Architekturnews

Pressemitteilung vom 08.08.2019

Kultursommer im Billen-Pavillon

Programm für Veranstaltungswochen steht fest

Ausstellungen, Musik, Führungen und Gespräche, Kunstaktionen und ein Sommercafe, der Kultursommer im Billen-Pavillon in Wolfsburg vom 18. August bis 8. September soll viele Gelegenheiten bieten, sich über das Baudenkmal zu informieren, die Räume in kreativer Nutzung zu erleben und miteinander ins Gespräch zu kommen. Jetzt steht das gesamte Programm fest. Offiziell eröffnet wird der Kultursommer im Billen-Pavillon am Sonntag, 18. August, um 15 Uhr durch Stadtbaurat Kai-Uwe Hirschheide und Bernd Rodrian vom Institut Heidersberger.

Geöffnet ist das Gebäude jeweils donnerstags von 16 bis 22 Uhr sowie sonntags von 11 bis 17 Uhr. Das Institut Heidersberger zeigt in der ehemaligen Bildhauerei die Ausstellung STEIN-REICH mit Aufnahmen des Pavillons von Heinrich Heidersberger aus den frühen 1960er Jahren, die zum Teil noch unveröffentlicht sind. Hinzu kommt ein Rundgang der Unteren Denkmalschutzbehörde mit Informationen zur Architektur und Geschichte des Gebäudes.

Die erste Veranstaltung am Donnerstag, 22. August, um 17 Uhr steht dann unter dem Motto "Material". Anita Placenti-Grau vom Institut für Zeitgeschichte und Stadtpräsentation spricht in einer geführten Begehung der Räume mit dem Steinmetzen Friedrich Aly und Reinhold Baxmann (Hildesheim) und anderen ehemaligen Billen-Mitarbeitern als Zeitzeugen über Material, Handwerk und die Arbeit der Steinmetze und Steinbildhauer im Natursteinwerk. Auch das Kunstwerk neben dem Gebäude wird thematisiert.

Alles um Kunst und Kreativität dreht sich am Sonntag, 25. August. Um 11 Uhr bieten die Kreativwerkstätten im Kulturwerk der Stadt Wolfsburg eine Kunstaktion für Kinder an. Ausgangspunkt ist die Ausstellung "Kollektive Kreaturen. Ein monströses Kunstprojekt", die von den Kreativwerkstätten in den ehemaligen Büroräumen gezeigt wird. Am Nachmittag lädt der Kunstverein Wolfsburg um 15 Uhr zu einem Künstlergespräch ein. Leiter Dr. Justin Hoffmann spricht mit den Künstlern Folke Köbberling und Bernd Schulz über ihre Installationen am und im Billen-Pavillon.

Köbberling, die an der Technischen Hochschule Braunschweig das Institut für Architekturbezogene Kunst leitet, hat für das Gebäude die Installation "Low Tec Isolation" entwickelt. Diese wird an der westlichen Außenwand in Richtung Berliner Brücke entstehen, die ursprüngliche eine Innenwand war und nach Abriss der Werkhallen von außen sichtbar ist. Der Wolfsburger Lichtkünstler Bernd Schulz lässt durch die Projektionen seiner Installation "InsideOut" die nicht zugängliche nördliche Werkhalle von außen erlebbar werden.

Um die in Wolfsburg und Niedersachsen einmalige Architektur des Pavillongebäudes geht es am Donnerstag, 29. August, um 17 Uhr. An diesem Tag ist die Veranstaltungsreihe "Achtung modern - Architektur zwischen 1960 und 1980" der Arbeitsgemeinschaft Denkmalpflege der Braunschweigischen Landschaft im Billen-Pavillon zu Gast.

Dr. Jan Lubitz, Mitarbeiter des Niedersächsischen Landesamtes für Denkmalpflege, und Professor Berthold Burkhardt, der 2014 das erste Gutachten für das Pavillongebäude erstellt hat, geben Impulse. Erläutert werden das architektonische Konzept und seine Vorbilder, wie Mies van der Rohes Barcelona-Pavillon und die Architekturlehre der Braunschweiger Schule.

Architektur und Kunst sind auch die Themen am Sonntag, 1. September. Um 11 Uhr lädt das Institut Heidersberger zur Matinee. Gesprächsgast ist Harald Müller vom Büro David Chipperfield Architects (Berlin) das aktuell die Sanierung von Mies van der Rohes Neuer Nationalgalerie in Berlin durchführt. Hinzu kommt die Fotografin Jana Müller vom Archiv Elzel/Müller (ebenfalls Berlin), die in ihren Arbeiten das Verschwinden bedrohter Orte dokumentiert. Moderiert wird das Gespräch von Sebastian Frenzel, Redakteur der Kunstzeitschrift Monopol.

Unter der Überschrift "Geschichte" findet am Donnerstag, 5. September, um 17 Uhr ein zweites Zeitzeugengespräch statt zum Thema "Wolfsburg und das Unternehmen Naturstein Billen". Florian Billen, Sohn des Unternehmensgründers Hans Billen, Günther Graf von der Schulenburg und andere sprechen mit Bernd Rodrian vom Institut Heidersberger über die eng verknüpfte Firmen- und Stadtgeschichte. Im Anschluss gibt es um 20 Uhr Musik. Schüler der Musikschule Wolfsburg bringen in einem kleinen Konzert die Räume zum Klingen.

Den Abschluss des Programms bildet am Sonntag, 8. September, der Tag des offenen Denkmals. Ab 11 Uhr finden zu jeder vollen Stunden Expertenführungen mit den Fachleuten der Unteren Denkmalschutzbehörde statt, ab 13 Uhr jeweils im Dialog mit den externen Gutachtern Markus Loschinsky, Büro Dr. Krekeler Architekten (Braunschweig) beziehungsweise Hermann Baars, Martens+Puller Ingenieurgesellschaft (Braunschweig). Im Mittelpunkt stehen hier Fragen und Informationen zur denkmalgeschützten Architektur und Herausforderungen einer Ertüchtigung des Gebäudes.

