Zigeuner-Boxer

Stück von Rike Reiniger

Veranstaltungsdetails

  • 23. Oktober 2017

    10:00 - 10:50 Uhr

  • Hallenbad – Kultur am Schachtweg

    Schachtweg 31

  • Schauspiel & Comedy

Der Mann, der da im Klassenzimmer steht, wird von seinen Erinnerungen gequält. Er muss sie loswerden, sie jemandem erzählen. Hans lernt Ruki, einen Sinto, an seinem 12. Geburtstag kennen. In ihrer unbeschwerten Jugend dreht sich alles um den Boxsport. Ruki, der Erfolgreichere, wird sogar Deutscher Meister im Halbschwergewicht. Doch kurze Zeit später wird er von den Nationalsozialisten zum „Zigeuner-Boxer“ degradiert. Er passt nicht in das Bild der Herrenrasse, das die Nazis propagieren. Und so wird im Dritten Reich auch die Freundschaft zwischen Hans und Ruki auf den Prüfstein gelegt. Im Konzentrationslager, wo die lange Hetzjagd nach dem „Zigeuner-Boxer“ endet, werden die ehemaligen Freunde durch die grausamen Aufseher zum Äußersten getrieben – zum letzten Mal im Boxring.

Das Stück ist nicht nur Monolog, sondern vielmehr ein Mahnmal, dem die Lebensgeschichte des Sinti-Boxers Johann Wilhelm „Rukeli“ Trollmann, der 1944 im KZ ermordet wurde, zu Grunde liegt. Eine Geschichte, sowohl über Freundschaft als auch über die Grausamkeiten in der NS-Diktatur, die die Erinnerung an Rukeli Trollmann lebendig hält. Gegen das Vergessen.

ab 10 Jahren, Dauer ca. 50 Min.

mit Dominique Bals
Inszenierung: Krystyn Tuschhoff

Anschließend Publikumsgespräch