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᠎Pending Translation: Kolonie Rothenfelde mit historischen Friedhöfen

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In den Jahren von 1813 bis 1835 ordnete Graf Friedrich Gotthard Werner von der Schulenburg an, sechs Neubauern, dem Schäfer Heinrich Witte, einem Maurer, einem Tischler und einem Gastwirt gleich große Parzellen in Front zum Haufendorf Hesslingen zuzuweisen. Jede Parzelle war für ein Haus mit Stall und einem Garten dahinter ausgelegt. Die Häuser selbst wurden aus Ziegeln gebaut und weiß gekalkt. Für jedes der Grundstücke musste an den „Erbzinsmann“ der Erbzins gezahlt werden, dafür musste er die „Trift“ und die „Sohlmasch“ freihalten. Weiterhin hatte dieser die Aufgabe inne, gegen eine Zahlung, die von den Anwohnern geleistet werden musste, den Brunnen zu erhalten, zu reparieren und freizuhalten. Auch mancherlei Auflagen mussten beachtet werden. Das Vieh durfte nicht vor den Häusern freilaufen. Am Michaelistag mussten alle Bewohner drei Taler zahlen. Weiterhin mussten sie beim Gutsherren von der Schulenburg Hand- und Spanndienste auf Gut Wolfsburg und dem Rothehof leisten – im Sommer 15 und im Winter 20 Tage.

Die Erbzinszahlung kam dem Pastor und dem Küster zugute.

Gräfin Anna Luise Charlotte von der Schulenburg gründete 1867/68 einen Kindergarten und eine Schule für Hesslingen sowie die Kolonie Rothenfelde und übernahm deren Patronat. Mit diesen neuen sozialen Einrichtungen ging die Verpflichtung zur Zahlung von Schulgeld einher.

Für Rothenfelde wurde ein Vorsteher vom Gutsherren ernannt. 1862 schlossen die Bewohner von Rothenfelde und Hesslingen einen Ablösevertrag mit Graf Schulenburg gegen Barzahlung von 130 und 155 Courant. Dieser Vertrag ist 1937 nochmals entscheidend bei den Verhandlungen der Bewohner von Rothenfelde, Graf Günther von der Schulenburg und der „Deutschen Arbeitsfront“, um das Gebiet in die Planung der „Stadt des KdF-Wagens“ und des Volkswagenwerkes mit einzubeziehen. In der Planung von Albert Speer und dem Generalentwurf von Peter Koller wurden Rothenfelde und Hesslingen als „Sanierungsgebiet für geplante Gleisanlagen und Straßenkreuzung“ gekennzeichnet.
1939 erließ der Bürgermeister für Rothenfelde eine Marktordnung, woraufhin zeitweise ein Wochenmarkt stattfand (Rothenfelder Markt).

Ab 1948 waren Abrissarbeiten geplant, da die Bausubstanz einzelner Gebäude nach 150 Jahren deutlich beschädigt und nicht sanierbar war. Das traf auch auf den „Brandenburger Adler“ zu, der bis dato für die Anwohner ein beliebter Treffpunkt war. Während des Nationalsozialismus war der „Brandenburger Adler“ für die katholischen Christen eine Notkirche. Unter Auflagen und gelegentlicher Beobachtung durch die „Sturmabteilung“ (SA) hielt Dechant Holling hier einige geduldete Messen und Andachten ab.

Eine weitere traditionelle, sehr beliebte Gastwirtschaft in Rothenfelde war „Die Quelle“. Dort traf sich die Landwehr, es wurden Hochzeiten und Schützenfeste gefeiert, bis sie 1969 abgerissen wurde.

Die beiden noch heute bestehenden Friedhöfe in Hesslingen und Rothenfelde waren Bestandteile ihres jeweiligen Ortes in den unterschiedlichsten kirchlichen Herrschaftsbereichen, beispielsweise jenen der Bischöfe von Magdeburg oder Halberstadt und nach der Reformation der evangelischen Kirche. Auf beiden Friedhöfen gibt es historische Familiengrabstellen der Familie von der Schulenburg. Bestattungen finden bis heute auf beiden Friedhöfen statt, die Verwaltung hat die Stadt Wolfsburg übernommen.

1976 wurden Kriegsgräber des Rothenfelder Friedhofes seitlich des Eingangs zusammengelegt. In der kleinen Grünanlage befinden sich neben einem Gedenkstein für 5 Kriegsopfer weitere 17 Einzelgrabstellen. Der Gedenkstein bzw. die Grabsteine wurden mit den Namen und bekannten Lebensdaten der 13 ausländischen Zwangsarbeiterinnen und 9 ausländische Zwangsarbeiter versehen. Aufgrund starker Verwitterung wurden 2016 die Grabsteine der Einzelgräber durch Bronzeplatten ersetzt.

 
  • ᠎Pending Translation: Friedhof Rothenfelde, 1925-1936

    ᠎Pending Translation: Friedhof Rothenfelde, 1925-1936

    ᠎Pending Translation: Foto: Walter Naucke / IZS, Stadt Wolfsburg

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  • ᠎Pending Translation: Fachwerkhäuser der Kolonie Rothenfelde, 1935-1945

    ᠎Pending Translation: Fachwerkhäuser der Kolonie Rothenfelde, 1935-1945

    ᠎Pending Translation: Foto: Walter Naucke / IZS, Stadt Wolfsburg

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  • ᠎Pending Translation: Kolonie Rothenfelde, Blick nach Süden, 1935-1945

    ᠎Pending Translation: Kolonie Rothenfelde, Blick nach Süden, 1935-1945

    ᠎Pending Translation: Foto: Walter Naucke / IZS, Stadt Wolfsburg

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  • ᠎Pending Translation: Blick auf den tiefverschneiten Sandfeldgraben, 1923-1927

    ᠎Pending Translation: Blick auf den tiefverschneiten Sandfeldgraben, 1923-1927

    ᠎Pending Translation: Foto: Walter Naucke / IZS, Stadt Wolfsburg

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  • ᠎Pending Translation: Familiengrabstätte derer von der Schulenburg auf dem Friedhof Rothenfelde, 1924

    ᠎Pending Translation: Familiengrabstätte derer von der Schulenburg auf dem Friedhof Rothenfelde, 1924

    ᠎Pending Translation: Foto: Walter Naucke / IZS, Stadt Wolfsburg

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