Mit den Veranstaltungen wollen die Initiatoren Bernd Rodrian und Ali Altschaffel unterstützt durch die Untere Denkmalschutzbehörde und das Forum Architektur der Stadt Wolfsburg auf das Potential des Gebäudes aufmerksam machen und Ideen für mögliche künftige Nutzungen ausprobieren. Unabhängig von den Veranstaltungen können während der Öffnungszeiten die Räume und Ausstellungen besichtigt werden. Das Sommercafe vor dem Pavillon lädt ein zum "Chillen bei Billen" mit Live-Musik, verschiedenen DJ’s und Musik aus der Konserve.


Pressemitteilung vom 19.07.2019

Visualisierung Billen-Pavillon; Sabine Schneider/Forum Architektur

Billen-Pavillon 2019

Aktionswochen machen das Baudenkmal zugänglich für Kreative und Architekturinteressierte

60 Jahre alt wird das ehemalige Verwaltungsgebäude der Firma Naturstein Billen in diesen Tagen, seit 2012 steht das besondere Gebäude am Wolfsburger Maybachweg unter Denkmalschutz und wartet auf eine neue Nutzung. In seiner Architektur für Wolfsburg und Niedersachsen einmalig, strahlt der flache filigrane einstöckige Bau aus dem Jahr 1959 durch seine großen Glasflächen Offenheit und Transparenz aus. Ein begrüntes Atrium lässt Luft und Licht in die innenliegenden Räume. Ein Vergleich mit dem Barcelona-Pavillon von Mies van der Rohe drängt sich auf. In drei Aktionswochen – unter anderem mit Foto-Ausstellungen, Gesprächen mit Zeitzeugen und Architekturexperten, Kunstaktionen, einem Familientag und einem Sommercafé – wird der Billen-Pavillon vom 18. August bis 8. September öffentlich zugänglich gemacht. Alle Interessierten haben so die Möglichkeit, die wiederentdeckte Architektur-Ikone in kreativer Nutzung zu erleben.
 
Billen und Bauhaus
Der Billen-Pavillon und das Unternehmen Naturstein-Billen stehen für die Aufbaugeschichte der jungen Stadt in den Nachkriegsjahren. Und im Jahr des 100jährigen Jubiläums des Bauhauses sind gerade hier die Bezüge der wegweisenden Architekturschule offensichtlich. Im Vorfeld der Gebäudeplanung war es 1955 zu einer folgenreichen Begegnung des Wolfsburger Unternehmers Johann Tilmann Billen mit dem Architekten und ehemaligen Direktor des Bauhauses Ludwig Mies van der Rohe in Chicago gekommen. Als Billen 1959 beim Wolfsburger Architekten Rudolf Richard Gerdes einen neuen Verwaltungsbau in Auftrag gab, nahm dieser unverkennbar Anleihen an Mies van der Rohes Barcelona Pavillon, den dieser 1929 für die Weltausstellung entwarf und der als die Ikone der Moderne gilt.
 
Geöffnet zum Sehen und Verstehen
Um das Potential der Räume zu zeigen, werden sie an insgesamt sieben Tagen geöffnet sein. Ausstellungen und Führungen, Zeitzeugengespräche, ein Familiennachmittag und mehrere Kunstprojekte, Diskussionen, Kurzvorträge und Konzerte bieten ein buntes Programm mit vielen Förderern, Helfern und Beteiligten (siehe Anhang). Ein Sommercafé vor dem Gebäude lädt bei Musik und kühlen Getränken zum Chillen bei Billen ein. Geöffnet ist jeweils am Donnerstag von 16 bis 22 Uhr und am Sonntag von 11 bis 17 Uhr. Die Eröffnung ist für Sonntag, 18. August um 15 Uhr vorgesehen. Den Abschluss macht der "Tag des offenen Denkmals" am Sonntag, 8. September.
Zu den Initiatoren zählen Bernd Rodrian vom Institut Heidersberger und Ali Altschaffel, Künstler und Fotograf in Wolfsburg. Sie werden unterstützt vom Forum Architektur der Stadt Wolfsburg und der Unteren Denkmalschutzbehörde.
 
Um was geht es? 
Es geht darum, die Kultur- und Kunstszene in Wolfsburg zu fördern, neue Orte zu entdecken, das baukulturelle Erbe der Stadt lebendig zu halten und den Austausch der kreativen Szene strukturell zu unterstützen. "Auch oder gerade nicht perfekte Orte können inspirierend sein", unterstreicht Bernd Rodrian, "auch wenn vielleicht nur eine temporäre Nutzung im Sommer möglich ist." Ziel ist es, eine solche kreative Nutzung mit vielen Akteuren für drei Wochen zu testen. Vieles ist improvisiert und wird mit einem Mini-Budget realisiert. "Das ist untypisch für Wolfsburg", findet Rodrian. Doch die Aktion ist an vielen Stellen in Wolfsburg auf offene Ohren gestoßen und hat schon im Vorfeld große Unterstützung.
"Wir wollen zeigen, dass dieses Bauwerk ein spannender Teil unserer Wolfsburger Geschichte ist und dies auch weiter sein kann", ergänzt Ali Altschaffel. Eine gemischte Nutzung aus Kreativwirtschaft, Kunst und Bildung wäre sicher auch im Sinne von Johann Tillmann Billen (1923-2018), der stets bildende Künstler förderte und unterstützte. "Ohne langfristige Nutzungsperspektive werden nur Sicherungsmaßnahmen möglich sein", so Friederike Hansen von der Unteren Denkmalschutzbehörde. Wünschenswert wäre es langfristig, diesen Ort in einen lebendigen Standort mit kleinen Büros und Ateliers für Künstler und Kreativschaffende oder Lehr- und Bildungseinrichtungen zu überführen. Ergänzen und öffnen könnte man diesen Ort durch ein kleines selbstverwaltetes Café im Foyer, das sich für die Anrainer des Areals als ein Treffpunkt zum Austausch etablieren könnte. Die Priorität soll in der Erhaltung der Aura des Ortes liegen, was zunächst auch mit einfachen Mitteln realisiert werden kann. "Wir können diese Möglichkeiten nur andeuten", sagt Esther Orant vom Forum Architektur der Stadt Wolfsburg. "Aber mit etwas Phantasie lässt sich vielleicht erspüren, was hier tatsächlich möglich ist. Zumindest sollte man die Chance nutzen und vorbeikommen, wenn man mitreden will."

