Schloss Wolfsburg

Die „Wolfsburg“ mit ihren Ziergiebeln und dem Zwiebelturm wurde ab dem 16. Jahrhundert zu einem der prachtvollsten Zeugnissen der norddeutschen Renaissance ausgebaut. In den Innenräumen befinden sich:

Vom Sockel gestürzt ist sie zwar, aber ihr Feuer züngelt blutrot weiter. Die "Flamme der Revolution" hat Wolfsburg erreicht. Etwas vermindert zwar, auch nicht mehr 24 Meter hoch auflodernd wie in Halle, sondern 17 Meter am Boden entlang lodernd im obersten Stockwerk des Schlosses Wolfsburg. Es ist ein Kunstwerk von Olaf Nicolai, Träger des Wolfsburger Preises "Junge Stadt sieht junge Kunst". Unendlich viele Stufen gilt es zu erklimmen, bis man dort oben angelangt ist. Steil sind die Treppen, steinern zwar, aber abgelaufen im Laufe der Jahrhunderte.

Luftbild von Schloss WolfsburgDie Kunst ist jung, ist neu. Das Schloss ist alt, ein spätes Bauwerk der Renaissance in Norddeutschland. Erhaben, prächtig, stolz, wehrhaft ragt das Gebäude hoch auf, weithin sichtbar sogar von vielen Straßen Wolfsburgs aus. 1574 begannen die Herren von Bartensleben mit dem Umbau der mittelalterlichen Burg. Getreidehandel, Holz-, Vieh- und Fischwirtschaft hatten sie wohlhabend gemacht. Renaissanceschmuck ziert seither das Nordportal, spitz ragt der Turm des Wendelsteins über dem Südflügel auf, einer Haube gleicht der Hausmannsturm. Kragsteine und Gewölbegänge erinnern an einstige Laubengänge. Mit sechs Jochbögen und fünf Geschossen war die Wolfsburger Galerie die größte Anlage ihrer Zeit im Gebiet der Weserrenaissance.

Ach' die Geschichte, sie ist komplex wie das Denken aller Epochen, die seither vergangen sind. "Cum memoria hominum sit labilis" (Weil die Erinnerung der Menschen unbeständig ist), steht schon auf der ersten auf Latein geschriebenen Urkunde, welche die Wolfsburg erwähnt. 1302 wurde sie gesiegelt und beweist, das die Brüder Burchard, Günter und Werner von Bartensleben die Herren der Burganlage waren. Später, im 18. Jahrhundert, heiratete Anna Adelheit Catharina von Bartensleben Reichsgraf Adolph Friedrich von der Schulenburg. Dessen Familie schickten die Nazis 1942 mitsamt beweglichem Hab und Gut nach Neumühle.

Die Erinnerung hält das Stadtmuseum in den Schloss-Remisen fest. Bunt und beschwingt zeigen sich die 50er-Jahre der Volkswagenstadt. Werk und Stadt florieren. Es boomt. Es wird getanzt. Es wird gebaut. Nierentisch und Tütenlampen, rote Cocktailsessel und Plakate der großen VW-Kunstausstellungen lassen diese Zeit des Wirtschaftswunders lebendig werden. Dazu passt die Jukebox aus der Pinguin-Milchbar in der Kleiststraße und der komplett erhaltene Frisörsalon Hildegard Kuhns aus der Reislinger Straße. Der als Torbogen geformten Eingang von Schloss WolfsburgEs ist nicht die einzige Epoche, die so ungewöhnlich dargestellt wird. Das Stadtmuseum präsentiert auch Ur- und Frühgeschichte des Wolfsburger Raumes, die Geschichte des Schlosses, dann der Stadt. Deshalb sind die alten Wehrmauern, die Schießscharten und Schweinetröge einbezogen in die Ausstellungen. So wie die alten Mauern aller vier Flügel der modernen Kunst eine historische Kulisse bieten, der Städtischen Galerie wie dem Kunstverein: Drehung für Drehung, immer wieder neu pflügen die Kordeln Spuren in den hellen Sand, verwischen sie, beginnen von vorn. 1970 schuf Günther Uecker diese "Sandspirale", die im Westflügel sich dreht. Sie ist ein Symbol für die unablässig rinnende Zeit. 

Und längst vergangene Epochen sind so zum gefragten Ambiente modernen Lebens geworden: In der Gerichtslaube schließen junge Paare den Bund fürs Leben. Sie lieben Stil, sie mögen die Erhabenheit vergangener Zeiten. Im Gartensaal geben Musiker aus Italien vor allem Konzerte. Und die Stadt Wolfsburg besondere Empfänge. Im Park, einem englischen Landschaftsgarten, vergnügen sich Verliebte, lümmeln sich Jugendliche, unterhalten sich Spaziergänger. Im gegen über liegenden Barockgarten ebenso. Das Schloss lebt. Was heute ist, das hält die Fotokamera fest. Besonders bestechende Aufnahmen machte der weltbekannte Fotograf Heinrich Heidersberger. Dessen Erbe pflegt das Institut Heidersberger im Schloss Wolfsburg.

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