Glaserfaserausbau

Stadt erschließt „weiße Flecken“

Wolfsburg wird digitale Modellstadt – Stadtweites Glasfasernetz im Aufbau

Ein flächendeckendes Glasfasernetz im gesamten Stadtgebiet soll in Wolfsburg die Weichen für die digitale Zukunft stellen. Die Schaffung einer leistungsfähigen IT-Infrastruktur ist laut Oberbürgermeister Klaus Mohrs die Grundvoraussetzung, um Wolfsburg zur digitalen Modellstadt zu entwickeln. Zwar gibt es laut einer Analyse von 2015 in Wolfsburg nur noch sehr wenige mit Breitband unterversorgte Stadt- und Ortsteile, die so genannten „weißen Flecken“. Dennoch besteht Modernisierungsbedarf: Immer neue, immer komplexere digitale Angebote entstehen, die enorme Datenmengen produzieren. Herkömmliche Kupferleitungen sind kaum in der Lage, diese zu transportieren. Durch Glasfaser wird die Internetgeschwindigkeit um das 300-fache gesteigert, so dass das Senden und Empfangen von Daten erleichtert wird. Für den Glasfaserausbau wird das Stadtgebiet in 42 Teilbereiche (so genannte Cluster) unterteilt, die dann abschnittsweise erschlossen werden.

Stadt erschließt „weiße Flecken“

Drei Gebiete, die genannten „weißen Flecken“, wird die Stadt selbst mit einer eigenen Infrastruktur zuverlässig und zukunftssicher ausbauen. In Almke, in Teilen von Neindorf und im Ilkerbruch (inklusive Mülldeponie) werden ab diesem Spätsommer 937 Haushalten und 81 Unternehmen an das Glasfasernetz angeschlossen. Der Ausbau wird vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur mit Fördermitteln im Rahmen der Breitbandförderrichtlinie des Bundes finanziert, bewilligt sind 1,425 Millionen Euro (rund 50 Prozent der Ausgaben). Eine weitere Förderung des Landes Niedersachsen ist beantragt. Für die Ausführung hat die Stadtverwaltung ein Planungsbüro beauftragt. Vorgesehen ist, 32 Kilometer Leerrohre zu verlegen. Das soll unter anderem in einem Zuge mit dem Radwegeausbau an der Kreisstraße 114 und der Landesstraße 290 geschehen. Das Netz bleibt später im Eigentum der Stadt. Ein Betreiber, der in Kürze mittels Auswahlverfahren gesucht wird, soll im städtischen Auftrag Glasfaser verlegen und die Anschlüsse vermarkten. 

Das Logos des Bundesförderprogramms Breitband  Logo des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur

Stadtwerke und WOBCOM schließen 80.000 Privathaushalte und Firmen an

Für die übrigen Gebiete, den Löwenanteil des Glasfaserausbaus, haben sich die Stadtwerke Wolfsburg AG und die WOBCOM GmbH verantwortlich erklärt. Sie wollen bis Ende 2021 rund 80.000 Privathaushalte und Firmen an das stadtweite Netz anschließen. Los geht’s im April 2017 am Laagberg, in der Tiergartenbreite und in Westhagen. Die Planer rechnen mit einer durchschnittlich siebenmonatigen Bauphase. Die weiteren Stadt- und Ortsteile folgen.