Entwicklungspolitik

Kommunale Entwicklungszusammenarbeit

Mit dem Bereich „Kommunale Entwicklungszusammenarbeit“ verfügt das Referat Repräsentation, Internationale Beziehungen über ein neues und weiteres Standbein kommunaler internationaler Zusammenarbeit. 

Als „Kommunale Entwicklungspolitik“ gelten Mittel und Maßnahmen, die eine nachhaltige Entwicklung vor Ort und in Entwicklungsländern fördern. Aufgrund des fachlichen Know-hows und der Bürgernähe werden Kommunen zunehmend als entwicklungspolitische Akteure gefordert und aktiv. Auch, da sich globale Probleme immer deutlicher in den Städten und Gemeinden abbilden. Mit Hilfe des entwicklungspolitischen Engagements können Lernprozesse angestoßen werden, die das Bewusstsein für nachhaltiges Handeln stärken und zur gemeinsamen Lösung globaler und lokaler Probleme einen Beitrag leisten. Damit knüpft das Vorhaben an die Grundsätze der Wolfsburger Agenda 21 und die Agenda 2030 an.

Manfred Hüller, Nora Mühling, Oberbürgermeister Klaus Mohrs

Seit dem 1. Januar 2017 verfügt die Stadt Wolfsburg über eine Personalstelle zugunsten des entwicklungspolitischen Engagements der Stadt. Diese wird gefördert durch Engagement Global gGmbH im Rahmen des Programms „Koordination kommunaler Entwicklungspolitik“ der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt mit finanzieller Unterstützung durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Als Koordinatorin kommunaler Entwicklungszusammenarbeit ist Nora Mühling seit Beginn des Jahres im Referat Repräsentation, Internationale Beziehungen tätig. 

Zeichnung einer grünen Glühbirne

Weiterführende Informationen zur Initiative „Koordination kommunaler Entwicklungspolitik: Initiative zur Förderung einer Personalstelle zur Koordination und Umsetzung entwicklungspolitischen Engagements in Kommunen“


Aktuelles

Dialogworkshop „Kommunale Nachhaltigkeitspartnerschaft Wolfsburg-Sarajevo“

Kommunale Nachhaltigkeitspartnerschaft Wolfsburg-Sarajevo

Am 13. Juli 2017 begrüßten Oberbürgermeister Klaus Mohrs und Referatsleiter Manfred Hüller ca. 20 interessierte Bürgerinnen und Bürger sowie Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Verwaltung zu einem Dialogworkshop. Mit dem Pilotprojekt „Kommunale Nachhaltigkeitspartnerschaften“, welches Engagement Global mit der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) durchführt, engagiert sich Wolfsburg mit der Freundschaftsstadt Sarajevo (Bosnien und Herzegowina) seit Beginn des Jahres als eine von insgesamt zwölf Entwicklungspartnerschaften. 
Während des Dialogworkshops in Wolfsburg berichteten die Verantwortlichen aus dem Referat Repräsentation, Internationale Beziehungen und dem Umweltamt anfangs über die Aktivitäten im Bereich der Partnerschaft- und Agenda-Arbeit der Stadt. Gemeinsam mit den Projektkoordinatorinnen der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) aus Bonn konnten schließlich Vorschläge und Ideen für die Entwicklung einer Projektmaßnahme unter Berücksichtigung der SDGs eingebracht werden. Wolfsburg und Sarajevo richten ihren Fokus auf das Nachhaltigkeitsziel Nr. 4: In jeder Stadt soll ein Bildungsangebot zum Thema „Nachhaltigkeit“ geschaffen werden. (…)

Die gesamte Pressemitteilung finden Sie unter dem Reiter Presseberichte und Publikationen.


Zahlreiche Wolfsburger Akteure, Vereine, Einrichtungen und Unternehmen engagieren sich bereits weltweit zugunsten eines gerechten Zugangs zu Ressourcen, für Bildungschancen, den Wiederaufbau nach Katastrophen, im Gesundheitsbereich oder für grenzüberschreitende Austausche und Umweltbewusstsein. Die Bandbreite der Aktivitäten und des Engagements ist sehr groß und bewundernswert! 

Mit Ihrer Unterstützung können wir ein Forum ins Leben rufen, um Erfahrungsaustausche anzustoßen und gemeinsame Aktionen zu ermöglichen.