Weitere Informationen in Kürze unter: www.billen-pavillon.de

Grafik: Sabine Schneider/Forum Architektur


Pressemitteilung vom 18.06.2019

Bauhaus‐Ausstellung kommt in die Bürgerhalle

Zum 100-jährigen Jubiläum der berühmten Architekturschule

"Auf dem Weg zum Bauhaus – Das Erwachen der Moderne in Niedersachsen" titelt eine Ausstellung, die das Niedersächsische Landesamt für Denkmalpflege anlässlich des 100-jährigen Jubiläums der Bauhaus‐Gründung zusammengestellt hat. In Zusammenarbeit mit dem Forum Architektur der Stadt Wolfsburg macht sie vom 26. Juni bis 10. Juli Station in der Bürgerhalle des Rathauses, Porschestraße 49 in Wolfsburg. "Auch wenn Wolfsburg selbst zu dieser Zeit noch nicht einmal gedacht und geplant wurde, lohnt sich ein Blick. Denn ohne diese Vorbilder wäre vieles, was in Wolfsburg ab 1945 entstanden ist, in seiner Architektur nicht denkbar", unterstreicht Nicole Froberg, Leiterin des Forum Architektur der Stadt. Zur Eröffnung am Mittwoch, 26. Juni, um 16 Uhr ist ein öffentlicher Rundgang mit den Kuratoren der Ausstellung vorgesehen. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Die Ausstellung konzentriert sich auf die Vorläufer und das kulturelle Umfeld des Bauhauses. Ziel ist es, einen Blick auf dessen Innovationskraft zu richten, aber auch auf Wegbereiter der Architektur des frühen 20. Jahrhunderts. Bereits 1911, acht Jahre vor der Gründung des Bauhauses in Jena, hat der Architekt Walter Gropius mit dem Fagus‐Werk im niedersächsischen Alfeld die weltweit erste Inkunabel der modernen Architektur des 20. Jahrhunderts geschaffen. Deswegen hat die Unesco den Gebäude‐Komplex 2011 zum Weltkulturerbe erhoben. Gestalterisch ist die dort entworfene Architektur der Vorläufer des ab 1924 ebenfalls von Gropius errichteten Bauhausgebäudes in Dessau.

Das Anliegen der Ausstellung ist es, die Unterschiede zwischen dem Fagus‐Werk auf der einen Seite und den zeitgleichen Stilarchitekturen auf der anderen Seite zu zeigen. Denn die herkömmliche Architektur stellt die Welt dar, aus der Gropius mit seinen Entwürfen ausgebrochen ist, um etwas Innovatives, etwas radikal Neues zu schaffen. Die überragende innovative Leistung von Gropius vor dem Ersten Weltkrieg lässt sich nachvollziehen, wenn das Fagus‐Werk mit der historistischen Architektur vor 1914 verglichen wird.

Darüber hinaus wird mit der Ausstellung gezeigt, dass damals viele Architekten von Rang und Namen in Niedersachsen tätig waren. Zu ihnen gehörten beispielsweise Peter Behrens, Paul Bonatz, Otto Haesler, Fritz Höger oder Bruno Taut - außergewöhnliche Persönlichkeiten neben vielen weiteren nennenswerten Figuren der Architekturgeschichte Deutschlands. Sie hinterließen aufsehenerregende Gebäude, die heute noch einen hohen Stellenwert besitzen.

Nach den Stationen in Hannover und Wolfsburg ist die Ausstellung in Osnabrück (Stadthaus, 11. Juli bis 1. August), Bad Pyrmont (Museum im Schloss, 8. August bis 4. September), Celle (Rathaus, 9. September bis 6. Oktober), Alfeld (Fagus-Werk, 10. Oktober bis 14. November), Braunschweig (Technische Universität, 18. bis 29. November) und Oldenburg (Jade-Hochschule, 2. Dezember bis 31. Januar 2020) zu sehen.


Pressemitteilung vom 04.06.2019

Wellenbrechende Dämme im künstlichen Meer

Beim Tag der Architektur Wolfsburg gibt es viel zu sehen

Am letzten Sonntag im Juni ist es wieder so weit: In ganz Niedersachsen und Bremen öffnen zum Tag der Architektur am 30. Juni frisch fertig gestellte Bauprojekte für die interessierte Öffentlichkeit ihre Türen. Die Architekten und Landschaftsarchitekten stellen ihre Projekte in Führungen vor. Der Veranstalter, die Architektenkammer Niedersachsen, hat in Wolfsburg sieben Projekte für das Event ausgewählt. Spannend ist in diesem Jahr das breite Spektrum von Schule und Schulhof über Kita und Wohnungsbau bis hin zum Klinikgebäude. Der Tag der Architektur bietet so eine gute Gelegenheit sich einen breiten Überblick über die vielfältige Bautätigkeit in Wolfsburg zu verschaffen. „Dass wieder so viele Bauten vom Auswahlgremium der Architektenkammer in Wolfsburg ausgewählt wurde, spiegelt nicht nur die Quantität, sondern vor allem die Qualität der Bautätigkeit in unserer Stadt. Damit ist Wolfsburg in Niedersachsen wieder neben Hannover führend“, sagt Stadtbaurat Kai-Uwe Hirschheide.

