Dialogstelle Extremismusprävention

Die Dialogstelle Extremismusprävention ist eine Einrichtung der Stadt Wolfsburg und im Geschäftsbereich Jugend angesiedelt.

Aktuell: 

Ein Ziffernblatt; Foto: dimedrol68/Fotolia.comTermine für die Begleitausschusssitzungen DEMOKRATIE leben! für das Jahr 2021. 

  • 22.11.2021 (voraussichtlich)
Vielen Dank für Ihr Interesse am Bundesprogramm „Demokratie leben!“ und der „Partnerschaft für Demokratie Wolfsburg“. 




Mehrere Hände greifen nacheinander © Stephanie Hofschlaeger / pixelio.de
Ausgangslage für die Einrichtung der Dialogstelle Extremismusprävention ist das Phänomen der sich radikalisierenden jungen Menschen für den militanten Jihad in Syrien, wodurch sich der interkulturelle Dialog und das demokratische Miteinander zu Ungunsten verändert und verschärft haben.

Die Dialogstelle Extremismusprävention in Wolfsburg hat die Aufgabe, Kinder und Jugendliche vor Gefährdungen zu schützen und sie gegenüber Beeinträchtigungen aller Art zu stärken. Bei der Suche nach ihrer Identität möchten wir den jungen Menschen Raum und Orientierung geben und Möglichkeiten aufzeigen, ohne sich demokratie- und freiheitsfeindlichen Orientierungen anschließen zu müssen.

Ziel ist es, die Förderung des interkulturellen Verständnisses, die Schaffung von Kommunikationsmöglichkeiten sowie der Interaktion und Partizipation der verschiedenen Kulturen in Wolfsburg weiterzuentwickeln.

Dazu bietet die Dialogstellen Extremismusprävention Vernetzung, Prävention und Dialog mit allen beteiligten Menschen und Institutionen an, sodass nachhaltig insbesondere Migrantenorganisationen an demokratischen Prozessen, gesellschaftlichem sowie politischem Wirken teilnehmen sollen und können.

Pressemitteilung vom 21.12.2020

Kommunale Dialogstelle Extremismusprävention im Bundesprojekt zur Deradikalisierung aufgenommen

Seit 2015 hat sich die Stadt Wolfsburg eigeninitiativ des Themas der Islamismusprävention mit Schaffung der „Dialogstelle Extremismusprävention“ - organisatorisch eingebunden in den Geschäftsbereich Jugend - als lokale Koordinierungs- und Beratungsstelle angenommen. Ausgelöst wurde dies durch das Bekanntwerden von vermehrten Ausreisen von zumeist jungen Wolfsburger*innen in IS-Gebiete seit 2014. Seit 2017 kommen Rückkehrer*innen, teilweise mit Kindern, nach Wolfsburg zurück.

Die Themenfelder „Radikalisierung und Deradikalisierung im islamistischen Umfeld“ sind in der gesamten Bundespolitik weiterhin aktuell und im Fokus. Das Bundesinnenministerium hat aus diesem Grund das Projekt „MoDeRad – Modellkommune Deradikalisierung“ aufgelegt und möchte auf diesem Wege die kommunale Ebene bei der Umsetzung von nachhaltiger und wirksamer Deradikalisierungsarbeit unterstützen (https://www.bmi.bund.de/DE/themen/sicherheit/extremismus/deradikalisierung/moderad-modellkommune-deradikalisierung/moderad-node.html). Die Projekte sollen insbesondere dazu dienen, auf kommunaler Ebene neue methodisch-theoretische Ansätze im Umgang mit radikalisierten Personen und deren Umfeld in der Praxis zu erproben.

Die Stadt Wolfsburg hat sich mit dem Thema „Jugendhilfe im Kontext Salafismus/Islamismus“ erfolgreich beworben und wird zusammen mit ihren Partner*innen der freien Jugendhilfe, AWO Bezirksverband Braunschweig e.V. und Remenhof gGmbH, mit 60.000 Euro in 2021 finanziell vom Bund unterstützt.