Sie haben Interesse an einem Netzwerktreffen, um Erfahrungen aus Ihren Projekten zu teilen oder möchten sich Tipps anderer Akteure holen? Oder würden Sie sich gern in einem der Wolfsburger Projekte engagieren? 

Gern laden wir Sie zu einem ersten Netzwerk- und Kennenlerntreffen im Herbst 2017 ein! 

Der Termin wird hier bekannt gegeben. Wenden Sie sich dazu jederzeit an:

Nora Mühling
Telefon: 05361 - 28 2851

Entwicklungspartnerschaften der Stadt Wolfsburg

Umrisse von Menschen vor einer Grünweißen Weltkarte

Neben den Städtepartnerschaften und -freundschaften nimmt die Bedeutung kommunaler Entwicklungspartnerschaften zu. Diese neue Kooperationsform kommunaler internationaler Beziehungen ermöglicht eine bedarfsorientierte und zeitlich begrenzte Zusammenarbeit. Die globalen Partnerschaften stehen für Austausche, Kooperationen und gegenseitige Lernprozesse auf Augenhöhe.

Bei allen Aktivitäten werden die globalen Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals, kurz: SDGs) der Agenda 2030 mitgedacht. Denn Entwicklungspartnerschaften verfolgen zugleich die Absicht, eine gemeinsame Herangehensweise für nachhaltige Entwicklung zu finden und Lösungen für globale und lokale Probleme zu erarbeiten. 

Mit der Kombination von lokalen und internationalen Aktivitäten sowie aufgrund der fachübergreifenden Zusammenarbeit handelt es sich bei den Projektpartnerschaften auch in Wolfsburg um eine Querschnittsaufgabe, die auf die Mitwirkung von Engagierten und Fachleuten angewiesen ist.

Bis zum Sommer 2018 kooperiert die Stadt Wolfsburg mit der Freundschaftsstadt Jendouba innerhalb des Programms „Kommunaler Wissenstransfer Maghreb-Deutschland“. Dieses wird im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), von der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW), von Engagement Global und der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) durchgeführt und finanziert. Mit dem Ziel, den kommunalen Wissens- und Erfahrungsaustausch in Form von Entwicklungspartnerschaften zu fördern, werden bis zu 25 Kleinprojekte in Tunesien, Marokko und Algerien im Bereich der Kommunalentwicklung unterstützt, Maßnahmen gemeinsam konzeptualisiert und im Maghreb umgesetzt. 

Wolfsburg begleitet Jendouba innerhalb des insgesamt zweijährigen Vorhabens bei der Planung und Konstruktion eines Stadtteilparks unter Beteiligung der AnwohnerInnen. Die Projektidee und Kooperation wurde auf Eigeninitiative Jendoubas aufgrund mangelnder Jugendtreffpunkte und im Rahmen der kommunalen Reformprozesse angestoßen.

Seit einem gemeinsamen Treffen während der Auftaktkonferenz in Bamberg im September 2016 stehen beide Kommunen in Kontakt. Regelmäßige Projektgruppentreffen in Wolfsburg, unter Beteiligung der städtischen Fachbereiche, ermöglichen die Erfahrungsaustausche und Entwicklung des Vorhabens.

Hintergrund: „Kommunaler Wissenstransfer Maghreb-Deutschland“

Die tunesischen Kommunen befinden sich nach dem Arabischen Frühling im Aufbau kommunaler und demokratischer Strukturen. Mit Hilfe des Wissenstransfers können sie von den Erfahrungen der deutschen Kommunen in der Stadtentwicklung – zugunsten effizienter Dienstleistungen, verbesserter Lebensbedingungen, zusätzlicher Arbeitsplätze und neuer Strukturen, die eine Beteiligung der Zivilbevölkerung ermöglichen – profitieren. 

Bürgernahe integrative Ansätze werden verfolgt, um die Lebenssituation der Menschen vor Ort zu steigern und Anreize für junge Menschen zu schaffen, ihre Zukunft im eigenen Land verantwortungsbewusst mitzugestalten. Auf diesem Weg kann dem hohen Urbanisierungsgrad ebenso wie Fluchtursachen und Kriminalisierungstendenzen entgegengewirkt werden. 