Eine der besonders wichtigen Bauaufgaben war in Wolfsburg in den letzten Jahren der Bildungsbau. Die rege Bautätigkeit auf diesem Gebiet spiegelt sich auch in den Projekten, die für den Tag der Architektur ausgewählt wurden. Von zentraler Bedeutung ist insbesondere die Schaffung neuer Kita-Plätze. Das Paulus Kinder- und Familienzentrum von Dohle+Lohse Architekten aus Braunschweig ist der bisher größte Kita-Neubau in Wolfsburg. Hier sind Räume und Freiflächen für rund 140 Kinder in zwei Krippen- und fünf Kindergartengruppen sowie Veranstaltungsräume für das Familienzentrum entstanden. Eine Besonderheit ist die unmittelbare Nachbarschaft zur denkmalgeschützten Pauluskirche. Der Bau ist gegenüber der Kirche als eigenständiger Baukörper konzipiert, nimmt sich jedoch durch den Standort auf dem Grundstück und die Eingeschossigkeit gegenüber dem Baudenkmal zurück. Durch das Gefälle des Geländes ist zudem ein spannendes Zusammenspiel von Gebäude und Außenanlagen entstanden.

Neben dem KiTa-Bau ist die Erweiterung und Ertüchtigung von Schulgebäuden eine zentrale Bauaufgabe. In Fallersleben wird das Büro bof Architekten aus Hamburg die Erweiterung des Schulzentrums vorstellen. Die Architekten standen hier vor der Aufgabe, das bestehende Ensemble aus verschiedenartigen Gebäuden um weitere Bauten für Mensa, Ganztagesbetrieb, Bibliothek und andere Funktionen zu ergänzen. Die neuen auffällig grünen und organisch geschwungenen Baukörper setzen ganz bewusst einen Kontrast zu den kubischen Bestandsbauten. An verschiedenen Verbindungs- und Gelenkpunkten schaffen sie Übergänge und binden die bisher lose Gebäudegruppe zu einer geschlossenen Anlage zusammen. Im Innern sind neue offene und helle Räume mit raumhohen Fenstern und Holzelementen entstanden.

Im Bereich der Bildungsbauten spielt neben den Gebäuden selbst auch die Gestaltung der Freiräume eine wichtige Rolle. Ein besonders sehenswertes Projekt hat das Berliner Büro Pro Garten auf dem Hof der Regenbogenschule in Westhagen umgesetzt. Die zwei auf unterschiedlichen Höhenniveaus liegenden Pausenhofflächen wurden durch eine bespielbare wellenförmige Hanganlage verbunden. Durch die leuchtend blaue Farbe wird die Anlage zu einem bewegten Wellenmeer, aus dem die begehbare Spielskulptur mit Netzen und Seilen wie ein Meeresungeheuer auftaucht. Aus der seitlichen Treppenanlage schieben sich Sitzstufen wie wellenbrechende Dämme in das künstliche Meer.

Ebenfalls in Bereich Bauten für Kinder und Jugendliche fällt der Neubau der psychosomatischen Kinder- und Jugendstation des Klinikum Wolfsburg. Das vom Wolfsburger Büro Koller Heitmann Schütz geplante Gebäude mit zwei Wohngruppen samt Therapieräumen ermöglicht die Behandlung junger Patienten in möglichst wohnlicher Atmosphäre. Das Erdgeschoss beherbergt im Foyer neben der Anmeldung unter anderem die Gruppen- und Therapieräume sowie Bereiche für Unterricht und Gespräche. Die Wohngruppen liegen im Obergeschoss.

Bei allen vier Projekten handelt es sich um städtische oder städtisch finanzierte Objekte.


Ein weiterer wichtiger Schwerpunkt der Bautätigkeit ist bundesweit der Wohnungsbau, der ebenfalls mit zwei Projekten vertreten ist. In Detmerode kann das Wohngruppenprojekt an der Theodor-Heuss-Straße von Partner und Partner Architekten aus Berlin besichtigt werden. Neben der Aufgabe der stimmigen Nachverdichtung stand hier die Umsetzung neuer, innovativer Wohnkonzepte im Fokus. Unter dem Motto »Individuell Wohnen – Gemeinsam Leben« sind hier für die Neuland Wohnungsgesellschaft zwei Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 25 Wohnungen entstanden. Die Schaffung eines gemeinschaftlichen Wohnumfeldes war dabei von Anfang an Teil der Planung. Die Mieter haben sich bereits vorab kennengelernt, so dass schon vor Einzug eine Hausgemeinschaft entstehen konnte. Neben den familiengerechten sowie barrierefreien und seniorengerechten individuellen Wohnungen steht allen Mietern auch eine Gemeinschaftswohnung für gemeinsame Aktivitäten zur Verfügung.

Das zweite ausgewählte Wohnungsbauprojekt liegt im neu entstehenden Stadtquartier „Steimker Gärten“. Das Büro Brederlau Holik aus Braunschweig hat hier das Gebäudeensemble „Am Weidenplan“ für Volkswagen Immobilien geplant. Die beiden viergeschossigen Gebäude mit insgesamt 31 Mietwohnungen liegen nördlich der zentralen Promenade und grenzen direkt an einen zukünftig öffentlichen Grünbereich. Die begrünten Flachdächer der Gebäude werden mit Photovoltaikmodulen versehen.

Alle Projekte sind am Tag der Architektur von 10-17 Uhr geöffnet sein.


TIPP!

Neben den Führungen durch die Architekten bietet das Forum Architektur der Stadt Wolfsburg in diesem Jahr ein besonderes Angebot für Familien an. In einer geführten Radtour werden ausgewählte Projekte angefahren und erläutert. Für die Kinder wird es ein Quiz mit spannenden Fragen und Aufgaben geben, die vor Ort zu lösen sind.