Iris Bothe, Stadträtin für Jugend, Schule und Integration, war es ausgesprochen wichtig, dass die Stadt sich bei diesem Modellprojekt bewirbt und sieht große Chancen in dieser Förderung und Teilnahme an dem Projekt: „Es ist Bestätigung dafür, dass die Stadt Wolfsburg schon vor einigen Jahren den Mut hatte, sich aktiv mit diesem schwierigen Themenfeld zu befassen und es gemeinsam mit vielen Akteur*innen und Partner*innen in der Stadtgesellschaft zu bearbeiten.“

Mit der Bundesförderung wird die Stadt Wolfsburg mit ihren Partner*innen nun auf dem Weg unterstützt, wirksame Maßnahmen im Rahmen der ambulanten und stationären Jugendhilfe für betroffene Kinder aus Rückkehrer*innefamilien und deren Angehörige zu entwickeln. Der Hilfebedarf ist dabei sehr unterschiedlich. Es gibt derzeit in der Region noch keine spezialisierten Angebote der Jugendhilfe, die auf Familien mit salafistischem/islamistischem Hintergrund ausgerichtet und vorbereitet sind. Das soll sich im Rahmen der gemeinsamen Zusammenarbeit und mit Hilfe von MoDeRad in Wolfsburg nun ändern. „Damit betreten wir auch hier neuen Boden und können sicher in der Vernetzung mit dem AWO Bezirksverband, der Remenhof gGmbH und anderen Projektträger*innen, auch zur Weiterentwicklung dieses Feldes in der Bundesrepublik Deutschland beitragen“, betont Stadträtin Iris Bothe.

Die Dialogstelle Extremismusprävention entwickelt in Zusammenarbeit mit Vereinen und Verbänden sowie interessierten Institutionen auf die konkrete Situation abgestimmte Strategien und Handlungskonzepte, die zur Förderung von Demokratie und Vielfalt führen.

Dabei liegt der Schwerpunkt der Dialogstelle in der Entwicklung von Methoden, Handlungskonzepten und dem Aufbau von Netzwerken gegen Gewalt, Menschenfeindlichkeit und jegliche Art von Extremismus, insbesondere der Radikalisierung von jungen Menschen in der neo-salafistischen Szene. Hier gilt es, gemeinsam Wege und Möglichkeiten für eine Abwendung von gewaltbezogener und extremistischer Ideologie aufzuzeigen und frühzeitig entgegenzuwirken.

Folgend einige Angebote:

  • Einzelgespräche mit Privatpersonen, Institutionen und Verbände
  • Initiierung von Informationsveranstaltungen, Fachtagungen und Qualifizierungen/Fortbildungen
  • Vermittlung an diverse Beratungsstellen in der Region
  • Angebot bzw. Weitervermittlung von Hilfsangeboten
  • Vernetzung und Verknüpfung verschiedener Ebenen wie Zivilgesellschaft, Verbände, kommunale Ebene und Behörden

EINE VERÄNDERUNG, DIE ZUNÄCHST NICHT GREIFBAR IST

Radikalisierung ist immer ein Prozess. Ein Mensch ist nicht von heute auf morgen radikal, sondern verändert sich und seine Sichtweisen nach und nach, oft schleichend und zunächst unbemerkt von Familie, Freunden und sonstigen Bezugspersonen. Jeder Radikalisierungsprozess verläuft unterschiedlich und ist individuell. Nach und nach verstärken sich die Ideen und Ziele, nehmen immer mehr Raum ein und werden ideologischer und radikaler. Je weiter dieser Prozess fortschreitet, desto schwieriger ist es, diesen Menschen zu erreichen - und am Ende einer Radikalisierung kann das Anwenden von Gewalt stehen. 

WIR STEHEN IHNEN ZUR SEITE,

  • wenn Sie nicht sicher sind, ob es sich bei Ihren Beobachtungen bereits um eine Radikalisierung handelt und Sie dahingehend beraten werden möchten.
  • wenn Sie wissen möchten, woran Sie eine Radikalisierung erkennen und wie Sie darauf einwirken können.
  • wenn Sie konkrete Hilfe benötigen.

Weitere Informationen entnehmen Sie bitte dem Flyer oder der Broschüre oder kontaktieren Sie uns direkt.

Kontakt

Telefon: 05361 28-1628

Seit Juni 2015 ist die Stadt Wolfsburg im Bundesprogramm „Demokratie leben!“ aufgenommen.

Das Programm, gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, unterstützt den offensiven Dialog der Dialogstelle Jugendschutz lokal und systematisch und fördert verschiedenste Maßnahmen und Projekte, die der Demokratieförderung und der Extremismusprävention dienen.

Im Rahmen von lokalen „Partnerschaften für Demokratie“ macht sich die Stadt Wolfsburg mit Verantwortlichen aus der kommunalen Politik und Verwaltung sowie Aktiven aus der Zivilgesellschaft auf den Weg, eine Gesamtstrategie zu entwickeln.