Gleichzeitig ist der Lerneffekt auf deutscher Seite sehr groß. Die internationale Zusammenarbeit, die Fortbildung durch länderspezifische Workshops und Einbindung zivilgesellschaftlicher Akteure kommen den Integrationsmaßnahmen vor Ort und der Stärkung interkultureller Kompetenzen aller Beteiligten zugute.

Zeichnung einer grünen Glühbirne



Aktuell

Projektgruppe der Stadt Wolfsburg mit den Mitarbeitenden der Stadt Jendouba

Vom 14. bis 17. März wurden zwei Mitarbeitende aus der Stadtverwaltung Jendouba im Rathaus willkommen geheißen. Die tunesischen KollegInnen erhielten im Rahmen der Projektarbeit zum Bau des Stadtteilparks in Jendouba einen Einblick in die Wolfsburger Verwaltungsstrukturen. Der Fachaustausch in Wolfsburg wurde durch die Projektkoordinatoren von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit in Tunesien (GIZ) und der Servicestelle für Kommunen in der Einen Welt (SKEW) begleitet. 

In Form von Hospitationen lernten sie die Aufgaben und Prozesse der Abteilungen Grün/Flächenplanung, Integration, Internationale Beziehungen, Bürger- und Jugendbeteiligung kennen. Bei dem Besuch zahlreicher Spielflächen und Jugendorte sowie der Wolfsburg AG mit dem Allerpark konnten viele Eindrücke gewonnen und Ideen gesammelt werden. Kulturell wurde das Besuchsprogramm durch den Internationalen Freundeskreises Wolfsburg e.V. mit dem Tunesischen Kultur- und Jugendverein e.V. gestaltet. (...)

Die gesamte Pressemitteilung zum Fachaustausch finden Sie unter dem Reiter Presseberichte und Publikationen.


Gruppenbild der Auftaktkonferenz Kommunale Nachhaltigkeitspartnerschaften in Gelsenkirchen © Barbara Frommann

Eine weitere Entwicklungspartnerschaft entsteht mit der Freundschaftsstadt Sarajevo. Als eine von aktuell zwölf Projektpartnerschaften zwischen deutschen Kommunen und Kommunen aus Südosteuropa (Bosnien und Herzegowina, Serbien und Kosovo) engagiert sich die Stadt Wolfsburg innerhalb des Pilotprojektes „Kommunale Nachhaltigkeitspartnerschaften“, das von Engagement Global mit der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) durchführt und gefördert wird. Innerhalb einer zweijährigen Projektlaufzeit setzen sich die Partnerkommunen systematisch mit den 17 globalen Zielen für nachhaltige Entwicklung (SDGs) der Agenda 2030 auseinander, um diese innerhalb der kommunalen Prozesse zu verankern. 

Sowohl Austausche und Entsendungen als auch die Umsetzung einer Projektmaßnahme im Sinne der SDGs in beiden Städten werden gemeinsam verfolgt. Jede Projektpartnerschaft definiert eigene Schwerpunkte und konzentriert sich neben den Nachhaltigkeitszielen Nr. 17 „Globale Partnerschaften zur Erreichung der Ziele“ sowie Ziel Nr. 11 „Nachhaltige Städte und Gemeinden“ auf ein weiteres Nachhaltigkeitsziel: Wolfsburg und Sarajevo haben sich für Ziel Nr. 4 „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ entschieden. Als Projektmaßnahmen soll bis Ende 2018 ein Bildungsangebot zum Thema „Nachhaltigkeit“ in beiden Städten entwickelt werden.

Auftaktkonferenz „Kommunale Nachhaltigkeitspartnerschaften“ in Gelsenkirchen

Vertreter aus Wolfsburg und Sarajevo auf der Auftaktkonferenz in Gelsenkirchen © Barbara Frommann

Erste bilaterale Gespräche zwischen den Projektverantwortlichen der Internationalen Beziehungen von Wolfsburg und Sarajevo konnten während der zweitägigen Auftaktkonferenz geführt werden. Die SKEW begrüßte rund 100 kommunale VertreterInnen aus Deutschland, Bosnien und Herzegowina, Serbien und Kosovo im Januar 2017 im Hans-Sachs-Haus in Gelsenkirchen. 