Das ausführliche Programm mit allen Führungen und Begleitangeboten kann online unter www.aknds.de eingesehen werden und liegt unter anderem in der Kulturinfo im Alvar-Aalto-Kulturhaus aus.


Pressemitteilung vom 25.03.2019

Tag der Architektur 2019 bietet spannende Einblicke

Frisch fertig gestellte Bauwerke sind am 30. Juni für interessiertes Publikum geöffnet, wenn erneut der Tag der Architektur stattfindet. Die einzelnen Objekte werden von Architekten und Landschaftsarchitekten mit entsprechenden Führungen darüber hinaus auch vorgestellt. Veranstaltet wird der Tag der Architektur von den Architektenkammer Niedersachsen. Diese hat für Wolfsburg gleich sieben Bauten ausgewählt, die das breite Spektrum der Bautätigkeit vom Wohnungsbau über Bauten für Bildung und Gesundheit sowie Freianlagen repräsentieren. Vorhaben für Kinder und Jugendliche bilden dieses Mal einen eindeutigen Schwerpunkt. In Fallersleben wird die Erweiterung des Schulzentrums vorgestellt. Der Entwurf des Büros bof Architekten aus Hamburg ergänzt und verbindet das bestehende Gebäudeensemble durch organisch geschwungene Baukörper, die im Innern durch raumhoch verglaste Holzelemente geprägt werden.

Mit dem Neubau des Kinder- und Familienzentrums Paulus von Dohle+Lohse Architekten aus Braunschweig steht ein weiterer Bildungsbau auf dem Programm. Der bisher größte Kita-Neubau in Wolfsburg liegt in direkter Nachbarschaft zur denkmalgeschützten Pauluskirche und bietet in zwei Krippen- und fünf Kindergartengruppen Raum für rund 140 Kinder sowie ein einzigartiges Freigelände.

Auch der vom Wolfsburger Büro Koller Heitmann Schütz geplante Neubau der psychosomatischen Kinderklinik wird am Tag der Architektur interessierten Besuchern vorgestellt. Das Erdgeschoss beherbergt im Foyer neben der Anmeldung unter anderem Gruppen- und Therapieräume sowie Bereiche für Unterricht und Gespräche. Im Obergeschoss liegen zwei Wohngruppen für den Patientenaufenthalt.

Bei allen drei Projekten handelt es sich um städtische oder städtisch finanzierte Bauten. "Die Auswahl ist auch eine Würdigung unserer städtischen Bautätigkeit und der damit verbundenen Baukultur in der Stadt Wolfsburg. Der Tag der Architektur ist eine gute Gelegenheit für die Bürgerinnen und Bürger, diese Bauten in Augenschein zu nehmen", hebt Stadtbaurat Kai-Uwe Hirschheide hervor.

Das Thema Wohnen ist durch zwei Projekte in Detmerode und in den Steimker Gärten vertreten. In Detmerode wird das Wohngruppenprojekt des Berliner Büros Partner und Partner Architekten vorgestellt. Unter dem Motto "Individuell Wohnen – gemeinsam Leben" hat die Neuland Wohnungsgesellschaft hier zwei Häuser mit insgesamt 25 Wohnungen gebaut. Ziel des innovativen Wohnkonzepts ist die Schaffung eines gemeinschaftlichen Wohnumfelds, zum Beispiel durch eine von allen Mietern nutzbare Gemeinschaftswohnung.

Der zweite ausgewählte Wohnbau liegt im neu entstehenden Stadtquartier "Steimker Gärten". Das Büro Brederlau Holik aus Braunschweig hat hier das Gebäudeensemble "Am Weidenplan" für Volkswagen Immobilien geplant. In zwei viergeschossigen Gebäuden nahe der Promenade entstehen 31 Mietwohnungen. Die begrünten Flachdächer der Gebäude werden mit Photovoltaikmodulen versehen.

Auch eines der ausgewählten Freiraumprojekte steht im Kontext des Wohnungsbaus. Das Büro Chora Blau aus Hannover wird seine Gestaltung der Außenanlagen des Projekts "Wohnen am Salzteich" vorstellen. Die drei Wohnhäuser gruppieren sich um einen gemeinschaftlichen, halbprivaten Innenhof der gestalterisch mit den umgebenden Grünflächen verbunden wird.

Bei der zweiten Freiraumgestaltung handelt es sich wiederum um ein besonders sehenswertes Projekt aus dem Bereich Schule. Der Schulhof der Regenbogenschule in Westhagen wurde vom Berliner Büro Pro Garten in Form eines bespielbaren, blauen Wellenmeeres gestaltet, aus dem eine Spielskulptur mit Netzen und Seilen auftaucht.

Die Bauten werden am Tag der Architektur, Sonntag, 30. Juni, von 10 bis 17 Uhr geöffnet sein. Das ausführliche Programm mit allen Führungen und Begleitangeboten wird unter www.aknds.de veröffentlicht und liegt voraussichtlich ab Anfang Juni unter anderem in der Kulturinfo im Alvar-Aalto-Kulturhaus aus.


Pressemitteilung vom 06.03.2019

Quartiersplätze weiterdenken

Hochschulprojekt wird im Rathaus ausgestellt

Ob am Steimker Berg aus den 1930er Jahren oder in der Trabantenstadt Detmerode aus den 1960er Jahren, Markt- und Stadtteilplätze sind typisch für Wolfsburgs Wohnquartiere. Wie dieses charakteristische Erbe bewahrt und gleichzeitig in die Zukunft gedacht werden kann, damit hat sich das Projekt "Freiraumerbe Wolfsburg" der Universität Kassel, Institut für Landschaftsarchitektur und Landschaftsplanung beschäftigt. Die Ergebnisse werden vom 16. bis 29. März in einer Ausstellung in der Bürgerhalle des Rathauses gezeigt. Die Eröffnung mit Stadtbaurat Kai-Uwe Hirschheide findet am Freitag, 15. März, um 18 Uhr statt.

