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Aalto-Erbe für Wolfsburg bewahren

Das Heilig-Geist-Ensemble soll erhalten und neu belebt werden

Das Heilig-Geist-Ensemble gehört zu den architektonischen Wahrzeichen Wolfsburgs. Damit dieser besondere Ort auch künftig erhalten bleibt und für viele Menschen zugänglich wird, soll jetzt eine neue Stiftung gegründet werden. Der Rat der Stadt Wolfsburg berät dazu am 13. Mai über eine erste Grundsatzentscheidung zur Beteiligung an der geplanten „Stiftung Forum Alvar Aalto“.

 

Heilig-Geist-Kirche; Foto: Tim Dalhoff
Heilig-Geist-Kirche
Foto: Tim Dalhoff

Ziel ist es, das denkmalgeschützte Ensemble zu sanieren, dauerhaft zu sichern und gleichzeitig neu mit Leben zu füllen. Geplant sind künftig kulturelle Angebote, Räume für Begegnung und gemeinschaftliches Wohnen. Auch eine neue Kindertagesstätte soll auf dem Gelände entstehen. 

Ein besonderer Ort für Wolfsburg

Das Ensemble wurde vom finnischen Architekten Alvar Aalto entworfen und 1963 eingeweiht. Bis heute zählt es zu den bedeutendsten Sakralbauten der Nachkriegsmoderne in Deutschland und prägt das Wolfsburger Stadtbild weit über die Stadtgrenzen hinaus. 

„Das Heilig-Geist-Ensemble ist ein herausragendes Beispiel moderner Architektur und ein wichtiger Teil unserer Stadtidentität. Mit der Stiftung wird eine verlässliche Struktur geschaffen, um dieses Erbe zu bewahren und gleichzeitig neue Perspektiven für seine Nutzung zu eröffnen“, sagt Oberbürgermeister Dennis Weilmann. 

Die Stiftung soll gemeinsam mit engagierten Akteur*innen aus Wolfsburg gegründet werden. Die Stadt beabsichtigt, sich mit bis zu einer Million Euro am Stiftungskapital zu beteiligen – in gleicher Höhe wie private Zustiftungen. Voraussetzung dafür sind unter anderem die Übertragung des Grundstücks durch die Evangelisch-lutherische Landeskirche sowie tragfähige Konzepte für Sanierung, Nutzung und Finanzierung. 

Neue Nutzung mit Augenmaß

Neben dem Erhalt der Architektur geht es auch darum, dem Ensemble eine langfristige Perspektive zu geben. Dabei soll der besondere Charakter des Gebäudes bewahrt bleiben. 

„Aus städtebaulicher Sicht bietet das Projekt die Chance, ein prägendes Bauwerk behutsam zu sanieren und gleichzeitig mit neuen Nutzungen zu beleben. Entscheidend ist, dass wir hierfür eine tragfähige und langfristig gesicherte Lösung entwickeln“, erklärt Stadtbaurat Kai-Uwe Hirschheide. 

Die geplante Nutzung verbindet Kultur, Begegnung und gemeinschaftliches Leben an einem Ort. Die zusätzlich geplante Kindertagesstätte wird unabhängig von der Stiftung durch die Stadt Wolfsburg umgesetzt. 

„Das Heilig-Geist-Ensemble ist Weltarchitektur und ein bedeutender Teil des kulturellen Erbes Wolfsburgs. Ein solcher Ort muss in den Händen der Wolfsburger Bürgerschaft und in öffentlicher Mitverantwortung der Stadt bleiben. Das Stiftungsmodell bietet die große Chance, privates und öffentliches Engagement zusammenzuführen, das Ensemble langfristig zu sichern und in der Verantwortung der Wolfsburger Stadtgesellschaft mit städtischem Einfluss zu halten“, betont Prof. Rolf Schnellecke als Vertreter der Stiftungsinitiative. 

Wie es jetzt weitergeht

Im nächsten Schritt sollen zwei Machbarkeitsstudien beauftragt werden: eine für die zukünftige Nutzung und Sanierung des Ensembles im Rahmen der Stiftung sowie eine weitere für die geplante Kindertagesstätte. Auf dieser Grundlage entscheidet der Rat der Stadt Wolfsburg später über die konkrete Beteiligung der Stadt.

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