Wolfsburger Ganztagsgrundschulen bekommen gute Noten

Bestandsaufnahme hebt positive Entwicklung hervor und benennt Handlungsempfehlungen

Evaluation Ganztagsschulen © Stadträtin Iris Bothe, Elvira Wallner (Fachberatung, Geschäftsbereich Schule), Karen Dohle (Leiterin Geschäftsbereich Schule) und Dr. Iris Kamski (TU Dortmund) stellen die Ergebnisse der Untersuchung vor (von links)Seit ihrer Einführung im Jahr 2008 hat sich die Ganztagsgrundschule zu einem Erfolgsmodell entwickelt und ist ein fester Bestandteil der Wolfsburger Bildungslandschaft geworden: 96 Prozent der Grundschulen bietet ihren Schülern Ganztagsangebote an, die von drei Viertel der Wolfsburger Schüler genutzt werden. Allein in diesem Schuljahr investiert die Stadt mehr als vier Millionen Euro in die Qualitätssicherung und den Ausbau der Ganztagsgrundschulen.

Dieses Geld ist gut investiert, wie die umfangreiche Bestandsaufnahme von Dr. Ilse Kamski und Lea Spillebeen von der TU Dortmund zeigt. Sie hatten die Wolfsburger Ganztagsgrundschulen anhand folgender fünf Kriterien untersucht: Strukturen und schulische Ressourcenausstattung, konzeptionelle und inhaltliche (Ganztags-) Schulentwicklung, Organisation und Gestaltung der außerunterrichtlichen Angebote, Kooperation auf Leitungsebene und multiprofessionelle Kooperation zwischen Lehrkräften und pädagogischem Personal sowie Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Die Untersuchung hat dabei gezeigt, dass die Akzeptanz des Ganztagsangebots bei Eltern und Schülern hoch ist. Das Ganztagskonzept ist integraler Bestandteil des Schulkonzeptes an den meisten Schulen, wobei ein breites und thematisch vielfältiges Angebot bereitgestellt wird. Auf der Leitungsebene gibt es eine relativ hoch ausgeprägte Kooperation zwischen Schulleitung und Ganztagskoordination. Außerdem äußerten sich die Elternvertreter insgesamt sehr zufrieden mit zeitlich-organisatorischen Aspekten, der Ausstattung mit Spiel-und Freizeitmaterial und der inhaltlichen Gestaltung der Angebote.

Aus der Evaluation ergeben sich folgende Handlungsempfehlungen: Die multiprofessionelle Zusammenarbeit zwischen den Lehrkräften und dem weiteren pädagogischen Personal ist aus struktureller, inhaltlicher, zeitlicher Sicht weiterhin zu fördern. Das gilt ebenso für die konzeptionelle Verknüpfung des unterrichtlichen mit dem außerunterrichtlichen Bereich und somit die inhaltliche Verzahnung von Unterricht und Ganztag.

Außerdem wird vorgeschlagen, eine Struktur für förderbezogene Angebote und Angebote zur Öffnung der Schule in den Stadtteil zu entwickeln. Eine Verbesserung wünschen sich die Elternvertreter schließlich hinsichtlich des Informationsflusses zwischen Schule und Elternhaus und der individuellen Förderung ihrer Kinder.

„Die Ergebnisse der Evaluation zeigen viele positive Entwicklungen in der ganztägigen Bildung in den Grundschulen auf und machen deutlich, dass die Entscheidung für diesen Weg in Wolfsburg die richtige war“, zieht Stadträtin Iris Bothe Bilanz. Nun gilt es die Ergebnisse mit den Schulen, den Trägern des Ganztags  und der Landesschulbehörde im Rahmen der staatlich kommunalen Verantwortungsgemeinschaft zu diskutieren und gemeinsam Entwicklungsfelder in den Blick zu nehmen“, so Iris Bothe abschließend.

Für die Bestandsaufnahme gaben Schulleitungen und Konrektoren, Ganztagskoordinatoren, Lehrkräfte, pädagogisches Personal und Elternratsvorsitzende Auskunft. 

Insgesamt nahmen insgesamt fast 280 Teilnehmer an der Befragung teil.