Unter der Leitung von Professorin Ariane Röntz von der Universität Kassel, seit 2010 Mitglied im Gestaltungsbeirat der Stadt Wolfsburg, haben sich 23 angehende Landschaftsplaner mit fünf sehr unterschiedlichen Stadtteilplätzen auseinandergesetzt. Mit dem Dunantplatz am Klieversberg, dem Brandenburger Platz am Wohltberg und dem Marktplatz am Rabenberg wurden drei typische kleine Stadtteilplätze der 1950er und 1960er Jahre untersucht. Ebenfalls betrachtet wurde der Detmeroder Markt als urbane Anlage eines städtischen Zentrums. Mit dem Marktplatz am Steimker Berg ist außerdem ein unter Denkmalschutz stehendes Ensemble aus der Zeit der Stadtgründung vertreten.

Die Studierenden haben vor Ort und an der Universität anhand von Plänen und historischem Material die Plätze analysiert, Fragen gestellt und mögliche Antworten dazu entwickelt. Wie haben sich Funktion und Nutzung der Plätze verändert? Welche weiteren Entwicklungen können wir erwarten? Mit welchen Maßnahmen könnten sie fit für die Zukunft gemacht werden, ohne ihr stadtbildprägendes Erbe zu aufzugeben?

Die Ausstellung zeigt in Plänen und Modellen einige Denkansätze und Ideen der jungen Planer für die Wolfsburger Quartiersplätze. Während der Eröffnung wird es für die Besucher die Möglichkeit geben mit dem Smartphone an einer Live-Befragung zu den fünf Plätzen teilzunehmen. Die Veranstaltung ist kostenfrei. Um Anmeldung wird gebeten unter E-Mail: forum.architektur@stadt.wolfsburg.de oder der Servicenummer 115.

Pressemitteilung vom 11.02.2019

Moderierte Architekturführung

Braunschweigische Landschaft lädt ins Scharoun-Theater

Die Architektur der 1960er und 1970er Jahre hat im Braunschweiger Land eine große Zahl bemerkenswerter Bauwerke und Ensembles hervorgebracht, darunter das Scharoun-Theater in Wolfsburg. Im Rahmen der Reihe "Achtung modern - Architektur zwischen 1960 und 1980" der Arbeitsgemeinschaft Denkmalpflege der Braunschweigischen Landschaft, gibt es am Dienstag, 12. Februar, um 17 Uhr, eine Führung durch den Theaterbau.

Nicole Froberg vom Forum Architektur der Stadt und Marita Stolz vom Scharoun Theater informieren dabei über die besonderen baulichen Details. Die Teilnahme an der Führung ist kostenlos, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Interessierte sollten sich am Haupteingang des Theaters, Klieverhagen 50, einfinden.

Das 1973 eingeweihte Wolfsburger Theater ist ein spätes Werk des Architekten Hans Scharoun, der zu den wichtigsten Vertretern einer organisch-expressiven Architektur zählt. Die komplexe Bauskulptur ist als landschaftlicher Blickpunkt über der Innenstadt konzipiert.

Die Architekturführungen der Braunschweigischen Landschaft finden im Rahmen der Sonderausstellung „Brutal modern. Bauen und Leben in den 60ern und 70ern“ statt, die das Braunschweigische Landesmuseum seit dem 13. Oktober und noch bis Ende März zeigt. Die Ausstellung basiert auf dem von der Arbeitsgemeinschaft Denkmalpflege der Braunschweigischen Landschaft initiierten Projekts "Achtung modern! Architektur zwischen 1960 und 1980“ und wurde in Kooperation mit der Braunschweigischen Landschaft, dem Forum Architektur Wolfsburg, dem Netzwerk Braunschweiger Schule und dem Institut für Baugeschichte der Technischen Universität Braunschweig erarbeitet.

Im Mittelpunkt stehen die Bauten der Moderne, die das Bild unserer Städte bis heute prägen und selbstverständlicher Teil des Alltags geworden sind. Rund ein halbes Jahrhundert nach ihrer Entstehung sind sie jedoch in die Jahre gekommen, und an vielen Orten stellen sich ganz aktuell die Fragen nach Erhaltung, Umnutzung oder Abriss, nach Wertschätzung und Denkmalwert.

Mit einem diskursiv angelegten Begleitprogramm – so auch mit den Rundgängen der Reihe „Achtung modern!“ – soll ein Forum für den Dialog zwischen Öffentlichkeit, Nutzern, Architekten und Denkmalpflegern entstehen, um die Bedeutung und die Zukunftsfähigkeit der Architektur der 1960er und 1970er Jahre neu zu bewerten.


Pressemitteilung vom 22.11.2018

Ein sensibler Ort mit Potential: Stadt denken auf dem Klieversberg 

Ann-Kathrin Lepke (TU Braunschweig) gewinnt studentischen Ideenwettbewerb

Wo und wie können Impulse für eine künftige mögliche Weiterentwicklung Wolfsburgs gesetzt werden, ohne das bauliche und kulturelle Erbe aus dem Blick zu verlieren? Dies ist eine zentrale Fragestellung des studentischen Ideenwettbewerbs "Wolfsburg Award für urban vision" 2018. Als eine Antwort hat Ann-Katrin Lepke aus Braunschweig eine beeindruckende Architektur für Ausstellung, Forschung und Vermittlung zum Thema Stadt entworfen.

Gewählt hat sie dafür einen besonderen historischen Ort - die Stadtterrasse auf dem Klieversberg, die gleichzeitig als besonderer Landschaftsort mit ihrem beeindruckenden Blick auf die Stadt erfahrbar gemacht wird. Die Architekturstudentin konnte sich mit dieser mutigen, besonderen Idee unter 43 Mitbewerbern beim elften "Wolfsburg Award for urban vision" durchsetzen und gewann den mit 2.600 Euro dotierten ersten Preis. Entstanden ist die Arbeit an der Technischen Universität (TU) Braunschweig bei Professor Werner Kaag.

