Architekturnews

Pressemitteilung vom 11.02.2019

Moderierte Architekturführung

Braunschweigische Landschaft lädt ins Scharoun-Theater

Die Architektur der 1960er und 1970er Jahre hat im Braunschweiger Land eine große Zahl bemerkenswerter Bauwerke und Ensembles hervorgebracht, darunter das Scharoun-Theater in Wolfsburg. Im Rahmen der Reihe "Achtung modern - Architektur zwischen 1960 und 1980" der Arbeitsgemeinschaft Denkmalpflege der Braunschweigischen Landschaft, gibt es am Dienstag, 12. Februar, um 17 Uhr, eine Führung durch den Theaterbau.

Nicole Froberg vom Forum Architektur der Stadt und Marita Stolz vom Scharoun Theater informieren dabei über die besonderen baulichen Details. Die Teilnahme an der Führung ist kostenlos, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Interessierte sollten sich am Haupteingang des Theaters, Klieverhagen 50, einfinden.

Das 1973 eingeweihte Wolfsburger Theater ist ein spätes Werk des Architekten Hans Scharoun, der zu den wichtigsten Vertretern einer organisch-expressiven Architektur zählt. Die komplexe Bauskulptur ist als landschaftlicher Blickpunkt über der Innenstadt konzipiert.

Die Architekturführungen der Braunschweigischen Landschaft finden im Rahmen der Sonderausstellung „Brutal modern. Bauen und Leben in den 60ern und 70ern“ statt, die das Braunschweigische Landesmuseum seit dem 13. Oktober und noch bis Ende März zeigt. Die Ausstellung basiert auf dem von der Arbeitsgemeinschaft Denkmalpflege der Braunschweigischen Landschaft initiierten Projekts "Achtung modern! Architektur zwischen 1960 und 1980“ und wurde in Kooperation mit der Braunschweigischen Landschaft, dem Forum Architektur Wolfsburg, dem Netzwerk Braunschweiger Schule und dem Institut für Baugeschichte der Technischen Universität Braunschweig erarbeitet.

Im Mittelpunkt stehen die Bauten der Moderne, die das Bild unserer Städte bis heute prägen und selbstverständlicher Teil des Alltags geworden sind. Rund ein halbes Jahrhundert nach ihrer Entstehung sind sie jedoch in die Jahre gekommen, und an vielen Orten stellen sich ganz aktuell die Fragen nach Erhaltung, Umnutzung oder Abriss, nach Wertschätzung und Denkmalwert.

Mit einem diskursiv angelegten Begleitprogramm – so auch mit den Rundgängen der Reihe „Achtung modern!“ – soll ein Forum für den Dialog zwischen Öffentlichkeit, Nutzern, Architekten und Denkmalpflegern entstehen, um die Bedeutung und die Zukunftsfähigkeit der Architektur der 1960er und 1970er Jahre neu zu bewerten.


Pressemitteilung vom 22.11.2018

Ein sensibler Ort mit Potential: Stadt denken auf dem Klieversberg 

Ann-Kathrin Lepke (TU Braunschweig) gewinnt studentischen Ideenwettbewerb

Wo und wie können Impulse für eine künftige mögliche Weiterentwicklung Wolfsburgs gesetzt werden, ohne das bauliche und kulturelle Erbe aus dem Blick zu verlieren? Dies ist eine zentrale Fragestellung des studentischen Ideenwettbewerbs "Wolfsburg Award für urban vision" 2018. Als eine Antwort hat Ann-Katrin Lepke aus Braunschweig eine beeindruckende Architektur für Ausstellung, Forschung und Vermittlung zum Thema Stadt entworfen.

Gewählt hat sie dafür einen besonderen historischen Ort - die Stadtterrasse auf dem Klieversberg, die gleichzeitig als besonderer Landschaftsort mit ihrem beeindruckenden Blick auf die Stadt erfahrbar gemacht wird. Die Architekturstudentin konnte sich mit dieser mutigen, besonderen Idee unter 43 Mitbewerbern beim elften "Wolfsburg Award for urban vision" durchsetzen und gewann den mit 2.600 Euro dotierten ersten Preis. Entstanden ist die Arbeit an der Technischen Universität (TU) Braunschweig bei Professor Werner Kaag.