In diesem Zuge können Akteure der Stadt Wolfsburg Finanzmittel für Maßnahmen/ Projekte und Aktionen beantragen. Weitere Details dazu finden Sie unter folgenden Links:

Weitere Informationen zum Bundesprogramm „Demokratie leben!“ finden Sie unter den folgenden Links:

Schriftgrafik: Gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und im Rahmen des Bundesprogramms Demokratie leben


Infodienst

Illustration des Infodienstes Radikalisierungsprävention Querformat

Infodienst Radikalisierungsprävention – Herausforderung Salafismus

Ein Angebot der Bundeszentrale für politische Bildung 

Der Infodienst enthält Hintergrundinformationen und praxisbezogene Materialien zur Herausforderung durch salafistische Strömungen. Er richtet sich an alle Berufsgruppen, die im Rahmen ihrer Tätigkeit mit dem Thema in Berührung kommen – etwa in der schulischen und außerschulischen Bildung, in der öffentlichen Verwaltung, der Sozialarbeit oder der Arbeit mit Betroffenen. 

Das bpb-Logo Teil des Angebots ist eine bundesweite Datenbank mit Initiativen, die Beratung, Vor-Ort-Maßnahmen, Schulungen oder Materialien anbieten. Der Infodienst versendet regelmäßig einen Newsletter mit aktuellen Meldungen, Publikationen, Terminen und Fortbildungen. 

Hier geht es zum Infodienst Radikalisierungsprävention: www.bpb.de/radikalisierungspraevention (öffnet sich in einem neuen Fenster)

Jugend im radikalisierten UmfeldIn der Phase der Adoleszenz sind Jugendliche auf der Suche nach ihrer Identität und einem Platz in der Gesellschaft. Sie möchten dazugehören und die Gesellschaft auf ihre Weise mitgestalten. Gleichzeitig grenzen sie sich, zum Teil auf provokante Weise, von Eltern, Lehrern und anderen Autoritätspersonen ab. Das vorliegende Faltblatt soll informieren, sensibilisieren und helfen, erste Antworten zu geben.


Download

(Wolfsburg, Dezember 2015, Faltblatt)

Koordinierungs- und Fachstelle Partnerschaft für Demokratie Wolfsburg 


Stadt Wolfsburg
Dialogstelle Extremismusprävention
Schillerstraße 4
38440 Wolfsburg

Jan Schaller-Helmchen
Telefon: 05361 28-5008

Christian Radatus
Telefon: 05361 28-1628

E-Mail: dialogstelle@stadt.wolfsburg.de

bundesweit: 

Ausstiegsangebot – Heraus aus Terrorismus und islamischen Fanatismus (HATIF)
des Bundesamtes für Verfassungsschutz (BfV) HATIF richtet sich an Personen, die sich aus der islamistischen Szene lösen wollen.
Tel.: 02 21/ 792 - 69 99
E-Mail: HATIF@bfv.bund.de 


Beratungsstelle „Radikalisierung“ 
des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) Für Personen, die Rat und Unterstützung suchen, weil sie befürchten, dass sich eine Person in ihrem Umfeld islamistisch radikalisiert.
Tel.: 09 11/ 94 34 343
E-Mail: beratung@bamf.bund.de 


Hinweistelefon – Anruf gegen Terror und Gewalt (HiT)
Für Personen, die Hinweise auf eine mögliche Planung von islamistisch motivierten Gewalttaten bzw. Terroranschlägen haben.
Tel.: 02 21/ 792 - 3366
E-Mail: HiT@bfv.bund.de


regional: 

Zentrum für demokratische Bildung
Heinrich-Nordhoff-Straße 73,
38440 Wolfsburg
Tel.: 05361 891 305-0
E-Mail: info@zdb-wolfsburg.de
Internet: www.arug-zdb.de


Beratungsstelle zur Prävention neo-salafistischer Radikalisierung beRATen e. V.
Herschelstraße 32
30159 Hannover
Tel.: 0511 70052040
E-Mail: info@beraten-niedersachsen.de
Internet: www.beraten-niedersachsen.de 


Ufuq e. V. Beratung und Information
Wissmannstraße 20-21
12049 Berlin
Tel.: 030 98341051
E-Mail: info@ufuq.de
Internet: www.ufuq.de 


Violence Prevention Network e. V.
Alt-Moabit 73
10555 Berlin
Tel.: 030 91 70 54 64
E-Mail: beratung@violence-prevention-network.de
Internet: www.violence-prevention-network.de