Der erste Preis sowie drei Anerkennungen wurden am Mittwochabend, 21. November, im Rahmen eines Festakts in der Neuen Schule Wolfsburg verliehen und durch Stadtbaurat Kai-Uwe Hirschheide sowie den Juryvorsitzenden Professor Georg Skalecki (Bremen) und den Gastjuror Professor Tristan Kobler (Zürich) überreicht.

Inzwischen zum dritten Mal wurde das Preisgericht des europaweit ausgelobten Wettbewerbs durch einen Gastjuror aus dem Ausland unterstützt. Tristan Kobler vom Züricher Büro Holzer war zur Preisverleihung erneut angereist. Zum Wettbewerb sagte er: "Die Offenheit der Themen macht den Wettbewerb weder für die teilnehmenden Studierenden, noch für die Jury einfacher, dafür aber interessanter." Zu den bekannten Projekten des Büros in der Region zählt das Museum Paläon in Schöningen.

Mit drei Anerkennungen würdigte das Preisgericht weitere Arbeiten aus Braunschweig und Hannover. Die städtebauliche Arbeit "Renewal Hellwinkel" von Theresa Marie Bublitz beschäftigt sich mit der Modernisierung und Nachverdichtung der Bebauung am Hellwinkel aus den 1950er Jahren.

Mit "Pieces for Livin City" haben Hans-Martin Peters und Henry Schraad (Leibniz Universität Hannover) eine Strategie zum Umgang mit den dezentralen Quartiersplätzen vorgeschlagen. Interventionen im öffentlichen Raum sollen Anwohner zum aktiven Mitgestalten animieren.

Die Arbeit "Ressource Wohnraum" von Daniel Leseberg (TU Braunschweig) schlägt die teilweise Umwandlung des Parkhauses im Handwerkerviertel zu (Studenten-)Wohnungen vor.

Der Beitrag von Ann-Kathrin Lepke entwirft auf dem Klieversberg ein Gebäude, das vor allem den besonderen Ort thematisiert. Einst für die NS-Stadtkrone vorgesehen, ist die Stadtterrasse heute zentraler Erholungs- und Naturraum. Das fiktive Gebäude setzt sich geschickt in Beziehung zu bestehenden städtebaulichen Achsen sowie zur umgebenden Landschaft. Ein Panoramafenster rahmt den Ausblick auf die Stadt.

"Uns geht es mit dem Wettbewerb keinesfalls darum, Orte oder Konzepte für künftige Bauvorhaben zu finden, sondern um grundsätzliche Fragen nach ungehobenem Potential und Impulsen für künftiges Denken. Das Projekt ist gleichzeitig visionär und eng an der Charakteristik der Stadt orientiert", erläutert Stadtbaurat Kai-Uwe Hirschheide die Begründung der Jury.

Seit 2007 sind rund 600 Teilnehmer der Einladung zum Wettbewerb gefolgt und haben sich mit Wolfsburg unter historischen, architektonischen und städtebaulichen Themenstellungen zu beschäftigt. Konkrete Planungsgebiete oder Entwurfsaufgaben werden durch die Auslobung dabei nicht vorgegeben. Gesucht werden Arbeiten, die aus dieser Auseinandersetzung heraus starke Ideen und innovative Visionen für die Zukunft der Stadt entwickeln.

Insgesamt hat das Preisgericht unter dem Vorsitz von Professor Dr. Georg Skalecki (Bremen) sechs Arbeiten nominiert, die vom 22. November bis zum 14. Dezember in einer Ausstellung in der Bürgerhalle des Wolfsburger Rathauses, Porschestraße 49, während der Öffnungszeiten zu sehen sind und in einer Wettbewerbsdokumentation veröffentlicht wurden.

Die Dokumentation der nominierten und ausgezeichneten Arbeiten lässt sich über das Forum Architektur der Stadt Wolfsburg unter Telefon (05361) 28-2814 oder per E-Mail an wolfsburgaward@stadt.wolfsburg.de kostenfrei anfordern und steht unter www.wolfsburg.de/architektur zum Download bereit.

Bildunterschrift 1: Ein sensibler Ort mit viel Potential. Ann-Kathrin Lepke, "Kliversberg. Ort der Kultur", 1. Preis Wolfsburg Award for urban vision 2018, Foto: Lars Landmann Bildunterschrift 2: Die Preisträgerin Ann-Kathrin Lepke (TU Braunschweig, Bildmitte) inmitten weiterer ausgezeichneter Studenten und Preisgerichtsmitglieder sowie Gastjuror Professor Tristan Kobler (Zürich, rechts). Foto: Stadt Wolfsburg, Lars Landmann.

Daten und Fakten

Auslober: Stadt Wolfsburg

Preisgericht: Wilfried Andacht, Planungs- und Bauausschuss; Hans-Georg Bachmann, Stellvertretender Vorsitzender des Planungs- und Bauausschusses; Kai-Uwe Hirschheide, Stadtbaurat der Stadt Wolfsburg; Silke Lässig, Stadt Wolfsburg, Abteilungsleiterin Stadtplanung; Manuel Scholl, Zürich, Gestaltungsbeirat der Stadt Wolfsburg; Professor Dr. Georg Skalecki, Bremen, Gestaltungsbeirat der Stadt Wolfsburg (Vorsitz); Götz Stehr, Stadt Wolfsburg, Geschäftsbereichsleiter Grün

Gastjuror: Professor Tristan Kobler, Gastpreisrichter, Holzer Kobler Architekturen, Zürich Teilnehmerfeld

43 Teilnehmer, 23 Einzel- und Gruppenbeiträge, 9 Hochschulen 1. Preis: Klieversberg - Ort der Kultur, Ann-Kathrin Lepke, Braunschweig, Technische Universität Braunschweig, Institut für Baukonstruktion, Professor Werner Kaag Anerkennungen (gleichwertig):