Der erste Preis sowie drei Anerkennungen wurden am Mittwochabend, 21. November, im Rahmen eines Festakts in der Neuen Schule Wolfsburg verliehen und durch Stadtbaurat Kai-Uwe Hirschheide sowie den Juryvorsitzenden Professor Georg Skalecki (Bremen) und den Gastjuror Professor Tristan Kobler (Zürich) überreicht.

Inzwischen zum dritten Mal wurde das Preisgericht des europaweit ausgelobten Wettbewerbs durch einen Gastjuror aus dem Ausland unterstützt. Tristan Kobler vom Züricher Büro Holzer war zur Preisverleihung erneut angereist. Zum Wettbewerb sagte er: "Die Offenheit der Themen macht den Wettbewerb weder für die teilnehmenden Studierenden, noch für die Jury einfacher, dafür aber interessanter." Zu den bekannten Projekten des Büros in der Region zählt das Museum Paläon in Schöningen.

Mit drei Anerkennungen würdigte das Preisgericht weitere Arbeiten aus Braunschweig und Hannover. Die städtebauliche Arbeit "Renewal Hellwinkel" von Theresa Marie Bublitz beschäftigt sich mit der Modernisierung und Nachverdichtung der Bebauung am Hellwinkel aus den 1950er Jahren.

Mit "Pieces for Livin City" haben Hans-Martin Peters und Henry Schraad (Leibniz Universität Hannover) eine Strategie zum Umgang mit den dezentralen Quartiersplätzen vorgeschlagen. Interventionen im öffentlichen Raum sollen Anwohner zum aktiven Mitgestalten animieren.

Die Arbeit "Ressource Wohnraum" von Daniel Leseberg (TU Braunschweig) schlägt die teilweise Umwandlung des Parkhauses im Handwerkerviertel zu (Studenten-)Wohnungen vor.

Der Beitrag von Ann-Kathrin Lepke entwirft auf dem Klieversberg ein Gebäude, das vor allem den besonderen Ort thematisiert. Einst für die NS-Stadtkrone vorgesehen, ist die Stadtterrasse heute zentraler Erholungs- und Naturraum. Das fiktive Gebäude setzt sich geschickt in Beziehung zu bestehenden städtebaulichen Achsen sowie zur umgebenden Landschaft. Ein Panoramafenster rahmt den Ausblick auf die Stadt.

"Uns geht es mit dem Wettbewerb keinesfalls darum, Orte oder Konzepte für künftige Bauvorhaben zu finden, sondern um grundsätzliche Fragen nach ungehobenem Potential und Impulsen für künftiges Denken. Das Projekt ist gleichzeitig visionär und eng an der Charakteristik der Stadt orientiert", erläutert Stadtbaurat Kai-Uwe Hirschheide die Begründung der Jury.

Seit 2007 sind rund 600 Teilnehmer der Einladung zum Wettbewerb gefolgt und haben sich mit Wolfsburg unter historischen, architektonischen und städtebaulichen Themenstellungen zu beschäftigt. Konkrete Planungsgebiete oder Entwurfsaufgaben werden durch die Auslobung dabei nicht vorgegeben. Gesucht werden Arbeiten, die aus dieser Auseinandersetzung heraus starke Ideen und innovative Visionen für die Zukunft der Stadt entwickeln.

Insgesamt hat das Preisgericht unter dem Vorsitz von Professor Dr. Georg Skalecki (Bremen) sechs Arbeiten nominiert, die vom 22. November bis zum 14. Dezember in einer Ausstellung in der Bürgerhalle des Wolfsburger Rathauses, Porschestraße 49, während der Öffnungszeiten zu sehen sind und in einer Wettbewerbsdokumentation veröffentlicht wurden.