Die Auftaktkonferenz fungierte als Grundlage für die gemeinsame Absichtserklärung zur Zusammenarbeit im Sinne der Agenda 2030 mit den SDGs –  für eine nachhaltige Kommunalentwicklung. Mit Blick auf die Nachhaltigkeitsziele wurde der Dialogprozess zwischen den Partnerkommunen angestoßen und nach Ansatzpunkten zur Umsetzung der SDGs auf kommunaler Ebene gesucht. Wolfsburg und Sarajevo einigten sich auf die Erarbeitung eines Bildungsangebotes zum Thema „Nachhaltigkeit“ als Pilotmaßnahme in beiden Städten. In Workshops und Entsendungen werden Austausche zur Entwicklung und Umsetzung dieser Maßnahme folgen.



Aktuell

Dialogworkshop in Wolfsburg

Schaubild der Projektbedingungen aus dem Dialogworkshop in Wolfsburg

Bürgerinnen und Bürger sowie Interessenten aus Politik und Verwaltung waren am 13. Juli 2017 zu einem Dialogworkshop eingeladen, um sich über die Städtefreundschaft sowie Agenda-Aktivitäten der Stadt zu informieren und das Pilotprojekt kennenzulernen. Ideen für Austausche und die Entwicklung eines Bildungsangebotes zum Thema „Nachhaltigkeit“ in Wolfsburg und Sarajevo wurden bei dieser Gelegenheit eingebracht und anhand der vorgegebenen Rahmenbedingungen diskutiert! 
Neben dem Vorschlag in Wolfsburg eine LernBox „Kreislaufführung von Ressourcen“ entsprechend des Ansatzes von „Cradle to Cradle“ zu entwickeln, wurde u.a. die Vernetzung von Reparaturangeboten und -akteuren angeregt. Weitere Ansätze fanden sich z.B. im Bereich Papierrecycling, Wasserkreislaufwirtschaft und Müll. 
Zeitgleich werden in Sarajevo Maßnahmen für eine Projektarbeit geprüft, die den dortigen Bedürfnissen und Möglichkeiten entsprechen. Beide Projektmaßnahmen werden dann aufeinander abgestimmt und zeitgleich umgesetzt. Dabei nehmen die Städte gegenseitig eine beratende Rolle ein und können von den Erfahrungen und Ideen zur nachhaltigen Entwicklung profitieren.


Erste Gespräche werden geführt, um eine Projektpartnerschaft in Südafrika ins Leben zu rufen.

Weitere Informationen folgen in Kürze.

Hier finden Sie Pressemitteilungen, Publikationen und weiterführende Informationen:

Publikationen:


Pressemitteilungen:

Pressemitteilung vom 14.07.2017

Dialogworkshop

Kommunale Nachhaltigkeitspartnerschaft Wolfsburg-Sarajevo

Bild aus dem Dialogworkshop Kommunale Nachhaltigkeitspartnerschaft Wolfsburg-SarajevoAm Donnerstag begrüßten Oberbürgermeister Klaus Mohrs und Referatsleiter Manfred Hüller ca. 20 interessierte Bürgerinnen und Bürger sowie Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Verwaltung zu einem Dialogworkshop. Mit dem Pilotprojekt „Kommunale Nachhaltigkeitspartnerschaften“, welches Engagement Global mit der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) durchführt, engagiert sich Wolfsburg mit der Freundschaftsstadt Sarajevo (Bosnien und Herzegowina) seit Beginn des Jahres als eine von insgesamt zwölf Entwicklungspartnerschaften. Ziel der zweijährigen Kooperationen zwischen deutschen Kommunen und Kommunen in Serbien, Kosovo sowie Bosnien und Herzegowina ist es, lokale und interkommunale Dialoge und Maßnahmen zu den globalen Zielen für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals – SDGs) der Agenda 2030 zu etablieren. Dazu können die Städte auf gegenseitige Entsendungen, Erfahrungsaustausche, Vernetzungstreffen und Qualifizierungsangebote zurückgreifen, um letztlich in jeder Stadt eine geförderte Projektmaßnahme im Sinne der SDGs zu entwickeln. Während des Dialogworkshops in Wolfsburg berichteten die Verantwortlichen aus dem Referat Repräsentation, Internationale Beziehungen und dem Umweltamt anfangs über die Aktivitäten im Bereich der Partnerschaft- und Agenda-Arbeit der Stadt.

