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Fachkräftemangel und Krankheitswelle

Abstriche bei der Kinderbetreuung notwendig – Kitas und Familien brauchen Solidarität im Winter

Wolfsburg ist hinsichtlich der frühkindlichen Bildung gut aufgestellt und eine Kommune in Niedersachsen, die ein gut ausgebautes Angebot an Plätze für Kinder unter dreijährigen Kinder in Krippen und Kindertagespflege, aber auch im Rahmen des ganztägigen Betreuungsangebotes in Kindergärten vorweisen kann. Trotzdem geht auch an Wolfsburg die angespannte Situation auf dem Fachkräftemarkt und die aktuelle starke Krankheitswelle nicht spurlos vorüber. Das führt zu temporären Auswirkungen auf die Betreuungssituation bei uns. Diese sind derzeit noch nicht gravierend, könnten in den nächsten Wochen aber zunehmen.

Durch den Fachkräftemangel mussten bereits jetzt drei Gruppen zeitweise geschlossen werden. In vier Gruppen wurden die Betreuungszeiten eingekürzt – von einer Ganztagsbetreuung auf eine Dreivierteltagsbetreuung. Wegen der aktuellen Krankheitswelle und den damit verbundenen Ausfällen bei den pädagogischen Fachkräften wird es auch über den gesamten Winter immer wieder zu Ausfällen und Reduzierungen der Betreuungszeit kommen.

„Wir wollen frühzeitig darüber informieren, dass es zu Kürzungen der Betreuungszeiten kommen kann, weil wir wissen, wie emotional diese Diskussion geführt werden wird“, erklärt Iris Bothe, Dezernentin für Jugend, Bildung, Integration und Informationstechnologie. „Arbeitgeber, Eltern und Kitas können diese Situation nur solidarisch bewältigen.“

Die Belastung in den letzten Monaten ist für alle aus unterschiedlichen Gründen sehr hoch gewesen. Daher richtet sich der Appell auch an Arbeitgeber*innen, keinen Druck auf Eltern auszuüben. Eltern von kleinen Kindern stehen auch weiterhin zusätzliche Kindkranktage zu, auch wenn die Betreuung ausfällt. Das gilt gleichermaßen für Mütter und Väter. Bei allem Verständnis für die Prozesse in der jeweiligen Arbeitswelt, sind hier auch die Arbeitgeber*innen gefordert, den Eltern entgegenzukommen.

Bei allem Verständnis für die Situation der Eltern, appelliert die Stadtverwaltung daran, nur gesunde Kinder in die Betreuung zu geben (48 Stunden Fieberfreiheit). Dies ist auch wichtig, damit die Kinder fit genug sind, um den Kita-Alltag meistern zu können. Kranke Kinder lösen zudem eine Erkältungsspirale mit wechselseitigen Ansteckungen aus, sodass zeitversetzt auch die Mitarbeitenden in den Kitas krank ausfallen.

Entlastung bringt es auch, wenn Eltern ihre Kinder an freien Tagen – trotz des Betreuungsanspruchs – selbst betreuen. Dieses sichert zeitliche Kapazitäten für Notfälle bei Eltern, die dringend auf die Betreuung angewiesen sind. In der Hochphase der Corona-Pandemie haben sich viele Eltern in Gruppen zusammengetan, um die Betreuungsangebote der Kindertagesstätten zu ergänzen. Solche flexiblen und solidarischen Modelle könnten auch jetzt ein Teil der Lösung sein, wenn es zu verkürzten Betreuungszeiten kommen muss. 

„Uns – und insbesondere den Kita-Leitungen in den Einrichtungen – ist bewusst, dass die verlässliche Kinderbetreuung ein wichtiger Faktor im Alltag vieler Eltern ist“, führt Iris Bothe weiter aus. „Unsere kompetenten Kita-Leitungen, stehen im engen Kontakt mit den Eltern und können objektiv entscheiden, in welchen Fällen eine Notbetreuung notwendig ist.“

Ein großer Dank gilt hier allen Beteiligten, den pädagogischen Fachkräften in Wolfsburgs Kindertageseinrichtungen, die derzeit über den Regelarbeitsplan hinaus die Kinderbetreuung stemmen und so den Eltern die Vereinbarkeit von Familie und Beruf wo immer möglich sichern. Aber auch den Eltern, die immer wieder jonglieren und versuchen ihren Kindern, aber auch dem Job gerecht zu werden. Und den Arbeitgebern, die gerade in der kritischen Infrastruktur jeden Tag neu organisieren müssen, um auch ihr Leistungsangebot hinzukriegen.