Erinnerungs- und Bildungsstätte soll am Laagberg entstehen

Archäologische Funde geschichtswissenschaftlich aufarbeiten

Am Laagberg, auf dem Gelände des ehemaligen Außenlagers des KZ Neuengamme, soll eine Erinnerungs- und Bildungsstätte errichtet werden.

Im Frühjahr 2017 begannen im Stadtteil Laagberg zwischen dem Schlesierweg und der Breslauer Straße die vorbereitenden Arbeiten für ein Neubauvorhaben der Neuland Wohnungsgesellschaft mbH. 65 Wohnungen mit integrierten Gewerbeflächen für den Einzelhandel sollten entstehen.

Vor den eigentlichen Bauarbeiten schrieb das örtliche Baurecht eine archäologische Untersuchung des Areals vor. Bereits in der Phase der Bauleitplanung ging die Stadtverwaltung davon aus, dass in dem Gebiet möglicherweise Überreste eines ehemaligen KZ-Außenlager gefunden werden könnten. Die Ausgrabungsarbeiten der unteren Denkmalschutzbehörde bestätigten diese Vermutung. Unerwartet gut erhaltene Fundamente einer Lagerbaracke und das Unterfußbodenniveau von zwei Lagerzellen (4,4 m x 11,9 m), die für die Unterbringung von 28 Konzentrationslagerinsassen vorgesehen waren, wurden im nördlichen Areal des Gebietes gefunden.

Bei dem Lager handelt es sich um das sogenannte „KZ-Außenlager Laagberg“, welches zum damaligen KZ Neuengamme bei Hamburg gehörte. 1944 wurde es durch abkommandierte Häftlinge aus Neuengamme fertiggestellt. Bis zum Räumungsbefehl am 7. April 1945 hätte die Kapazität der fünf Häftlingsblöcke ausgereicht, um mehr als 1000 Häftlinge unterzubringen.

Die Insassen waren hier vor allem in der Anfangszeit unter katastrophalen Umständen untergebracht – angefangen von einer fehlenden Wasserversorgung bis hin zu unzureichenden sanitären Anlagen, waren die Gefangenen der alltäglichen Brutalität und der Misshandlung durch das Wachpersonal und der höchst körperlich schweren Zwangsarbeit ausgesetzt. Sechs Wachtürme und ein zwei Meter hoher Starkstromzaun machten eine Flucht für die Insassen unmöglich.

Per Ratsbeschluss vom 21. August 2017 ist das Institut für Zeitgeschichte und Stadtpräsentation (IZS) beauftragt worden eine Konzeption für einen Lern- und Gedenkort zu erarbeiten. Basierend auf einem breitem Informations – und Beteiligungsprozess und unter Beteiligung verschiedener externen Experten soll ein Lern – und Gedenkort realisiert werden. Zugleich eine Informations-, Bildungs- und Erinnerungsstätte, in dem lebendiges historisches Lernen an einem außerschulischem Lernort möglich wird.   

Weiterführende Informationen zur Geschichte des Außenlagers und zu den Plänen für die Gedenk- und Bildungsstätte finden Sie hier


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