Stadt plant eine neue Unterkunft und Wohnungen für Flüchtlinge

Dialogveranstaltungen „Mit Mohrs reden“ noch im Februar

Wolfsburg rechnet in diesem Jahr mit der Ankunft von etwa 3.000 durch das Land Niedersachsen zugewiesenen Flüchtlingen. „Es ist eine der größten Herausforderungen der nächsten Jahre, sie menschenwürdig unterzubringen und in unsere Gemeinschaft aufzunehmen“, sagt Klaus Mohrs, Oberbürgermeister der Stadt Wolfsburg. „Ich bitte um Verständnis und Mithilfe der Bevölkerung. Jeder von uns kann zu einer gelingenden Integration beitragen.“

Für die Flüchtlinge gilt es zunächst, geeignete Unterbringungsmöglichkeiten zu finden. Da Wohnraum knapp ist, plant die Stadt die Errichtung einer zusätzlichen neuen Unterkunft sowie spezielle Wohnbauprojekte für Flüchtlinge.

Die Verwaltung schlägt folgende Standorte für die Unterkunft und Wohnbauprojekte für Flüchtlinge vor:

Temporäre Einrichtung

  • Ehmen-Süd-West
In Ehmen-Süd-West ist die Errichtung einer Hallenanlage mit bis zu 400 Plätzen als temporäre Unterkunft geplant.

Längerfristige Einrichtungen

An diesen drei Standorten ist einfacher Wohnungsbau geplant, der zunächst zur Unterbringung von Flüchtlingen dient und später zu sozialem Wohnraum umgewandelt wird:

  • Nördlich Wohngebiet „Große Kley“/Mörse
  • Nördlich Mitjätgensanger/Wendschott
  • Südlich Hubertusstraße/Kreuzheide
Hier sollen je 40 bis 50 Wohneinheiten entstehen, sodass an jedem Standort bis zu 250 Personen wohnen können.

Über die von der Verwaltung zur politischen Diskussion und Beschlussfassung vorgelegten Vorlagen werden die zuständigen Ortsräte in Sondersitzungen im Februar beraten sowie der Rat der Stadt in seiner Sitzung am 16. März abstimmen.

„Uns fehlt Wohnraum. Deshalb müssen wir schnell Unterkünfte für Flüchtlinge bauen und belegen. Mittel- und langfristig ist es aber mein erklärtes Ziel, dass anerkannte Asylbewerber freie Wohnungen beziehen können. Auch hierfür benötigen wir dringend sozialen Wohnungsbau“, verdeutlicht Oberbürgermeister Klaus Mohrs.

Parallel zu den hier vorgeschlagenen Projekten werden derzeit diverse Flächen in städtischem Eigentum geprüft, auf denen sich unmittelbar sozialer Wohnungsbau verwirklichen lässt. Weitere Vorschläge werden dann zum gegebenen Zeitpunkt präsentiert.

„Es braucht Lösungen von unterschiedlicher Bauzeit und Nutzungsdauer“, ergänzt Stadtbaurätin Monika Thomas. Längerfristige Einrichtungen sind ihr zufolge das Ziel, Messehallen und Container in Randlagen eine „zeitlich begrenzte Notlösung“. Zur dauerhaften Unterbringung seien Standorte nahe bestehender Siedlungen besonders geeignet, da dort schon eine Infrastruktur vorhanden ist, die eine Integration begünstigt – beispielsweise Kindertagesstätten, Schulen, Nahversorgung sowie der Anschluss an den Öffentlichen Personennahverkehr, erläutert Thomas die Auswahlkriterien.

Erster Stadtrat Werner Borcherding geht davon aus, dass viele der Flüchtlinge dauerhaft in Wolfsburg bleiben werden. Deshalb sei es wichtig, neben der Unterbringung die Integration im Blick zu haben. „Es ist unsere Aufgabe, den geflüchteten Menschen neben unserer Sprache auch unsere Kultur und unsere Werte zu vermitteln und ihnen so die Teilhabe an unserer Gesellschaft zu ermöglichen“, so Borcherding. Für den Erfolg sei wichtig, dass Wolfsburger und ihre neuen Mitbürger einander begegnen und sich kennenlernen.

Den Fragen der Bürgerinnen und Bürger in den betroffenen Stadt- und Ortsteilen stellt sich Klaus Mohrs persönlich vor Ort. In der zweiten Februar-Hälfte finden dort Dialog-Veranstaltungen „Mit Mohrs reden“ statt.

Weitere Informationen zur Flüchtlingssituation in Wolfsburg sind im Internet unter wolfsburg.de/fluechtlinge zu finden. Außerdem hat die Stadt Wolfsburg Antworten auf häufige Fragen in einer Broschüre zusammengefasst. Sie ist online als pdf und als Heft an den Infoständen des Rathauses verfügbar.