Oberbürgermeister Klaus Mohrs verdeutlichte: „Wir haben uns ganz bewusst für diese zweijährige Entwicklungspartnerschaft mit unserer Freundschaftsstadt Sarajevo entschieden. Wir erhoffen uns davon, die Beziehung zu Sarajevo zu vertiefen und das Bewusstsein für nachhaltiges Handeln in beiden Städten zu stärken.“ Neben der Teilnahme der Projektverantwortlichen aus Wolfsburg und Sarajevo an der Auftaktkonferenz in Gelsenkirchen erfolgte in beiden Städten im Frühjahr bereits die Unterzeichnung eines Memorandum of Understanding zur Zusammenarbeit. Darüber hinaus konnten die Wolfsburger Mitarbeiterinnen bereits von der Qualifizierungsmaßnahme „Partnerschaftliche Zusammenarbeit im interkulturellen Kontext (Südosteuropa)“ an der Akademie für Internationale Zusammenarbeit profitieren. Gemeinsam mit den Projektkoordinatorinnen der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) aus Bonn konnten schließlich Vorschläge und Ideen für die Entwicklung einer Projektmaßnahme unter Berücksichtigung der SDGs eingebracht werden. Wolfsburg und Sarajevo richten ihren Fokus auf das Nachhaltigkeitsziel Nr. 4: In jeder Stadt soll ein Bildungsangebot zum Thema „Nachhaltigkeit“ geschaffen werden.

Großen Anklang fand der Vorschlag gemeinsam mit der Wolfsburger NaturErkundungsSTation eine LernBox zum Thema „Kreislaufführung von Ressourcen“ entwickeln, die an die Bedarfe von Schulen angepasst wird und auch für Projektarbeiten ausgeliehen werden könnte. Vorschläge, dieses Projekt an das Konzept von „Cradle to Cradle“ anzuknüpfen, die jeweiligen Zielgruppen partizipativ in die Projektentwicklung einzubinden und zusätzlich ggf. digital Informationsmaterial bereitzustellen, wurden von der Gruppe eingebracht. Als weitere Projektidee wurde Bedarf bei der Vernetzung von Reparaturangeboten (Repair Cafés) gesehen, um gegenseitig Knowhow z.B. zur Reparatur von Alltagsgegenständen weiterzugeben. Von Seiten der SKEW wurde weiterhin darauf hingewiesen, dass bestimmte Rahmenbedingungen erfüllt werden müssen, um die Finanzierung sicherzustellen. Unter anderem ist die Förderung rein investiver Maßnahmen schwierig während die Vermittlung von Wissen und Bildung für nachhaltige Entwicklung unter Einbindung kommunalspezifischen Fachwissens sehr vielversprechend ist.

In einem nächsten Schritt werden die Ergebnisse des Dialogworkshops in Wolfsburg mit den Projektideen in Sarajevo abgeglichen, um eine Maßnahme in jeder Stadt festzulegen, die im weiteren Verlauf der kommunalen Nachhaltigkeitspartnerschaft gemeinsam weiterentwickelt und umgesetzt wird. Nora Mühling, Koordinatorin kommunaler Entwicklungszusammenarbeit der Stadt Wolfsburg, resümiert: „Es ist sehr schön zu sehen, dass sich alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Dialogworkshops weiterhin in die Projektarbeit einbringen möchten und dabei großen Wert auf die Berücksichtigung der unterschiedlichen Grundvoraussetzungen und Bedürfnisse in Wolfsburg und Sarajevo legen. Das ist eine ganz wichtige Basis für die weitere Partnerschaftsarbeit, um gewinnbringende Erfahrungsaustausche und nachhaltige Maßnahmen auf beiden Seiten zu verwirklichen.“