Die Dokumentation der nominierten und ausgezeichneten Arbeiten lässt sich über das Forum Architektur der Stadt Wolfsburg unter Telefon (05361) 28-2814 oder per E-Mail an wolfsburgaward@stadt.wolfsburg.de kostenfrei anfordern und steht unter www.wolfsburg.de/architektur zum Download bereit.

Bildunterschrift 1: Ein sensibler Ort mit viel Potential. Ann-Kathrin Lepke, "Kliversberg. Ort der Kultur", 1. Preis Wolfsburg Award for urban vision 2018, Foto: Lars Landmann Bildunterschrift 2: Die Preisträgerin Ann-Kathrin Lepke (TU Braunschweig, Bildmitte) inmitten weiterer ausgezeichneter Studenten und Preisgerichtsmitglieder sowie Gastjuror Professor Tristan Kobler (Zürich, rechts). Foto: Stadt Wolfsburg, Lars Landmann.

Daten und Fakten

Auslober: Stadt Wolfsburg

Preisgericht: Wilfried Andacht, Planungs- und Bauausschuss; Hans-Georg Bachmann, Stellvertretender Vorsitzender des Planungs- und Bauausschusses; Kai-Uwe Hirschheide, Stadtbaurat der Stadt Wolfsburg; Silke Lässig, Stadt Wolfsburg, Abteilungsleiterin Stadtplanung; Manuel Scholl, Zürich, Gestaltungsbeirat der Stadt Wolfsburg; Professor Dr. Georg Skalecki, Bremen, Gestaltungsbeirat der Stadt Wolfsburg (Vorsitz); Götz Stehr, Stadt Wolfsburg, Geschäftsbereichsleiter Grün

Gastjuror: Professor Tristan Kobler, Gastpreisrichter, Holzer Kobler Architekturen, Zürich Teilnehmerfeld

43 Teilnehmer, 23 Einzel- und Gruppenbeiträge, 9 Hochschulen 1. Preis: Klieversberg - Ort der Kultur, Ann-Kathrin Lepke, Braunschweig, Technische Universität Braunschweig, Institut für Baukonstruktion, Professor Werner Kaag Anerkennungen (gleichwertig):

Renewal Hellwinkel. Vital, bunt, intensiv. Theresa Marie Bublitz, Braunschweig, TU Braunschweig, Institut für Städtebau und Entwurfsmethodik, Professor Uwe Brederlau Pieces for living city, Hans-Martin Peters, Celle, Henry Schraad, Vechta, Leibniz Universität Hannover, Institut für Freiraumentwicklung, Professor Dr.-Ing. Martin Prominski Ressource Wohnraum. Vom Haus fürs Auto zum Haus für Menschen, Daniel Leseberg, Braunschweig, TU Braunschweig, Institut für Industriebau und Konstruktives Entwerfen, Professor Carsten Roth

Preissumme: 5.000 Euro (gesamt)


Pressemitteilung vom 15.08.2018

Ein Wohnzimmer für alle

Gewinnerprojekt aus Wettbewerb zum Marktplatz wird realisiert

Vom 16. bis 27. August wird der Marktplatz am Rabenberg in Wolfsburg zur gemeinschaftlichen Sommer-Wohnung für alle. Das Projekt "Raben-WG" bietet zwölf Tage lang die Möglichkeit, hier gemeinsam zu feiern, zu diskutieren, zu entspannen und sich gegenseitig kennenzulernen. Die Einweihungsparty mit Stadtbaurat Kai-Uwe Hirschheide und Ortsbürgermeister Matthias Presia findet am Sonnabend, 18. August, um 16 Uhr statt. In den dann folgenden Tagen laden ein buntes Programm und verschiedene Angebote wie ein Büchertauschregal, eine Boule-Bahn und Sitzgruppen aus Palettenmöbeln dazu ein, den Platz mit Leben zu füllen.

