Das Archiv

Zeitung für Wolfsburger Stadtgeschichte

Titel des Magazins mit der Aufschrift: DAS ARCHIV - Zeitung für Wolfsburger Stadtgeschichte - Herausgegeben vom Institut für Zeitgeschichte und Stadtpräsentation der Stadt Wolfsburg

Hier finden Sie die Ausgaben der künftig viermal im Jahr erscheinenden Zeitung "DAS ARCHIV - Zeitung für Wolfsburger Stadtgeschichte". In dieser Publikationsreihe werden laufende Projekte und Forschungserkenntnisse aber auch Akquisen und Materialien aus dem Stadtarchiv vorgestellt. Darüber hinaus werden immer wieder auch Institutionen, mit denen das IZS zusammenarbeitet, mit Gastbeiträgen vertreten sein. Mit der Archivzeitung beschreitet das IZS einen neuen Weg der Geschichtsvermittlung.


„In die Archive zu gehen“ hat der Historiker und Soziologe Michel de Certeau als das „stillschweigende Gesetz der Geschichte“ ausgemacht. Trotz der großen Bedeutung digitaler Quellen können sich Historikerinnen und Historiker nach wie vor nicht um einen Archivbesuch drücken, denn hier finden sie immer noch das größte Reservoir an historischen Hinterlassenschaften vor. Daher ist es uns eine große Freude im September 2017 zum ersten Mal den Deutschen Archivtag ausrichten zu dürfen, der unter dem Thema Massenakten - Massendaten. Rationalisierung und Automatisierung im Archiv läuft. Dies haben wir zum Anlass genommen, mit Ralf Jacob, dem Vorsitzenden des Verbands deutscher Archivarinnen und Archivare e.V. (VdA), ein Interview zum beruflichen Werdegang und den gegenwärtigen und zukünftigen Herausforderungen des Archivars zu führen. Mit Susanne Rieß-Stumm sprachen wir über die Diskrepanz zwischen dem Selbstverständnis der Archive als Institutionen der Geschichtskultur und ihrer öffentlichen Wahrnehmung. In einem Beitrag fragt sie darüber hinaus über die Möglichkeiten des historischen Lernens im Archiv und der digitalen Welt. Nicht nur für Archivpädagogen dürfte ein Projekt der Geschichtswerkstatt des IZS von Interesse sein, das Aleksandar Nedelkovski mit Schülerinnen und Schülern des Theodor-Heuss-Gymnasiums in diesem Frühjahr durchgeführt hat und das er in dieser Ausgabe vorstellt: Das Dokumentartheaterprojekt stellte zugleich eine prozesshafte Suche nach Spuren der Wolfsburger NS-Geschichte und eine Konfrontation mit den Bildern der Vergangenheit dar. Interessierte können das Ergebnis als Video im Internet sehen. Einen zweiten Schwerpunkt bildet die Unternehmensgeschichte der Volkswagen GmbH. So eröffnet Rüdiger Gerlach die aktuelle Ausgabe mit einem Beitrag zu Aufstieg und Niedergang der betrieblichen Sozialpolitik Heinrich Nordhoffs. Der Generaldirektor, zugleich übermächtige Vaterfigur, verkörperte wie kein anderer in Wolfsburg das patriarchische Bild des Unternehmers, der die Belegschaft als große Familie verstand. Mit der Bürde der NS-Vergangenheit bundesdeutscher Unternehmen hat sich Sebastian Brünger in seiner Dissertation auseinandergesetzt. In seinem Aufsatz beleuchtet er beispielhaft die lokalen Auseinandersetzungen um die Aufarbeitung der Rolle des Volkswagenwerks im „Dritten Reich“. Er zeigt auf, wie unternehmensgeschichtliche Studien zur historischen Aufklärung beitrugen, den Unternehmen aber auch als wichtige Legitimations- und Imagefaktoren zur Rückerlangung verlorengegangener Glaubwürdigkeit dienten.

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