Pressemitteilung vom 07.04.2017

Kommunale Entwicklungszusammenarbeit

Erweiterung der internationalen Aktivitäten

Manfred Hüller, Nora Mühling, Oberbürgermeister Klaus Mohrs

Seit dem 1. Januar 2017 verfügt die Stadt Wolfsburg über eine Personalstelle zugunsten des entwicklungspolitischen Engagements der Stadt. Diese wird gefördert durch Engagement Global gGmbH im Rahmen des Programms der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt mit finanzieller Unterstützung durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Als Koordinatorin kommunaler Entwicklungszusammenarbeit ist Nora Mühling seit Beginn des Jahres im Referat Repräsentation, Internationale Beziehungen tätig. Innerhalb des Bewilligungszeitraumes von zwei Jahren wird das Ziel verfolgt im Sinne der globalen Nachhaltigkeitsziele der Agenda 2030 die kommunalen internationalen Beziehungen in Form von Entwicklungspartnerschaften und entwicklungspolitischen Aktivitäten zu erweitern. Mit dem Ausbau des entwicklungspolitischen Engagements leistet die Stadt zugleich einen Beitrag entsprechend des Ratsbeschlusses zur Wolfsburger Agenda 21.

Als Kommunale Entwicklungspolitik werden Maßnahmen der Kommunalverwaltung und -politik verstanden, die sowohl die nachhaltige Entwicklung vor Ort als auch in Entwicklungsländern fördern. Wichtig ist dabei, dass erst die spezifische Kombination von Inlands- und Auslandsarbeit die kommunale Entwicklungspolitik wirksam werden lässt. Dazu zählen lokale Aktivitäten wie Informations- und Bildungsarbeit ebenso wie international ausgerichtet Projektpartnerschaften mit Fachaustauschen.

Zunehmend werden Kommunen als Akteure in der Entwicklungspolitik aktiv und gefordert. Neben der Agenda 2030, die mit dem globalen Nachhaltigkeitsziel Nr. 17 „Globale Partnerschaften zur Erreichung der Nachhaltigkeitsziele“ für  einen „neuen Geist internationaler Zusammenarbeit“ und gemeinsames Handelns wirbt, rufen Bund und Länder durch Initiativen und Beschlüsse vermehrt zu kommunalem entwicklungspolitischen Engagement auf. Denn Kommunen, wie Wolfsburg, haben die Möglichkeit ihren Bürgerinnen und Bürgern globale Prozesse und deren Folgen näherzubringen. Herausforderungen wie Flüchtlingsbewegungen, der Klimawandel, Ressourcenmangel oder auch soziale Ungerechtigkeit betreffen die gesamte Weltgemeinschaft. Oberbürgermeister Klaus Mohrs erläutert: „Zunehmend erfahren wir spürbar, dass globale Probleme weder vor kontinentalen noch kommunalen Grenzen halt machen. Deshalb müssen wir einen Beitrag zur Lösung dieser Probleme leisten – gemeinsam. Mehr denn je wird uns heute bewusst, dass unser Verhalten – gegenüber der Umwelt oder beispielsweise unser Konsumverhalten – globale Entwicklungen auch beeinflusst. Dieses Bewusstsein müssen wir stärken und mit Solidarität und Verantwortung reagieren. Entwicklungspartnerschaften können dazu einen grundlegenden Beitrag leisten.“ Als neue, fortschrittliche Art kommunaler, projektbezogener Kooperationen handelt es sich bei Entwicklungspartnerschaften im Gegensatz zur ursprünglichen Entwicklungshilfe um eine Kooperation auf Augenhöhe. 

In Wolfsburg liegt der Schwerpunkt auf dem Aufbau von Projektpartnerschaften mit Sarajevo und Südafrika. Außerdem soll u.a. Netzwerk entwicklungspolitisch interessierter und aktiver Akteure entstehen, um bestehende Aktivitäten transparent zu machen und Beratungs- sowie Unterstützungsleistungen für Entwicklungsprojekte auszutauschen.


Pressemitteilung vom 17.03.2017

Fachaustausch zwischen Wolfsburg und Jendouba

Projekt „Kommunaler Wissenstransfer Maghreb-Deutschland“

v.l.: Manfred Hüller (Leiter Internationale Beziehungen), Christin Eckstein (Referat Internationale Beziehungen), Oberbürgermeister Klaus Mohrs, Nadja Bonarius (SKEW), Aida Ghazouani (Stadt Jendouba), Amine Khazri (Stadt Jendouba), Jerome Kuchejda (GIZ), Nora Mühling (Referat Internationale Beziehungen)

Die Stadt Wolfsburg beteiligt sich mit der Freundschaftsstadt Jendouba am entwicklungspolitischen Projekt „Kommunaler Wissenstransfer Maghreb-Deutschland“. Vom 14. bis 17. März sind zwei Mitarbeiter aus der Stadtverwaltung Jendouba zu Gast im Rathaus. Die Hospitanten erhalten im Rahmen der Projektarbeit zum Bau einer Parkanlage für Jugendliche unter Bürgerbeteiligung in Jendouba einen Einblick in die Verwaltungsstrukturen der Stadt und lernen die Aufgaben der Abteilungen Flächenplanung, Integration, Bürger- und Jugendbeteiligung kennen. 

