Das Archiv

Zeitung für Wolfsburger Stadtgeschichte

Titel des Magazins mit der Aufschrift: DAS ARCHIV - Zeitung für Wolfsburger Stadtgeschichte - Herausgegeben vom Institut für Zeitgeschichte und Stadtpräsentation der Stadt Wolfsburg

Hier finden Sie die Ausgaben der künftig viermal im Jahr erscheinenden Zeitung "DAS ARCHIV - Zeitung für Wolfsburger Stadtgeschichte". In dieser Publikationsreihe werden laufende Projekte und Forschungserkenntnisse aber auch Akquisen und Materialien aus dem Stadtarchiv vorgestellt. Darüber hinaus werden immer wieder auch Institutionen, mit denen das IZS zusammenarbeitet, mit Gastbeiträgen vertreten sein. Mit der Archivzeitung beschreitet das IZS einen neuen Weg der Geschichtsvermittlung.


„Die Kunst der Gegenwart ist ein neues Instrument [...] zur Modifizierung des Bewußtseins und zur Entwicklung neuer Formen des Erlebens“, so die US-amerikanische Kulturwissenschaftlerin Susan Sontag in einem 1965 publizierten Aufsatz. Damit wies sie der Kunst im sozialen Leben eine zentrale Funktion zu. Mit der bewussten Suche nach einer städtischen Identität und der intendierten Abkehr von einer empfundenen Provinzialität betrat die junge Stadt Wolfsburg bereits ein Jahrzehnt zuvor das Feld der zeitgenössischen Kunst. Die Verantwortlichen hatten schon frühzeitig die Wichtigkeit der Kunst und deren Projektions- und Strahlkraft erkannt und sie in ihren Verantwortungsbereich übernommen. Mit dem Ankauf erster Kunstwerke und der Schaffung des Kunstpreises „Junge Stadt sieht junge Kunst“ traf die Kommune in den 1950er und 1960er Jahren ihre ersten unabhängigen kulturpolitischen Entscheidungen. Das Resultat dieser Kulturpolitik, die sich bis in die jüngste Zeit fortsetzt, zeigt sich im Erwerb zahlreicher Kunstwerke, die auf den Grünflächen, Plätzen und Straßen, in und an städtischen Gebäuden zu sehen sind. Die Kunst im öffentlichen Raum wird so zum sichtbaren Ausdruck einer demokratischen Kulturpolitik, deren Bedeutung allerdings heute mitunter nicht mehr erkannt wird. In diesen Zusammenhang ist unsere Titelgeschichte einzuordnen, in der der Kunsthistoriker Julius Lehmann die Hintergründe zu Reg Butlers Study for Third Watcher recherchiert und aufgearbeitet hat. Die heute im städtischen Klinikum aufgestellte Skulptur entstand im direkten Zusammenhang mit Butlers erfolgreichem Wettbewerbsentwurf für das Denkmal des unbekannten politischen Gefangenen, durch den der Brite 1953 über Nacht internationale Berühmtheit erlangte.

Auch der Beitrag unseres freien Mitarbeiters Maik Ullmann, der gemeinsam mit Dr. Alexander Kraus die Geschichte der Ehrenmale und Kriegerdenkmale unserer Stadt erforscht, thematisiert eine Skulptur im Stadtraum Wolfsburgs: die Germania in Fallersleben. Dabei rekonstruiert er nicht nur die wechselvolle Geschichte des Kriegerdenkmals, das über die Jahrzehnte zur Projektionsfläche unterschiedlichster kultureller und ideologischer Strömungen wurde, sondern erläutert ebenso die mythisch aufgeladene Germania. In der Rubrik Forschungsarbeiten zu Wolfsburg präsentieren wir Ihnen diesmal einen Auszug aus der Masterarbeit Marcel Brüntrups, der sich mit der Geschichte der „Ausländerkinder- Pflegestätte“ des Volkswagenwerkes in Rühen und dem anschließenden Prozess gegen den verantwortlichen Werksarzt Dr. Hans Körbel beschäftigt hat.

....