Renewal Hellwinkel. Vital, bunt, intensiv. Theresa Marie Bublitz, Braunschweig, TU Braunschweig, Institut für Städtebau und Entwurfsmethodik, Professor Uwe Brederlau Pieces for living city, Hans-Martin Peters, Celle, Henry Schraad, Vechta, Leibniz Universität Hannover, Institut für Freiraumentwicklung, Professor Dr.-Ing. Martin Prominski Ressource Wohnraum. Vom Haus fürs Auto zum Haus für Menschen, Daniel Leseberg, Braunschweig, TU Braunschweig, Institut für Industriebau und Konstruktives Entwerfen, Professor Carsten Roth

Preissumme: 5.000 Euro (gesamt)


Pressemitteilung vom 15.08.2018

Ein Wohnzimmer für alle

Gewinnerprojekt aus Wettbewerb zum Marktplatz wird realisiert

Vom 16. bis 27. August wird der Marktplatz am Rabenberg in Wolfsburg zur gemeinschaftlichen Sommer-Wohnung für alle. Das Projekt "Raben-WG" bietet zwölf Tage lang die Möglichkeit, hier gemeinsam zu feiern, zu diskutieren, zu entspannen und sich gegenseitig kennenzulernen. Die Einweihungsparty mit Stadtbaurat Kai-Uwe Hirschheide und Ortsbürgermeister Matthias Presia findet am Sonnabend, 18. August, um 16 Uhr statt. In den dann folgenden Tagen laden ein buntes Programm und verschiedene Angebote wie ein Büchertauschregal, eine Boule-Bahn und Sitzgruppen aus Palettenmöbeln dazu ein, den Platz mit Leben zu füllen.

Das Projekt "Raben-WG" ging als Gewinner aus dem Wettbewerb "Nimm Platz! Wolfsburg" hervor, der nach temporären Projekten, Aktionen oder Installationen für den Marktplatz gesucht hatte, die dazu einladen hier wieder "Platz zu nehmen". Während der Recherche der Teilnehmer vor Ort und einer offenen Bürger-Gesprächswerkstatt im April wurde deutlich, dass sich die Anwohner vor allem Anlässe und Möglichkeiten für Begegnung und eine aktive, lebendige Nachbarschaft wünschen.

Mit dem Gewinnerprojekt "Raben-WG" haben Anna-Lena Heller und Mandy Hütt von der Leibniz Universität Hannover auf dem Marktplatz den Grundriss einer Wohnung nachempfunden, ausgestattet mit einem Riesen-Schachspiel, Palettensofas, großen Tischen und vielem mehr.

Das ungewöhnliche Experiment will die Bewohner aus den eigenen vier Wänden locken zu gemeinschaftlichen Aktivitäten, Gesprächen und gegenseitigem Kennenlernen. "Die Raben-WG lädt auch außerhalb des Programms zum Verweilen und aktiv werden ein. Die Türen stehen immer offen", sagt Projektleiterin Esther Orant vom Forum Architektur der Stadt Wolfsburg, das den Wettbewerb betreut hat.

Der Aufbau beginnt am Donnerstag, 16. August. Wer Lust hat zu sich einzubringen, schaut einfach ab Mittag vorbei. Auch die Kinder der nahegelegenen Eichendorffschule werden mithelfen und Blumenkästen für die Raben-WG bepflanzen. Zur Einweihung am Sonnabend sind die Anwohner eingeladen, alte Fotos vom Rabenberg und andere Motive für die Bilderwand mitzubringen (bitte keine Originale), gerne auch einen Kuchen oder Salat für das Buffet. Für den musikalischen Rahmen sorgt der Sänger und Gitarrist Claudio Calandra.

Einige Anwohner sind bereits jetzt aktiv geworden und haben Aktionen für das Programm initiiert. "Das Projekt bietet die ideale Gelegenheit, die Menschen, die gerne auch künftig gemeinsam etwas auf die Beine stellen wollen, zusammenzubringen", findet die Rabenbergerin Andrea Ristau von Sehlen.

Alle Rabenberger, die Lust haben ihren Stadtteil mitzugestalten, sind am Sonntag, 19. August, um 18.30 Uhr zu einem Treffen in der Raben-WG eingeladen. Sabine Strodtmann hat als Bürgervertreterin in der Jury das Projekt mit ausgesucht und sich zusammen mit der Pizzeria "Non Solo Pizza" eine weitere Aktion für das Programm ausgedacht: Zum ersten VfL-Heimspiel der Saison am Sonnabend, 25. August, um 15.30 Uhr bieten sie ein Backaktion für Kinder an. Für 1,50 Euro pro Portion können herzhafte "Heimspielwölfe" gebacken werden. Das Spiel läuft dazu im Radio.

Weiterer Programmpunkt ist am Montag, 20. August, ab 14 Uhr eine Spendenaktion. Eigens für den Rabenberg gestaltete Mehrwegflaschen zum Befüllen an der Rotheburg-Quelle werden gegen Spende verteilt. Am Dienstag, 21. August, um 16 Uhr findet ein moderiertes Tauschbüro statt. Nach dem Motto "Hilfe beim Einkaufen gesucht? Lust auf gemeinsame Spaziergänge oder Radtouren?" werden bei Kaffee und Kuchen Angebote und Gesuche zusammengebracht.

Am Mittwoch, 22. August, sind ab 16 Uhr Jung und Alt eingeladen sich im Boule-Spiel auszuprobieren und einen geselligen Nachmittag zu verbringen. Zum Abschluss wird es am Sonntag, 26. August, um 15 Uhr ein "Offenes WG-Plenum" geben, in dem die Gelegenheit geboten wird, gemeinsam die Zeit in der "Raben-WG" Revue passieren zu lassen und in die Zukunft zu blicken.

Das Programm und weitere Informationen gibt es im Internet unter wolfsburg.de/architektur.

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