Das Projekt "Raben-WG" ging als Gewinner aus dem Wettbewerb "Nimm Platz! Wolfsburg" hervor, der nach temporären Projekten, Aktionen oder Installationen für den Marktplatz gesucht hatte, die dazu einladen hier wieder "Platz zu nehmen". Während der Recherche der Teilnehmer vor Ort und einer offenen Bürger-Gesprächswerkstatt im April wurde deutlich, dass sich die Anwohner vor allem Anlässe und Möglichkeiten für Begegnung und eine aktive, lebendige Nachbarschaft wünschen.

Mit dem Gewinnerprojekt "Raben-WG" haben Anna-Lena Heller und Mandy Hütt von der Leibniz Universität Hannover auf dem Marktplatz den Grundriss einer Wohnung nachempfunden, ausgestattet mit einem Riesen-Schachspiel, Palettensofas, großen Tischen und vielem mehr.

Das ungewöhnliche Experiment will die Bewohner aus den eigenen vier Wänden locken zu gemeinschaftlichen Aktivitäten, Gesprächen und gegenseitigem Kennenlernen. "Die Raben-WG lädt auch außerhalb des Programms zum Verweilen und aktiv werden ein. Die Türen stehen immer offen", sagt Projektleiterin Esther Orant vom Forum Architektur der Stadt Wolfsburg, das den Wettbewerb betreut hat.

Der Aufbau beginnt am Donnerstag, 16. August. Wer Lust hat zu sich einzubringen, schaut einfach ab Mittag vorbei. Auch die Kinder der nahegelegenen Eichendorffschule werden mithelfen und Blumenkästen für die Raben-WG bepflanzen. Zur Einweihung am Sonnabend sind die Anwohner eingeladen, alte Fotos vom Rabenberg und andere Motive für die Bilderwand mitzubringen (bitte keine Originale), gerne auch einen Kuchen oder Salat für das Buffet. Für den musikalischen Rahmen sorgt der Sänger und Gitarrist Claudio Calandra.

Einige Anwohner sind bereits jetzt aktiv geworden und haben Aktionen für das Programm initiiert. "Das Projekt bietet die ideale Gelegenheit, die Menschen, die gerne auch künftig gemeinsam etwas auf die Beine stellen wollen, zusammenzubringen", findet die Rabenbergerin Andrea Ristau von Sehlen.

Alle Rabenberger, die Lust haben ihren Stadtteil mitzugestalten, sind am Sonntag, 19. August, um 18.30 Uhr zu einem Treffen in der Raben-WG eingeladen. Sabine Strodtmann hat als Bürgervertreterin in der Jury das Projekt mit ausgesucht und sich zusammen mit der Pizzeria "Non Solo Pizza" eine weitere Aktion für das Programm ausgedacht: Zum ersten VfL-Heimspiel der Saison am Sonnabend, 25. August, um 15.30 Uhr bieten sie ein Backaktion für Kinder an. Für 1,50 Euro pro Portion können herzhafte "Heimspielwölfe" gebacken werden. Das Spiel läuft dazu im Radio.

Weiterer Programmpunkt ist am Montag, 20. August, ab 14 Uhr eine Spendenaktion. Eigens für den Rabenberg gestaltete Mehrwegflaschen zum Befüllen an der Rotheburg-Quelle werden gegen Spende verteilt. Am Dienstag, 21. August, um 16 Uhr findet ein moderiertes Tauschbüro statt. Nach dem Motto "Hilfe beim Einkaufen gesucht? Lust auf gemeinsame Spaziergänge oder Radtouren?" werden bei Kaffee und Kuchen Angebote und Gesuche zusammengebracht.

Am Mittwoch, 22. August, sind ab 16 Uhr Jung und Alt eingeladen sich im Boule-Spiel auszuprobieren und einen geselligen Nachmittag zu verbringen. Zum Abschluss wird es am Sonntag, 26. August, um 15 Uhr ein "Offenes WG-Plenum" geben, in dem die Gelegenheit geboten wird, gemeinsam die Zeit in der "Raben-WG" Revue passieren zu lassen und in die Zukunft zu blicken.

Das Programm und weitere Informationen gibt es im Internet unter wolfsburg.de/architektur.

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