig getrocknet, sodass es am dritten Tag an die Weiterverarbeitung der besonderen Papiere ging. Zum Schluss wurden alle angefertigten Blätter, ob selbst geschöpft oder schön bemalt, gebunden. Dafür gab es drei verschiedene Techniken: Zum einen gab es die Möglichkeit, die einzelnen Blätter zwischen zwei Platten mithilfe von Schrauben zusammenzuhalten. Außerdem konnten die Blätter zusammengenäht oder zusammengeklebt werden.   

Nachdem alle Kinder stolz ihr Endergebnis in den Händen hielten, starteten alle mit der Vorbereitung für die Werkausstellung: Aufräumen, Ausstellungstische dekorieren, für das Abschlussbuffet eindecken. Um die Mittagszeit des Abschlusstages begann die Präsentation vor Eltern, Geschwistern, Verwandten und der Presse. Dabei hielten nicht nur die Erwachsenen Reden, sondern auch die Kinder trugen einen wesentlichen Teil dazu bei: So erläuterte beispielsweise Yannick zusammenfassend den Workshop und andere zeigten stolz ihre Bücher. Und wieder andere geleiteten ihre Eltern durch das Museum. Gefeiert wurden die fleißigen und kreativen Ferienkinder des Hoffmann-Museums und deren Workshop-Begleiterinnen sowie Peter Riewaldt mit einem Buffet. Es ist seit langem Tradition, dass dieses die Eltern der Teilnehmer gestalten.   

Collage mit Momentaufnahmen der Sommerferienspiele im Hoffmann-von-Fallersleben-Museum
  
Als Fazit lässt sich festhalten, dass die Ferienspiele ein voller Erfolg waren. Die Presse zeigte sich interessiert, auf der Abschlusspräsentation wurden so manch eine Teilnehmerin und manch ein Teilnehmer interviewt. Das Programm lief wie geplant und alles wurde geschafft. Die Intention, den Inhalt des Museums kreativ, unterhaltsam und nachhaltig zu vermitteln, ist vollkommen gelungen. Das Ergebnis waren zufriedene Kinder, stolze Eltern und glückliche Museumsmitarbeiter. 
Dies zeigt, dass die Ferienspiele gut bei den Kindern und auch bei den Eltern ankommen und positive Wirkungen haben. Ferienspiele im Hoffmann-von-Fallersleben-Museum wird es auch zukünftig wieder geben. Mehr Informationen zu den aktuellen Angeboten finden Sie im Internet auf der Homepage des Museums (www.wolfsburg.de/hoffmann-museum) oder Sie fragen direkt bei Nicole Trnka (Telefon: 05361-2810 54, E-Mail: Nicole.Trnka@stadt.wolfsburg.de) nach.

Autorin: Julia Weinert, Fotos: Peter Riewaldt

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