Das Archiv

Zeitung für Wolfsburger Stadtgeschichte

Titel des Magazins mit der Aufschrift: DAS ARCHIV - Zeitung für Wolfsburger Stadtgeschichte - Herausgegeben vom Institut für Zeitgeschichte und Stadtpräsentation der Stadt Wolfsburg

Hier finden Sie die Ausgaben der künftig viermal im Jahr erscheinenden Zeitung "DAS ARCHIV - Zeitung für Wolfsburger Stadtgeschichte". In dieser Publikationsreihe werden laufende Projekte und Forschungserkenntnisse aber auch Akquisen und Materialien aus dem Stadtarchiv vorgestellt. Darüber hinaus werden immer wieder auch Institutionen, mit denen das IZS zusammenarbeitet, mit Gastbeiträgen vertreten sein. Mit der Archivzeitung beschreitet das IZS einen neuen Weg der Geschichtsvermittlung.


Niemand hat die Vorstellung von der „Wirtschaftswunderstadt“ Wolfsburg stärker geprägt als der Fotograf Heinrich Heidersberger (1906–2006). In seinem 1963 erstmals erschienenen und inzwischen legendären Bildband Wolfsburg – Bilder einer jungen Stadt inszenierte er die Siedlung am Mittellandkanal als Modellstadt einer jungen, modernen und demokratischen Bundesrepublik. Seine Aufnahmen symbolisieren den Auruchsoptimismus, die Energie und die Eleganz einer Stadt, in der sich das Wirtschaftswunder zu verdichten schien. Weniger bekannt ist, dass der Erfolg des Fotobands die Wolfsburger Stadtverwaltung darin bestärkte, in den 1970er Jahren über einen zweiten Heidersberger-Bildband nachzudenken. Dessen Geschichte rekonstruiert Aleksandar Nedelkovski in unserer aktuellen Titelgeschichte. Allerdings wurde der Band nie realisiert. Heidersberger war in diesem Fall nicht mehr der richtige Fotograf, um das Gesicht der Volkswagenstadt einzufangen. Denn diese hatte nicht mehr viel mit der Wirtschaswunderstadt der 1950er und 1960er Jahre gemeinsam. Die Gebietsreform von 1972 hatte aus Wolfsburg über Nacht eine Großstadt werden lassen, während Volkswagen zu Anfang des Jahrzehnts erneut in eine ernste Krise geriet. Im Grunde erscheint es nicht überraschend, dass der Fotograf der Wirtschaftswunderzeit das ländliche Wolfsburg künstlerisch nicht zu bewältigen wusste

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