Oberbürgermeister Klaus Mohrs begrüßte die Gäste Aida Ghazouani, Projektverantwortliche zur Gestaltung öffentlicher Räume und Amine Khazri, Ingenieur im Bereich der Bau- und Stadtplanung, aus der Stadt Jendouba im Rathaus. Begleitet werden die Hospitanten von den Projektkoordinatoren Jerome Kuchejda von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit in Tunesien (GIZ) und Nadja Bonarius von der Servicestelle für Kommunen in der Einen Welt (SKEW). 

Bis zum Sommer 2018 kooperiert die Stadt Wolfsburg mit der Freundschaftsstadt innerhalb der Entwicklungspartnerschaft „Kommunaler Wissenstransfer Maghreb-Deutschland“. Diese wird im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), von der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW), von Engagement Global und der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) durchgeführt und finanziert. Mit dem Ziel, den kommunalen Wissens- und Erfahrungsaustausch in Form von Entwicklungspartnerschaften zu fördern, werden bis zu 25 Kleinprojekte in Tunesien, Marokko und Algerien im Bereich der Kommunalentwicklung unterstützt, Maßnahmen gemeinsam konzeptualisiert und im Maghreb umgesetzt. 

Die tunesischen Kommunen befinden sich nach dem Arabischen Frühling im Aufbau kommunaler und demokratischer Strukturen. Mit Hilfe des Wissenstransfers können Sie von den Erfahrungen der deutschen Kommunen in der Stadtentwicklung – zugunsten effizienter Dienstleistungen, verbesserter Lebensbedingungen, zusätzlicher Arbeitsplätze und neuer Strukturen, die eine Beteiligung der Zivilbevölkerung ermöglichen – profitieren. 

Wolfsburg unterstützt seine Freundschaftsstadt Jendouba bei der Planung und Konstruktion einer Parkanlage für Jugendliche unter Beteiligung der AnwohnerInnen des Stadtteils. Das gemeinsame Projektvorhaben in Jendouba basiert auf einem Mangel an Jugendtreffpunkten, die für die Freizeitgestaltung Jugendlicher von großer Bedeutung sind.

Bürgernahe integrative Ansätze werden verfolgt, um die Lebenssituation der Menschen vor Ort zu steigern und Anreize für junge Menschen zu schaffen, ihre Zukunft im eigenen Land verantwortungsbewusst mitzugestalten. Auf diesem Weg kann dem hohen  Urbanisierungsgrad ebenso wie Fluchtursachen und Kriminalisierungstendenzen entgegengewirkt werden. 

Seit Oktober 2016 begleitet eine Projektgruppe, bestehend aus MitarbeiterInnen der beteiligten Fachbereiche der Stadt Wolfsburg, das Vorhaben. Das Kennenlernen der Projektbeteiligten sowie der Erfahrungsaustausch stehen während des Aufenthalts der tunesischen Fachkräfte in Wolfsburg im Mittelpunkt. Kulturell wird das Besuchsprogramm durch einen gemeinsamen Abend des Internationalen Freundeskreises Wolfsburg e.V. mit dem Tunesischen Kultur- und Jugendverein e.V. gestaltet.

Langfristig leisten die Kleinprojekte einen Beitrag für den sozialen Frieden und tragen zur Stabilisierung im Maghreb bei. Oberbürgermeister Mohrs unterstreicht: „Parallel können sich die deutschen Beteiligten Wissen über Strukturen, Ressourcen und Herausforderungen im Maghreb aneignen und ihre Erfahrungen in Wolfsburger Vorhaben anwenden.“ Damit leistet das Projekt einen aktiven Beitrag zugunsten der Umsetzung der nachhaltigen Entwicklungsziele (SDGs) der Agenda 2030.